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Hard Reset: Review

  Personal Computer 

Was für eine Blechorgie! Im Krawall-Shooter Hard Reset schrotten wir Roboter im Minutentakt. Die Entwickler von Flying Wild Hog besinnen sich dabei auf die Genretradition, und die heisst nun mal: ballern, bis die Tastatur den Geist aufgibt. Bereits seit September 2011 ist das Spiel bei Steam erhältlich und avancierte binnen kürzester Zeit zum Geheimtipp. Die überarbeitete Extended-Edition liefert nach einem halben Jahr neue Inhalte und soll die Fehler ausmerzen, die Fans bisher störten. Wir haben die Waffen durchgeladen. Zeit für ein bisschen Action, Baby!

In naher Zukunft fallen die Maschinen über die Menschheit her und sind gerade dabei, die letzte Bastion des Planeten zu erobern: die Stadt Bezoar. Hier kämpfen die letzten Überlebenden verbittert um ihr Schicksal. Doch nur einer unter ihnen hat es so richtig drauf. Unser Held und erprobter Kampfspezialist Major Fletcher ist eine Ein-Mann-Armee, die ohne mit der Wimper zu zucken ihre Feinde zu Altmetall verarbeitet. Ihr Ziel: eine geheime Militärbasis. Oder war es doch ein Labor? Wo waren noch mal die KI-Matrizen? Überhaupt: KI-Matrizen? Ach egal, die Handlung spielt sowieso keine Rolle. Nicht umsonst erzählt Hard Reset seine Geschichte mit gewöhnungsbedürftigen Comicstrips, die eigentlich nur dazu dienen, die Ladepausen zu verkürzen.



Primitiv, altmodisch, klassisch

Worum es indes wirklich geht, sind gnadenlose Feuergefechte, gewaltige Explosionen und infernalische Effektgewitter. Oder anders: Hard Reset ist ein Action-Overkill erster Güte. Alle paar Meter triggern neue Feindhorden, die wir mit purer Waffengewalt in ihre Einzelteile zerlegen. Dabei geht Major Fletcher nicht gerade zimperlich vor. Überall in der Spielwelt lassen sich Benzinkanister, Gasflaschen und Stromkästen finden, die wir in das Chaos einbeziehen. So lassen wir die Meute blind in unsere Richtung stürmen und ballern im richtigen Moment auf das Ölfass. Was folgt, ist ein Inferno aus zuckenden Blechbüchsen, herabregnenden Trümmern und kokelnden Wrackteilen. Nichts für Zimperlichen!

Und auch nichts für jene, die auf gehaltvolle Dialoge stehen. Der Major hat nämlich ausser seinem Vorgesetzten niemanden, mit dem er über seine Erlebnisse sprechen könnte. Dementsprechend platt bleiben auch die Figuren. Wobei: Um ehrlich zu sein, gibt es ja auch nur uns. Die Stadt Bezoar liegt zu weiten Teilen in Trümmern - die Menschen sind längst gestorben oder geflohen. Hard Reset zeichnet hier ein düsteres Science-Fiction-Szenario im Cyberpunk-Stil, nimmt sich aber keine Zeit, um eine packende Atmosphäre aufzubauen. Aber mal ehrlich, wer spielt schon Serious Sam, Painkiller und Konsorten aufgrund ihrer gehaltvollen Geschichte?

Der Vergleich mit der Konkurrenz kommt nicht von ungefähr, denn auch Hard Reset ist ausgesprochen altmodisch; ein Shooter der ganz alten Schule. Anders als heutzutage üblich, regeneriert unsere Lebensenergie nämlich nicht automatisch. Stattdessen sind wir gezwungen, Munitions- und Heilpäckchen aufzusammeln. Auch kriechen, schleichen oder hinter Kisten in Deckung gehen kann unser Held nicht. Es gibt noch nicht einmal eine Taste zum Nachladen. Wäre im Dauerfeuer ja auch mühselig. So ballern wir, bis uns die blauen Bohnen ausgehen und wir in irgendeiner Levelecke Nachschub erhalten.


Hard Reset
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Mirco Kaempfer

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Mirco Kaempfer am 21 Mrz 2012 @ 14:55
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