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Machinarium: Review

  Personal Computer 

Adventures bedeuten ausufernde Dialoge, endlose Textwüsten und ausgiebigen Gebrauch der rechten Maustaste? Das muss nicht immer so sein! Das mit dem "Excellence in Visual Art"-Preis des diesjährigen Independent Games Festival ausgezeichnete Werk Machinarium des Indie-Entwicklers Amanita Design schmeisst zahlreiche Genrekonventionen über Bord. Ob das gutgehen kann?

Es ist einfach nicht der Tag von Josef. Vollkommen schuldlos wirft ihn die Müllabfuhr ausserhalb seiner Heimatstadt höchst unsanft auf einen Schrottplatz, wobei er einen Arm, ein Bein und sogar seinen Kopf verliert! Aber keine Panik, Josef ist ein Roboter, dem das deshalb nicht allzu viel ausmacht. Ausserdem ist er der Typ Roboter, der die Sachen beziehungsweise Gliedmassen selbst in die Hand nimmt und wieder in Ordnung bringt. Dazu muss er aber erst mal wieder zurück in seine ausschliesslich von mechanischen Wesen bewohnte Heimatstadt gelangen, was sich als schwerer erweist, als erwartet. Und dann gilt es ja auch noch aufzuklären, was überhaupt geschehen ist. Ihm dabei zu helfen ist die Aufgabe des Spielers in dem Point-and-Click-Adventure Machinarium.

Die tschechischen Entwickler von Amanita Design haben sich zuvor mit den beiden Samorost-Teilen einen Namen gemacht, und auch ihr neuestes Werk spielt sich fast genauso: Vor handgezeichneten Hintergründen klickt ihr den Held wider Willen durch den Bildschirm, nehmt Objekte auf, kombiniert diese in eurem Inventar und benutzt sie mit der Umgebung. All dies geschieht dabei ausschliesslich mit einem einfachen Klick auf die linke Maustaste. Da zudem die Anzahl der verwendbaren Gegenstände ebenso beschränkt ist wie die der begehbaren Szenen - zu Beginn gibt es sogar jeweils nur eine einzige Umgebung zur Zeit -, könnte man denken, dass das Spiel dadurch sehr einfach wird. Einfach alles durchklicken und fertig.

Dies wird aber alleine schon dadurch unterbunden, dass Josef Objekte überhaupt nur dann als interagierbar wahrnimmt, wenn sie sich direkt in seiner Greifweite befinden. Mit diesem Kniff gewinnt eine besondere Fähigkeit von Josef an Bedeutung: Er kann sich auf Knopfdruck strecken und stauchen, und somit an vorher unerreichbare Umgebungselemente gelangen. Neben der rein physikalischen Einschränkung der Umgebung sorgen aber auch die zahlreichen Minispiele und Logikrätsel dafür, dass Machinarium alles andere als einfach ist. Von klassischen Verschiebepuzzles über Kombinationsrätsel bis hin zu einer fahrradbetriebenen Automatenversion von Space Invaders und einer Partie Fünf-in-einer-Reihe gegen eine - im wahrsten Sinne des Wortes - künstliche Intelligenz reicht hier das abwechslungsreiche Repertoire.

Tatsächlich ist es so, dass viele der Rätsel eher echte Kopfnüsse sind. Dies liegt zum Teil schlicht daran, dass man oft gar nicht weiss, was man als Nächstes in dem momentanen Raum machen soll und welche Objekte einem dafür zur Verfügung stehen. Oft sind es aber auch die Rätsel an sich, die einem dadurch zu schaffen machen, dass sie ausgetretene Genrepfade verlassen und so manches Mal herzerfrischend anders sind. Hat man die Lösung dann endlich gefunden, lässt sich eine heimliche Freude oft nicht verbergen. Und die Erkenntnis, wie angestaubt viele der Rätsel sind, auf die man sonst so in Adventures trifft. Wir belassen es hier bei vagen Andeutungen, um nicht zu viel zu verraten.

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Jan Gieseler

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Jan Gieseler am 14 Nov 2009 @ 14:54
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