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Moebius - Empire Rising: Review

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Jane Jensen trägt eine schwere Bürde. In den 1990er-Jahren flossen der amerikanischen Schriftstellerin jene Mystery-Geschichten aus der Feder, die der Gabriel-Knight-Serie von Sierra Entertainment zum Durchbruch verhalfen. Doch der Ruhm als Spieldesignerin schwindet, nach 20 Jahren ist die Adventure-Trilogie kaum mehr als ein blasses Abziehbild vergangener Tage. Moebius: Empire Rising soll mit einer packenden Verschwörungsgeschichte in Gabriels Fussstapfen treten, stolpert aber über seine eigenen Schnürsenkel.

Malaki Rector ist ein eigenartiger Mann: schlaksige, drahtige Figur, knöchrige Hakenschultern, die Haare streng zum Scheitel gekämmt. Wenn er nicht verstaubte Porzellanfiguren oder schillerndes Königsgeschirr beäugt, schluckt er Aspirin und textet auf seinem Smartphone. Malaki Rector ist Antiquitätenhändler und verdient sein Geld mit seiner herausragenden Intelligenz und seinem bemerkenswerten historischen Gedächtnis. Seinem analysierenden Blick entgeht nichts. Keine Schramme, kein Oxidationsfleck. Replikate enttarnt er binnen Sekunden als Fälschung. Eine Fähigkeit, die Malaki einzigartig macht - und die das Interesse einer geheimen Organisation geweckt hat.

Moebius - Empire Rising Bild

Anfangs spannend, später zermürbend

Zu Beginn von Moebius: Empire Rising nützt dem schnieken Anzugträger nämlich auch seine Cleverness nichts. Ein Antiquitäten-Deal läuft aus dem Ruder, zusammengeschlagen kehren wir nach New York in unser Geschäft zurück. Dort wartet gleich der nächste Auftrag. Ein mysteriöser Mann im Rollstuhl ordert uns in sein Apartment und bringt den narrativen Stein ins Rollen. In Venedig wurde eine junge Frau ermordet, deren Lebensgeschichte womöglich mit dem Lebenslauf einer historischen Figur übereinstimmt. Malaki soll die Kopfnuss mit seinem messerscharfen Verstand knacken - und wird in eine Verschwörungsgeschichte verstrickt, die nicht nur seine eigene Zukunft, sondern die der ganzen USA auf den Kopf stellt.

Anfangs tritt Jane Jensen aufs Vollgas, lässt aber bereits im dritten Akt die Kupplung schleifen. Nachdem wir den Mord in Venedig aufgeklärt haben, sollen wir weitere Fälle bearbeiten. So verschlägt es uns nach Kairo sowie nach Paris, wo wir Gegenstände inspizieren, mit Leuten plaudern und in fremden Privatsachen herumschnüffeln, um so mehr über die jeweiligen Zielpersonen herauszufinden. Die spannende Detektivarbeit fördert aber mehr Fragen als Antworten zutage, stundenlang hecheln wir der vermeintlichen Lösung hinterher. Erst im zweiten Spieldrittel rückt die Handlung mit der titelgebenden Moebius-Theorie heraus, die wir uns bis dahin beinahe selbst zusammengereimt haben. Hier hätte uns die gute Jensen schon viel früher einen Knochen zuwerfen müssen. So aber verrennen wir uns nach dem leckeren Appetitanreger in einer politischen Geschichte, die uns Kapitel für Kapitel mit mässig spannenden Cliffhangern vertröstet. Da passt es ins Bild, dass der grosse Knall am Ende ausbleibt.

Moebius - Empire Rising
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Mirco Kaempfer

Moebius---Empire-Rising


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Mirco Kaempfer am 27 Apr 2014 @ 16:34
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