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MotoGP 08: Review

  Personal Computer 

"Fahrradfahren verlernt man nicht", lautet eine alte Binsenweisheit. Genauso ergeht es einem alten MotoGP-Veteranen, der sich bei der aktuellen Version auf eine Maschine setzt und einfach mal drauflos fährt. Kurzum: Wer von euch einen der vorherigen Teile gespielt hat, wird sich ohne Einarbeitungszeit sehr rasch zurechtfinden.

In der Karriere laufen die Rennwochenenden stets nach dem gleichen Rhythmus ab. Zunächst absolviert ihr einige Trainingsrunden, um den Streckenverlauf besser kennenzulernen und die Ideallinie auszumachen sowie das Setting des Motorrads einzustellen. Reifenmischung, Radstand und Bremsbalance können so beispielsweise massgeblichen Einfluss auf die Rundenzeiten haben. Anschliessend gebt ihr in der Qualifikation entsprechend Gas, um eine optimale, schnelle Runde hinzulegen. Erst dann startet ihr in das eigentliche Renngeschehen. Von drei Runden bis hin zu korrekter, realistischer Rundenzahl fahrt ihr dabei gegen die KI.

Auf den Strecken geht es dann derbe zur Sache. Selbst mit einer vergleichsweise kleinen 125ccm-Maschine verfallt ihr sehr rasch in einen wahren Geschwindigkeitsrausch, dem lediglich die Fliehkraft und der fehlende Asphalt neben der Strecke Einhalt gebieten. Das geradezu berauschende Gefühl wird durch einen leichten Verwischeffekt zusätzlich verstärkt. Dabei werden Streckenelemente und der Asphalt sowie die Kontrahenten mit einem Weichzeichner und anderen Effekten etwas verzerrt dargestellt, so dass man tatsächlich das Gefühl hat, man würde mit 250 Sachen über den Strassenbelag brettern. Fehlt eigentlich nur noch der Gegenwind, der am Körper reisst. Geschmeidig wirken Animationen des Fahrers, und auch die Bewegungen der detailliert modellierten Motorräder samt Strassenlage muten authentisch an.

Werfen wir einen Blick auf die KI des Spiels, kommt gleich die alte Frage auf, die MotoGP-Spieler seit Jahren beschäftigt: Hat Entwickler Capcom endlich die Gummiband-KI vergangener Tage beseitigt? Ja, hat er teilweise. Denn wo in früheren Versionen gegnerische Fahrer in der Qualifikation und in den Rennen regelrecht auf euch gewartet haben, ziehen sie nun allmählich davon, wenn ihr zu oft von der Strecke abkommt. Dies gilt aber nicht für die unteren Schwierigkeitsgrade, hier ist es selbst nach erheblichen Fahrfehlern noch zu leicht, wieder an das Feld aufzuschliessen. Ihr könnt kaum ein Rennen verlieren, zumindest nicht in den beiden unteren Schwierigkeitsgraden.

Dabei sind die Rennfahrer auf den anderen Maschinen sonst gar nicht so zimperlich und versuchen auch mal, euch vehement von der Strecke zu rempeln, wenn es ihnen zu bunt wird. Gemein daran ist letztlich, dass ihr wie wild durch die Gegend fliegt, während eure Gegner es wie ein Wunder noch schaffen, auf dem Motorrad zu bleiben und euch kurzzeitig davonzuziehen. Etwas besser gewichtete Schwierigkeitsgrade wären wünschenswert gewesen, denn im leichtesten der Modi könnte auch ein absolut blutiger Anfänger zum Sieg fahren, selbst wenn er das erste Mal vor einem Rennspiel sitzt. Das kann es doch dann auch nicht sein. Bei einem Arcade-Racer hätten wir uns auch gar nicht darüber geärgert, doch bei einem Spiel mit dem Anspruch einer Rennsimulation sorgt die KI dann schon für verärgertes Stirnrunzeln unter dem Schutzhelm.

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Markus Grunow

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Markus Grunow am 12 Nov 2008 @ 00:01
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