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NHL 2004: Review

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Lecker Eis!

Optisch bietet sich uns ein spektakuläres Bild. Da setzt der gegnerische Verteidiger einen Ellbogencheck im neutralen Drittel an, unser Stürmer wird von der Wucht auf das Eis befördert und krümmt sich vor Schmerzen. Beim nächsten Angriff entwischen wir endlich unserem ständigen Bewacher und gehen alleine auf das Tor zu. Doch mit einem gewagten Hechtsprung und unfairen Stockeinsatz kann uns ein Verteidiger gerade noch am Schuss hindern. Das sieht nicht nur spektakulär aus, es lässt vor allem erheblich weniger Alleingänge in den höheren Schwierigkeitsgraden zu, die in den vergangenen Jahren stets ein Ärgernis waren. Ein Leckerbissen ist die Spieldarstellung in den verschiedenen Stadien, hier nähert sich NHL der Klassegrafik aus der NBA-Serie gewaltig an. Die Eisfläche zerkratzt in den Dritteln zusehends, spiegelnde Hallenlichter und Spieler verschwinden allmählich unter der milchigen Oberfläche. Eine ?La-Ola-Welle? brandet durch das Stadion, begeisterte Zuschauer - die diesmal aus Polygonen bestehen und sogar Fan-Trikots tragen - feiern ihr Team. Das macht sich dann auch akustisch bemerkbar. Sprechchöre oder Buhrufe schallen durch die Hallen, je nach Spielsituation, versteht sich. Der englische Kommentar ist im Gegensatz zum Vorjahr sachlicher und professioneller gestaltet worden. Dennoch entstammen viele der Phrasen aus dem Vorjahresspiel.

Doch einige Bugs fielen uns leider dennoch auf. In den Wiederholungen stören zahlreiche Clippingfehler den positiven Gesamteindruck, der Kommentator lobt den falschen Torwart, es sind Kleinigkeiten, die sich in der Summe jedoch negativ bemerkbar machen. Richtig ärgerlich ist das schlecht programmierte Blue-Line-Abseits. Berührt der Puck die Linie, wird bereits abgepfiffen, ein Fehler der so noch nie in der NHL-Serie vorkam! Denn nur wenn die Scheibe vollends über der Linie ist müsste abgepfiffen werden ? sofern ein weiterer Mitspieler vor der Scheibe im Drittel ist. In der Testphase fiel uns zudem eine weitere Merkwürdigkeit auf, die wir ebenfalls einem Bug zuschreiben: Es kommt vor, dass ihr nach einem fliegenden Wechsel mit sechs Feldspielern auf dem Eis steht. Das kommt zwar in der Realität gelegentlich auch vor, wird aber blitzschnell von den Referees erkannt und mit einer Bankstrafe geahndet. ?Too many men on the ice?. Da NHL 2004 jedoch nicht darauf reagiert, wird der Fehler erst nach einem erneuten Bully bereinigt, so könnt ihr also in Überzahl ungestraft bis zur Unterbrechung weiterspielen.

Die KI eurer Torhüter macht einen durchwachsenen Eindruck. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass sie zu ungünstigen Momenten aus ihrem Tor herausfahren ? vollautomatisch. Zu häufig passieren euch Eigentore, weil sich eure Goalies zu dämlich anstellen. Richtiggehend ärgerlich ist es, wenn ihr die manuelle Kontrolle über euren Tormann übernommen habt, ein paar Meter aus dem Tor herausfahrt, um einem freistehenden Spieler die Scheibe zuzupassen, und sich der Torhüter plötzlich und ohne Not auf den Puck stürzt, um ihn vor einem vermeintlichen Angreifer zu schützen. Das sieht zwar gut aus und passiert auch im richtigen Eishockey so ? der entscheidende Unterschied ist aber, dass dann tatsächlich ein Gegenspieler auf den Torhüter zufährt!





Wenn ihr euch nach ein paar Friendly-Games stark genug fühlt, schaltet ihr einen Gang höher und startet in der Saison, den Play-offs oder dem neuen Dynasty-Modus. Dieser offenbart euch die Möglichkeit, nicht nur als Headcoach, sondern als General Manager euren Verein an die Spitze zu führen. Dabei seid ihr dann auch für die wirtschaftlichen Belange eures Team verantwortlich und pflegt den Umgang mit Fans und Sponsoren, eine ?Light-Version? einiger Fussballmanager-Elemente wurde somit ins Spiel eingebracht und bereichert die NHL-Serie ungemein. Wer mag, überlässt die Aufstellungsarbeit seinem Assistenten, dieser würfelt die Mannschaft jedoch eher wahllos nach den OVA-Werten zusammen, ein schlechter Rat! Also lieber selbst Hand anlegen und sich persönlich um die einzelnen Reihen und Specialteams kümmern. Die Bearbeitung der Reihen ist jedoch in der Vorgängerversion erheblich benutzerfreundlicher gewesen, was die Nerven des Spielers belastet, da auch die Mauscursor-Abfrage nicht gelungen ist.

Umso erfreulicher, dass ihr in dieser Spielzeit endlich mit Teams aus drei europäischen Ligen auf das Eis fahren dürft. Neben den deutschen Teams dürft ihr auch die finnischen und schwedischen Mannschaften übernehmen, was gerade in selbst erstellten Turnieren für Abwechslung sorgt. Die Schweiz ist mal wieder nur mit ihrer Nationalmannschaft vertreten, die Ligateams fanden leider noch nicht den Weg ins Spiel. Gewöhnungsbedürftig sind einige Bewertungen der Spieler, was sich aber mit dem in Kürze erhältlichen Rooster-Update wieder regeln sollte.


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Admin am 08 Mrz 2005 @ 11:13
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