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NHL 2006: Review

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Powerplay für die gegnerische Mannschaft. Okay, die Situation kenne ich nur zu genau, hinten sicher in der Viereck-Formation stehen, vor dem Tor nichts anbrennen lassen und dem Goalie die Sicht freiräumen. Der Puck fällt, St. Louis kombiniert. Blitzartig zuckt der Puck über das Eis von einem Spieler zum anderen. Ich denke gerade noch darüber nach, welchen Stürmer ich zuerst wegblocken soll, da knallt es auch schon an der Torstange. Bevor ich auch nur daran denke zu reagieren, semmelt mir der Angreifer der St. Louis Blues die Scheibe per Volley voll ins Netz. Die ganze Aktion hat gerade einmal knappe drei Sekunden gedauert.


Willkommen bei NHL 06. Lange hat es gedauert, bis die Testversion bei uns eintrudelte, doch hat dies meine Vorfreude nur noch zusätzlich geschürt. Rasch die DVD ins Laufwerk geschmissen und sich auf das Intro gefreut. Doch statt eines herrlichen Intros mit realen NHL-Szenen der letzten Jahre, wartet nur ein nüchterner Menübildschirm auf mich. Okay, kann man verschmerzen, sofern es auf dem Eis endlich wieder richtiges Eishockey zu sehen gibt. Im letzten Jahr vermiesten uns zwei Dinge den langfristigen Spielspass: Zum einen die überhart agierende KI, bei der jeder Angriff durch viel zu häufige Checks unterbunden wurde. Und zum anderen ein schlechter Netcode, der Online-Spiele nahezu unmöglich machte.

In diesem Jahr spielt sich NHL endlich wieder flüssiger und authentischer. Highlights und Tore müssen wieder erarbeitet werden, die Taktik spielt eine grössere Rolle als im Vorgänger. Der Spielaufbau steht im Vordergrund, insbesondere in Überzahlsituationen wird deutlich, wie realistisch sich die Spieler auf dem Eis verhalten. Kluge Kombinationen führen zu Grosschancen, die Defensive konzentriert sich darauf, den Gegner zu stören, nicht ihn lediglich umzunieten, sobald er in das Angriffsdrittel fährt. Das ist positiv und lässt NHL-Kenner mit der Zunge schnalzen. Die neuen Regeln der NHL werden akkurat umgesetzt, die grottigen Schiedsrichterleistungen aus NHL 2005 gibt es in dieser Form nicht mehr, wenngleich der Auswechselbug beim Icing erneut vorhanden ist. Gerade die neuen Regeln sollen in der bald startenden realen NHL-Saison für mehr Torszenen und natürlich auch für mehr Tore sorgen. EA Sports hat dem bereits Rechnung getragen und lässt euch Tore am Fliessband schiessen.

Denn es gibt auch in dieser Version ein paar Schwächen, die insbesondere erfahrenen NHL-Recken sauer aufstossen. Das Verhalten der Torhüter ist in diesem Jahr bedauerlicherweise überhaupt nicht gut gelungen. Schlagschüsse werden so kaum einmal mit der Fanghand gehalten, sondern stets nur nach vorne oder zur Seite abgewehrt. Übertriebene Butterfly-Parade-Versuche bei Querpässen sorgen dafür, dass achtzig Prozent der vor dem Tor quergespielten Pässe im Netz versenkt werden können. Und bei Alleingängen und Wraparounds reagieren die Keeper viel zu spät, lassen sich die Scheibe am Schoner auf der Aussenseite reindrücken. Toll, dass die Torhüter nach einem kräftigen Schlagschuss auf die Maske nach hinten umkippen und sich erst einmal berappeln müssen. In der realen Welt würde der Schiedsrichter das Spiel jedoch sofort unterbrechen, nicht so in NHL 2006.

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Markus Grunow

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Markus Grunow am 06 Okt 2005 @ 00:06
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