GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Nether: Review

  Personal Computer 

Es ist eine Nether-ending Story. Im vergangenen Februar startete der Survival-Shooter Nether als Konkurrent zu Rust und DayZ in die Early-Access-Phase. Das Spiel war zum damaligen Zeitpunkt in einem katastrophalen Zustand, barg aber enormes Potenzial. Nur zwei Monate später wurde das stark fehlerbehaftete Stück Software für die Fachpresse zum Test freigegeben, ohne auch nur annähernd rund zu laufen, geschweige denn den versprochenen Inhalt zu liefern. Daher entschieden wir uns gegen einen verfrühten Test. Mittlerweile sind zwei weitere Monate ins Land gezogen; Nether hat die Betaphase verlassen und ist offiziell erschienen - ohne Fortschritte.

Die ersten Gehversuche

Dass Nether noch immer in Babyschuhen seine ersten Gehversuche unternimmt, merken wir bereits am Spieleinstieg. Kaum haben wir uns aus einer Handvoll Möglichkeiten einen rudimentären Charakter zusammengeschustert und die Spielwelt betreten, peitscht uns auch gleich ein ferner Schuss wieder ins Koma: Scharfschützen machen sich offenbar einen Spass daraus, hilflose Einsteiger ausserhalb sicherer Zonen auszuknipsen. Beim nächsten Mal sind wir schlauer - und starten in einer sogenannten Savezone, in der uns niemand etwas anhaben kann.

Im Schutze des Startbereichs machen wir uns mit der Steuerung und der allgemeinen Spielmechanik vertraut. Das wäre eigentlich die Aufgabe des mehrstufigen Tutorials, das aber so schlecht und zum Gähnen langweilig ausfällt, dass wir nach wenigen Minuten genervt beschliessen, die Welt auf eigene Faust zu erkunden. Und hier spielt Nether seinen grossen, aber leider auch einzigen Trumpf aus: Die Umgebungen sind beeindruckend, die Atmosphäre raubt uns den Atem. Überall zeugen verlassene Fahrzeuge, überwucherte Ruinen und verwaiste Geschäfte von einer offenbar völlig überraschend zugrunde gerichteten Zivilisation. Auf dem Hinterhof eines Cafés etwa stossen wir auf ein altes, von Pflanzen umschlungenes Klavier, auf dem ein zerzauster Teddybär sitzt. Ein bizarrer Anblick.

Nether Bild
Zu unserem Unbehagen tragen auch die zahlreichen Monster bei, die teils willkürlich auftauchen und über fiese Tricks verfügen. Während sich einige Kreaturen hinterhältig teleportieren und nach uns schnappen oder uns gleich mit ihren Pranken aus den Latschen knüppeln, spucken andere mit Säure oder rufen zur Verstärkung weitere Bestien herbei. Haben wir einmal die Aufmerksamkeit der Viecher auf uns gelenkt, gibt es meist nur zwei Möglichkeiten: kämpfen oder sterben, denn bisher ist es noch recht schwer, den Monstern aus Nether zu entkommen. Immerhin sind Wände und Entfernungen für das teleportierende Gekröse kein Hindernis.

Neben den detaillierten Kulissen machen die Monster den Hauptreiz von Nether aus, nicht zuletzt, weil uns deren markerschütternde Schreie jedes Mal auf Neue entsetzt vorm Bildschirm zusammenzucken lassen. Das ist vor allem der fantastischen Klangkulisse zu verdanken: hallende Schüsse, der säuselnde Wind, das unverkennbare Kreischen der Nether - ein starker Kontrast zur gespenstigen Stille, die beispielsweise in der U-Bahn herrscht. Diese Momente, in denen uns die Kinnlade runterklappt und uns ein wohliger Schauer über den Rücken fährt, währen aber nicht lange, weil sich mit zunehmender Spielzeit immer öfter die Frage stellt: Was haben die Entwickler vier Monate lang gemacht?

Nether
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Mirco Kaempfer

Nether


Nether


Nether


Nether


Mirco Kaempfer am 08 Jul 2014 @ 08:30
oczko1 Kommentar verfassen