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OutRun 2006 - Coast to Coast : Review

  Personal Computer 

Es braucht keinen Michael Schumacher, um einem Ferrari-Fieber zu erliegen. Eigentlich reicht ein Rennspiel mit der entsprechenden Lizenz, guter Grafik und stimmungsvollen Ideen. Ansonsten: Andere Hersteller haben auch schöne Spiele.

1986 legte Sega ein Ei, aus dem gleich mehrere Küken schlüpfen sollten. Mit dem Rennspiel OutRun, das vorerst nur für Spielhallen bestimmt war, führte das japanische Unternehmen erstmals die Verfolgerperspektive im Genre ein. Grafik, Sound und Spielweise setzten neue Massstäbe, an denen sich fortan alle Hersteller bedienen sollten. Per Autoradio durften sich die begeisterten Spieler vor dem Rennen ein Musikstück auswählen. Die meisten davon klangen sogar ziemlich funky. Selbst auf den Spielverlauf hatte man ausreichend Einfluss. Vor einem Checkpoint gabelte sich die Strecke und der Fahrer musste sich für eine Route entscheiden. Meist war eine schwieriger als die andere, doch echte Freaks konnten eh nicht genug von OutRun haben und probierten bis zum Ende einer Etappe gleich alle Routen einfach mal aus. Immer und immer wieder, bis auch die letzte Münze im Automaten verschwand. Die Erlösung gab's erst einige Monate später, in Form eines Out Runs für Heimcomputer.

Das rote Feuer Italiens

Im Klassiker sorgten gleich zwei Schönheiten für das nötige Feuer eines Fun-Racers: Der knallrote Ferrari und eine Blondine auf dem Beifahrersitz. Beide Augenweiden kreischen auch heute noch, zwanzig Jahre später, in Segas Fortsetzung OutRun 2006: Coast 2 Coast. Mit echter Ferrari-Lizenz und der Möglichkeit, sich seinen Wunschferrari aus einem Fuhrpark von fünfzehn Stück auszusuchen. Leider lässt sich die Blondine nicht Probe fahren. Macht aber nichts, denn auf dreissig Strecken und in zahlreichen Spielmodi fährt man auf ganz andere Dinge ab.
Auf OutRun-Meilen beispielsweise. Wer gut fährt, schnell genug durch die Checkpoints gelangt und auch seine Freundin mit riskanten Fahrmanövern begeistern kann, wird mit Meilen belohnt. Eine Art Punktesystem, mit dem sich Extras im Spiel freischalten lassen, wie etwa neue Fahrzeugmodelle oder Streckenabschnitte. Dabei kann's schon mal ziemlich verrückt zugehen. Etwa dann, wenn UFOs über den Strecken kreisen, und mit ihren Strahlen Jagd auf Ferraris machen. Wer gut ausweicht, auf Wunsch der Freundin auch schon mal andere Fahrzeuge von der Strecke rammt, wird mit Punkten belohnt. Und mit einem ziemlich blöden "Juchhuuu!" aus Richtung Beifahrersitz.
Da möchte man am liebsten gleich ne Vollbremsung machen und die blöde Schnalle aus dem Wagen schubsen. Aber wer sich schon auf einen Fun-Racer einlässt, darf sich auch über die eine oder andere Komik im Spiel nicht wundern. Da wäre vor allem das supergeniale Fahrverhalten der Karossen. Vergesst alles, was ihr bisher in Sachen Physik über Fliehkräfte gelernt habt. Hier gelten andere Gesetze! Unkompliziertes Fahren ist zwar möglich, aber genauso unkompliziert wie blöd ist die Realisierung der grafischen Darstellung geworden. Die feuerroten Ferraris schlittern in Extremsituationen wie auf Schienen rutschend und sind dabei fast noch schwieriger von der Fahrbahn zu kriegen, als damals Carrera-Autos. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, man fährt in OutRun 2006 eben eins davon, und keinen Ferrari. Und dann diese schrecklich-grausamen Visualisierungen der Unfälle. Wer es tatsächlich schafft, mal mit voller Wucht in die Leitplanke zu rasseln, bewirkt sogar einen Überschlag des Fahrzeugs. Das sieht aber weder besonders schön noch irgendwie realistisch aus. Sichtbare Schäden am Fahrzeug gibt's auch nicht. Dann und wann fliegen vielleicht mal ein paar Funken vom Blech - grob gerammte gegnerische Fahrzeuge verabschieden sich einfach durch Überschläge, flackerndes Blinken und verpuffen im Nichts. So viel Retro hätte nun echt nicht sein müssen.

OutRun 2006 - Coast to Coast
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Thomas Richter

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Thomas Richter am 09 Jul 2006 @ 15:16
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