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Patrizier IV: Review

  Personal Computer 

Stolze zehn Jahre sind seit Patrizier II vergangen, was Fans der ehemals berühmten Wirtschaftssimulationsreihe sicher nicht erfreut haben dürfte. Kalypso Media ist es zu verdanken, dass die legendäre Marke aus Deutschland nach der Insolvenz des Entwicklers Ascaron wieder zu neuem Leben erweckt wurde. Der Publisher übersprang im deutschsprachigen Raum den dritten Teil, da in den USA ein Patrician III, bestehend aus Patrizier II und der Erweiterung Seeräuber der Hanse, veröffentlicht wurde. Folglich steht jetzt Patrizier IV in den Ladenregalen, um alte wie neue Genrefreunde zu begeistern.

Aller Anfang ist nicht schwer

Kennt man Patrizier II, kennt man auch Patrizier IV. So einfach könnte man den neuesten Teil von den ehemaligen Ascaron-Entwicklern bei Gaming Minds beschreiben. Tatsächlich hat sich spielerisch nur sehr wenig getan, vielmehr wurde an einigen Ecken etwas gefeilt, eine Online-Aktivierung eingeführt und die Grafik etwas auf Vordermann gebracht. Aber was genau gibt es denn überhaupt zu tun? Im Mittelalter Europas beginnt man sein Abenteuer als kleiner Händler, der seine grosse Chance gekommen sieht. Mit einem winzigen Handelsschiff, etwas Bargeld und einem Kontor in seiner Heimatstadt macht er sich auf, um die Meere für sich zu entdecken und emsig Handel zu treiben.

Vor allem Anfänger wird es freuen, dass sie in der stimmigen Kampagne sehr gut eingeführt werden. Ohnehin könnte man den vermeintlichen Hauptbestandteil des Spiels als ausschweifend umfangreiches Tutorial bezeichnen, denn in Form eines Erzählers und zahlreicher Videos werden alle noch so kleinen Spielelemente von Patrizier IV erläutert. Für Profis, die Patrizier II kennen, wird weitestgehend nichts Neues vermittelt, insgesamt ist der Titel dadurch viel einsteigerfreundlicher als seine Vorläufer. Dass Laien erstmals an die Hand genommen werden, verdeutlichen ebenso die Hilfen in sämtlichen der zahlreich vorhandenen Menüs. Experten können dies getrost ignorieren und nur bei Lust und Laune die Kampagne starten. Spannender ist wie gewohnt das Endlosspiel mit wählbaren Herausforderungsstufen.

Alte Liebe rostet nicht

Im eigentlichen Spiel dreht sich, typisch für das Genre, alles um den Kauf und den Verkauf von Waren. In allen 32 Städten werden bestimmte Produkte wie Bier, Met, Felle, Fleisch, Holz, Steine und Hanf produziert oder von den Bewohnern gewünscht. Im Kern muss man also Waren in A günstig erwerben, um diese gewinnbringend in B an den Mann zu bringen. Da Lübeck, Brügge und Nowgorod bekanntlich sehr weit voneinander entfernt sind, kommen Schiffe zum Einsatz. Zu Beginn verfügt man über eine kleine Schaluppe, die entweder manuell oder mittels der gegenüber Patrizier II überarbeiteten und verbesserten Routenplanung automatisiert in andere Häfen geleitet wird. Es ist sogar möglich, den Kapitän des Schiffes dazu zu bewegen, selbständig mit Gütern zu handeln, was letztendlich viel Zeit und Klickerei spart. Richtige Profis machen das natürlich alles selbst.



Hat man die ersten wirtschaftlichen Erfolge erzielt, offerieren sich neue Chancen: Steigt man durch guten Handel im Ansehen in der Heimatstadt, darf man später Mitglied der ortsansässigen Gilde oder gar der Hanse werden. Dies ermöglicht das Produzieren von Bier und Kleidung oder das Annehmen des Bürgermeisteramtes. Vor allem nach etlichen Stunden, wenn man an Einfluss gewonnen hat, erhöht sich der Grad der Herausforderung deutlich: Mehrere Schiffskonvois verlangen nach effizienten Handelsrouten; die Städte benötigen bestimmte Waren; Probleme wie Piraten oder Seuchen erschweren den Alltag, und Aufträge der Hanse wollen ebenfalls bewältigt werden. Schön ist hierbei, dass man sich trotz der zahlreichen und häufig unübersichtlichen sowie verwirrenden Menüs nur selten überfordert fühlt; Einsteiger wachsen also mit den Herausforderungen. Eine wunderbare Lernkurve zeichnete die Patrizier-Serie aus, bei Teil 4 ist das nicht anders.

Patrizier IV
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Sven Wernicke


Patrizier-IV


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Sven Wernicke am 06 Sep 2010 @ 19:29
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