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Port Royale 3: Review

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Aus der Insolvenzmasse von Ascaron pickte sich Kalypso Media nicht nur die alte Wirtschafts-Sim-Reihe Patrizier, sondern auch Port Royale. Beide Serien besassen schon immer etliche Parallelen, und das ist bei dem jetzt erhältlichen Port Royale 3 nicht anders. Im Herzen des Spiels schlägt sichtlich ein Patrizier IV. Zum Glück gibt es aber etliche Elemente, die Genrefreunde bei der Stange halten und jede Menge Spass bereiten!


In die Karibik

Zehn Jahre nach Port Royale 2 wagt Kalypso Media nun den Neustart mit der Fortsetzung. Vorkenntnisse werden nicht abverlangt, was vielleicht besser so ist. Teil 3 orientiert sich sehr an dem Vorgänger, zumindest bezogen auf die erstaunlichen Möglichkeiten in der Karibik des 17. Jahrhunderts. Bevor man nach und nach die Spieltiefe des Titels kennenlernt, sollte man sich für eine Karriere entscheiden: Möchte man Abenteurer oder Händler werden? Obwohl die Auswahl des Geschlechts in Texttafeln angeboten wird, ist es nicht möglich, diese Option anzuklicken. Also macht man sich ausschliesslich als angehender männlicher Held auf, um entweder durch Seeschlachten oder Kaufmannsgeschick die Herausforderungen zu meistern. Wirklich schön: Beide Kampagnen besitzen eine eigene Geschichte, die in Form eines wunderbaren Erzählers in Kombination mit liebevoll gezeichneten und dezent animierten Bildern vermittelt wird. So entsteht schnell Freude beim Folgen der Geschichte und Meistern der durch einen Berater erteilten Aufträge. Entfernt erinnert dies an die früheren Anno-Teile, wie so einiges in Port Royale 3.

Empfehlenswert ist der Start als Händler, denn recht ruhig und an sich auch sehr simpel wird man an die komplexen Mechanismen von Port Royale 3 herangeführt. So geht es in dem ansehnlichen Karibikreich vergangener Tage in der Ortschaft Port Royale los. Ziel ist es, wie kann es anders sein, Handel zu betreiben. Dazu schnappt man sich sein Schiffchen und schippert los. Erste Städte sind auf der Kartei markiert, weitere entdeckt man recht schnell. In der einen ist Zucker günstig, in der anderen wird es benötigt. Hanf, Holz, Seile, Mais, Getreide, Lehmziegel und zig andere Baumaterialen sowie Lebensmittel erwirbt man mit dem Startkapital, um sie möglichst mit viel Gewinn an anderer Stelle zu verkaufen. Etwas frech: Das Grundkonzept wurde quasi 1:1 aus Patrizier IV übernommen, sowohl was die Waren und die Preise als auch das Angebot und die Nachfrage betreffen. Teilweise stimmen sogar die Preise fast überein (etwa bei Holz und Rum). Dabei ist Port Royale 3 sogar viel einfacher, wenn man den Wirtschaftskreislauf und die Offerten der sehr nahe beieinanderliegenden Städte verstanden hat. Letztlich kann man so feste Routen abfahren, Produkte erwerben und sie dort verscherbeln, wo sie gebraucht werden. Abgesehen von Zufallsereignissen wie Seuchen oder Hungersnöten sind die Vorlieben und Angebote der Städte relativ statisch.

Es wird schwieriger

Hat man die ersten hundertausend Euro ... ähm ... Gold beisammen und wurden die frühen Aufgaben erfolgreich abgeschlossen, zieht der Schwierigkeitsgrad dezent an. Sobald man in Städten Produktionsanlagen und Wohnhäuser aufbaut, muss man sehr mit dem zur Verfügung stehenden Budget haushalten. Durch Wartung, Rohstoffeinkauf, leerstehende Gebäude und andere Aspekte entstehen nicht zu unterschätzende Kosten, welche durch Cleverness reduziert werden können und müssen. Ziel ist es hier, in dem einen Ort beispielsweise Holz abzubauen, in dem anderen Zucker, und beide Waren dorthin zu verfrachten, wo diese für die Herstellung von Rum benötigt werden. Je effektiver man seine Schiffskonvois delegiert, desto billiger wird am Schluss die Herstellung des Alkohols - und damit steigt der Profit beim Verkauf, eventuell in weiter entfernten Gebieten.

Das ist nur ein grobes Beispiel. Noch komplexer wird es, wenn man in fünf, sechs Städten mehr als 20 Anlagen verwaltet, 30 Konvois kontrolliert und nebenbei noch mit einem freien Boot Arbeiter in die Städte schippert, wo sie gebraucht werden. Auf Wunsch nimmt man in Tavernen Aufträge an, schlägt sich mit Piraten herum oder sucht mit einer Schatzkarte nach Kostbarkeiten. Das Handbuch umfasst über 50 Seiten und erläutert glücklicherweise auch so manche Feinheiten. Das ist gut so, denn trotz unzähliger Hilfen, Tipps, Videos und Ratschläge direkt im Spiel entstehen hier und da Fragen - beispielsweise, wo und wie man Siedler als Arbeiter gewinnt. Es sei aber betont, dass dies nur die Ausnahme ist. Wer Patrizier IV und auch Port Royale 2 kennt, wird sowieso schnell zurechtkommen.

Port Royale 3
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Sven Wernicke


Port-Royale-3


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Sven Wernicke am 02 Mai 2012 @ 10:17
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