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Prime Time - Der Fernsehmanager: Review

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Alle paar Jubeljahre versucht sich ein Entwicklerstudio an einem zeitgemässen inoffiziellen Nachfolger des Klassikers Mad TV. Nachdem derartige Versuche bisher aber eher scheiterten, versucht sich jetzt das Langener Team von Limbic Entertainment an einem Fernsehmanager, der immerhin unter dem Label des Kölner Privatsenders RTL erscheint. Ob diese zweifelhafte Lizenz abermals für eine Spielspass-Gurke sorgt oder das Zutun von RTL vielleicht gerade in diesem Fall der richtige Schritt war, zeigt unser Test.

Surrealismus im Blickfeld

Zunächst einmal sollte man das bunte RTL-Logo auf der Packung von Prime Time nicht überbewerten. Im Spiel tritt der Spieler einen leitenden Posten im fiktiven Fernsehsender entertain-TV an und muss in der wiederum fiktiven Stadt Blickfeld mit drei weiteren - richtig - fiktiven Fernsehsendern konkurrieren. Auch die Serien- und Filmformate, die der Spieler im Archiv des Senders findet, sind von den Programmierern völlig frei erdacht worden. So heissen die Samstag Abend-Blockbuster nicht "Matrix" oder "Herr der Ringe", sondern "Gerda zündelt" und "Hochzaidd uff Hessisch", die Top-Serien nicht "Alarm für Cobra 11" sondern "Dachgedanken" und die Infoformate nicht "RTL Aktuell" sondern "Magazin mit Salewski". Wer also erwartet hat, "DSDS" auf einen anderen Sendeplatz verfrachten zu können oder "Einsatz in 4 Wänden" an VOX verkaufen zu dürfen, der wird in dieser Hinsicht leider etwas enttäuscht.

Dafür überrascht der spielerische Tiefgang des Managerspiels äusserst positiv, denn so ziemlich an jeden Aspekt wurde gedacht. Der Spieler hat also im Laufe seines Arbeitstages, der täglich von 18 Uhr bis 1 Uhr nachts geht, eine ganze Menge zu tun. Serien und Filme müssen gekauft oder verkauft werden, Werbekampagnen für den Sender wollen in Auftrag gegeben werden und Werbeverträge mit Sponsoren werden an Land gezogen, die dann auch tunlichst erfüllt werden sollten. Ganz nebenbei soll die Sendezentrale mit besserer Technik und neuen Studios erweitert werden, die Mitarbeiter müssen im Auge behalten werden und das alles ist natürlich für die Katz, wenn das eigens zusammengestellte Wochenprogramm miserable Quoten einfährt. Klingt äusserst komplex, ist es auch.

TV-Planung für Experten

Der Spieler hat also bereits an seinem ersten Spieltag alle Hände voll zu tun. Da das spielinterne Tutorial lediglich pro Spieltag eine neue Infomail mit hilfreichen Tipps auf den virtuellen PDA des Spielers schickt, fühlt man sich zu Beginn tatsächlich recht überfordert. Vor Spielbeginn empfiehlt sich also dringend ein Blick in das mit Informationen prall gefüllte fünfzig-seitige Handbuch. Wer das grob überflogen hat, tut sich schon mal deutlich leichter.

Die Arbeitswoche im Spiel dauert von Montag bis Sonntag, jeder Spieltag beginnt, wie bereits erwähnt, um 18 Uhr. Dabei hat der Spieler keine strikten Vorgaben, was er an welchem Tag machen sollte, auf die wichtigsten regelmässigen Termine weist aber der Terminkalender im Computer hin. Fixtermine sind dabei das wöchentliche Meeting mit dem Chef am Montag sowie der Freitag als spätester Termin zur Veröffentlichung des Programms für die nächste Kalenderwoche. Bei jedem Montags-Meeting hält der Boss seinen neuen Angestellten auf dem Laufenden, zeigt sich zufrieden oder erzürnt angesichts der Bilanz der Vorwoche und erteilt dem Spieler Aufträge, die bis zu einem bestimmten Tag erfüllt sein müssen. Am Anfang beziehen sich diese Aufträge eher auf den Senderausbau, später gilt es dann auch, bestimmte Mindestquoten zu erzielen oder ähnliche Vorgaben zu erfüllen.

Lass mal gucken, was heute läuft

Da sich der Sender zu Beginn des Spiels keinen eigenen Programmdirektor leisten kann, muss sich der Spieler in den ersten Spielwochen auch um diesen zeitintensiven Job kümmern. Für jeden Tag der Folgewoche müssen also alle Timeslots gefüllt werden, damit wenige oder gar keine Sendepausen entstehen. Dabei sollte der Spieler möglichst auf alle Gesellschaftsschichten der Stadt und deren unterschiedliche Erwartungen an das Programm eingehen. Die jungen Leute freuen sich über Action und Comedy, die gesittete Oberschicht sieht gerne Anspruchsvolles und die klassische Kleinstadt-Familie freut sich über Shows und kindgerechte Filme. Es muss also wohlüberlegt sein, welches Format mit welchen Schwerpunkten man an welchem Tag und zu welcher Zeit ins Programm nimmt. Das wäre an sich schon ein Fulltime-Job, doch auch die Werbung muss korrekt platziert sein, da jeder Werbepartner unterschiedliche Bedingungen an die Ausstrahlung seiner Spots knüpft. Der Gruselcomic-Hersteller will seinen Spot beispielsweise nur zwischen 18 und 20 Uhr im Programm sehen und möchte, dass das Programm in dieser Zeit einen Marktanteil von mindestens acht Prozent erzielt. Innerhalb der Vertragslaufzeit von zwei Wochen sollen insgesamt zehn seiner Spots im Programm sein und diese Bedingungen erfüllen. Das klingt happig, ist aber bei nur einem Werbepartner noch recht überschaubar. Kompliziert wird es dann, wenn vier unterschiedliche Werbepartner auf die gewinnbringende Ausstrahlung ihrer Spots warten - und jeder nicht erfüllte Werbevertrag kostet eine saftige Konventionalstrafe.

Prime Time - Der Fernsehmanager
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Tobias Kuehnlein

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Tobias Kuehnlein am 27 Apr 2006 @ 21:57
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