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Reign - Conflict of Nations: Review

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Europas Vergangenheit ist geprägt vom Zwiespalt kleiner Fürstentümer und etwas grösserer Königreiche. Das einzige Mal, dass es so etwas wie eine echte europäische Einheit gegeben hätte, ist mittlerweile gut 2.000 Jahre her und war damals auch nur unter der Herrschaft der Römer möglich. Nachdem der Weltgeist im Norden Europas die Biege machte, herrschen Krieg, Armut und fragwürdige Regierungsmethoden. Wer glaubt, im modernen Europa sei ja so etwas gar nicht mehr der Fall, möge einen Blick nach Weissrussland oder auf den Balkan werfen. Wie würde man selbst regieren und reagieren? Hätte man als Herrscher die virtu und fortune (Machiavelli - Il Principe), die zerstrittenen Adelsgeschlechter zu einigen? Und wenn ja, wie würde man das bewerkstelligen? Seit vielen, vielen Jahren versuchen sich einige Strategiespiele/-schwergewichte in der Beantwortung dieser Fragen. Am bekanntesten dürften wohl Europa Universalis III und Hearts of Iron III von Paradox Interactive sein. Und nun schickt sich Reign - Conflict of Nations an, diese machtpolitischen Fragen erneut zu beantworten.

In Osteuropa ist die Hölle los!

Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch wenn "Nations" im Titel vorkommt, geht es nicht um die Erschaffung eines Nationalstaates - die Errichtung eines solchen ist ein Phänomen des 18. und 19. Jahrhunderts, während Reign im 14. Jahrhundert startet. Und auch ist es kein klassisches Strategiespiel, sondern mehr eine stressige Arbeit, die vor einem liegt. In bester Tradition eines Europa Universalis gilt es nicht, möglichst schnell viele Einheiten aufeinanderzuhetzen, sondern durch besonnene Diplomatie und Schmieden von Bündnissen zunächst den eigenen Status quo zu verteidigen. Dabei hat man die Auswahl aus gut 30 osteuropäischen Fürstentümern zur Zeit des Schwarzen Todes - im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem Hause Paradox ist es nicht möglich, sich den ganzen Globus zu unterwerfen, und zudem sind die historischen Wendungen und Charaktere nicht en detail nachgezeichnet. Auf viele Ereignisse hat der Spieler schlicht keinen Einfluss.

Was nicht heisst, dass Reign - Conflict of Nations erheblich simpler wäre als andere Genrekollegen. Auch hier gilt es, sich mit einer Masse an Menüs vertrautzumachen und die einzelnen Aspekte des Spiels als komplexes mechanisches Gebilde zu begreifen, bei dem ein Zahnrad in das andere greift. Die diplomatischen Beziehungen mit den Nachbarn hängen stark von euren ökonomischen Faktoren ab, welche wiederum Ausdruck von der Attraktivität eurer Städte sind. Um viele Bürger anzusiedeln, baut ihr Schmieden, Häuser, Kirchen, Schulen. So sorgt ihr dafür, dass die Wirtschaft floriert, die Bildung einen hohen Stellenwert einnimmt und die Armee auch ohne finanzielle Hilfe Dritter ausgehoben werden kann, um den Gegner einzuschüchtern oder - im schlimmsten Fall - zu überrennen. Hier schliesst sich der Kreis, denn eine Kriegserklärung an ein x-beliebiges Land kann auch als Provokation an seine Bündnispartner gewertet werden. Was also tun? Diplomaten entsenden!

Reign - Conflict of Nations
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 11 Mai 2011 @ 08:17
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