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Reservoir Dogs: Review

  Personal Computer 

Nein, keine Umsetzung von Nintendogs. Und auch kein neuer Bildschirmschoner mit virtuellen Haustieren. Ganz einfach das offizielle Spiel zu Tarantinos Kinodebüt von 1992. Gut Ding will eben Weile haben.

Manchmal dauert es eben ein Weilchen, bis ein Spieleentwickler die Lizenz für die Umsetzung eines Kinofilms bekommt. Oder man hat eben vorher einfach keinen Bock drauf gehabt, Tarantinos Erstlings-Kinowerk von 1992 zu verpixeln. Das ist nämlich gar nicht so einfach, bei einem derartig dialoglastigen Film mit wenigen Schauplätzen. Hersteller Eidos hat sich aber endlich daran versucht, die Reservoir Dogs als spielbare Charaktere auf die TFTs zu zaubern. Herausgekommen ist ein äusserst kurzweiliges Spielerlebnis, das Gott sei Dank etwas mehr als der Film zu bieten hat.

Farbe bekennen

Sechs Gangster in Anzügen. Einer cooler als der andere. Eine wahre Identität hat keiner von ihnen. Sie hören auf Pseudonyme wie Mr. Orange, Mr. Pink oder Mr. White. Benannt nach militärischen Kampf- und Entlaubungsmitteln im Vietnamkrieg wie Agent Orange. Tarantino wollte das so. Ebenfalls typisch für den Regisseur ist der nicht-chronologisch dargestellte Handlungsverlauf im Film. Da kommt man als Zuschauer schon mal ins Schleudern, wenn man nicht genau aufpasst. Denn Rätsel wirft das Vorbild von der Leinwand allemal auf. In einem Moment sitzt der Gangster-Trupp noch in einer Bar und quatscht über Madonnas "Like a Virgin". In der nächsten Szene liegt einer der Ganoven angeschossen auf dem Rücksitz eines Fluchtautos. Bloss weg vom Ort des Überfalls. Aber wer hat sich nach dem Auslösen des Alarms die Diamanten geschnappt? Und wer ist der Maulwurf? In einer Lagerhalle kommen nach und nach alle Protagonisten zusammen. Der gemeinsame Überfall, geplant von einem Auftraggeber, ging wohl gänzlich daneben. Gegenseitige Vorwürfe machen sich die Gauner. Was hat Mr. Pink getan? Warum hat Mr. Orange nicht geholfen? Und so weiter. Ein kunterbuntes Durcheinander aus Dialogen. Und ihr mittendrin.

Und zwar mehr als im Film. Spielt der noch die meiste Zeit in der Lagerhalle, besucht ihr im gleichnamigen Computerspiel weitaus mehr Schauplätze, die der Film entweder nur kurz in Dialogen anreisst oder ganz verschweigt. Abwechselnd in der Rolle eines jeden Gangsters habt ihr euren Part der Story zu spielen. Natürlich wie auch im Film nicht unbedingt chronologisch. Zwischeneinblendungen anhand gerenderter Trickszenen verdeutlichen das Geschehen. Die Charaktere werden dabei hübsch animiert, also mit lebensnahen Bewegungen dargestellt. Was man nicht vom eigentlichen Spiel behaupten kann. In dem mangelt es den Figuren nämlich an Details und Vielfalt in den Bewegungsabläufen.

Dafür rumpelt's ganz ordentlich aus den Lautsprechern. Mit den Soundeffekten hat sich Hersteller Eidos besonders viel Mühe gegeben. Denn Schussgeräusche klingen wirklich so, wie sie klingen sollten. Egal, ob ihr jetzt mit zwei Pistolen bewaffnet, mit Maschinen- oder Scharfschützengewehr unterwegs seid. Klasse, wenn Geschosse in Containern einschlagen. In einer Gasse sind dann nicht bloss die Schüsse zu hören, sondern auch das dumpfe Echo des Einschlags von Metall auf Metall.

Reservoir Dogs
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Thomas Richter

Reservoir-Dogs


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Thomas Richter am 14 Sep 2006 @ 16:34
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