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Rise of Venice: Review

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Nachdem man mit Patrizier IV und Port Royale 3 die Klassiker alter Ascaron-Tage wiederbelebt hatte, stürzen sich die Gaming Minds Studios erstmals auf ein neues Szenario: Venedig! Dabei bleibt vieles beim Alten. Zum Glück!

HD-Remake? Retro? Einfach gut!

Wie schön! Die Mannen um Daniel Dumont beweisen nun schon zum dritten Mal nach der Ascaron-Pleite, dass sie nichts von ihrem Talent eingebüsst haben und dabei genau wissen, was ihr Spezialgebiet ist. Natürlich ist Rise of Venice wieder eine waschechte Handelssimulation in guter Gütersloher Tradition, bei der ihr mit Schiffsflotten Handelswaren von A nach B transportiert, um euer Konto aufzuhübschen. Man könnte von einem Remake oder einem Relaunch sprechen, wenn sich das Spielprinzip nicht immer so kontinuierlich weiterentwickeln würde. Auch, wenn böse Zungen behaupten, dass sowohl Port Royale 3 als auch Patrizier IV sich zu langsam weiterentwickeln würden.

Dieser Ruf liegt vor allem an dem überaus soliden Kern: dem Wirtschaftssystem. Seit Patrizier II schafft es Dumont immer wieder, die Warenzusammenhänge überzeugend zu simulieren. Da gibt es auch Jahre später nichts dran zu rütteln. Also müsst ihr euch dieses Mal in Südeuropa um Venedig herum einen Namen in der Handelswelt machen, indem ihr Waren transportiert oder andere Schiffe plündert. Die verschiedenen Hafenstädte - von Genua über Athen und Konstantinopel bis hin zu Samsun oder Famagusta - liefern euch dabei verschiedene Waren und Rohstoffe. Euer Ziel ist, die effizientesten Handelsrouten zu entdecken und somit jede Stadt glücklich zu machen.

Liebe und Intrigen

Apropos Glücklichmachen: Im Vergleich zu den vorherigen Spielen besitzt die soziale Komponente in Rise of Venice ein deutlich schwereres Gewicht. So dürft ihr euch auf Machtspiele und Intrigen freuen, die eure friedliche Handelsseele ganz schön auf die Probe stellen. Dieses neue Politiksystem begegnet euch schon recht früh im Spiel, denn zu Beginn dürft ihr noch nicht mit allen Waren handeln. Um alle Optionen freizuschalten, müsst ihr zunächst einen bestimmten Rang erreichen, wozu genügend Geld und Transportraum alleine nicht ausreichen. Stattdessen tagt der Senat von Venedig über euren Beförderungsantrag und entscheidet letztlich, ob ihr den neuen Titel tragen dürft. Es versteht sich von selbst, dass ihr dabei bei der Mehrzahl der Senatsmitglieder einen guten Ruf haben müsst, damit sie den Daumen heben. Eine Prozentanzeige unter den Politikern zeigt, wie beliebt man bei den Personen ist.

Die eigene Beliebtheit kann man mit allerlei Aktionen steigern, denn jeder Entscheidungsträger hat immerhin sein eigenes Steckenpferd. So mag eine Familie zum Beispiel besonders gläubig sein und dadurch jede Aktion, die die Kirche unterstützt, gutheissen. Eine andere Möglichkeit, die Beliebtheit zu steigern, ist die Erfüllung von Aufträgen für das Senatsmitglied, was zusätzliche Abwechslung bietet und nicht immer ganz leicht ist. Als mittelfristiges Ziel wollt ihr selbstredend eure eigene Familie in den Senat bringen und darauffolgend später selbst zum Dogen aufsteigen. Der hat jede Menge Macht und ist vermeintlich überall beliebt.

Seid ihr erst mal im Senat, könnt ihr euch in eine andere Familie einheiraten. Natürlich nur aus Verzücktheit vor der Angebeteten und nicht im Geringsten, um die eigene Beliebtheit in der Familie zu steigern und die eigene Machtposition zu festigen. Das wäre ja zynisch.

Mit dieser Politikkomponente wirkt Rise of Venice ein wenig wie eine Mischung aus Patrizier und dem Klassiker Die Gilde, was dem altbekannten Spielkonzept eine willkommene neue Richtung gibt und für Abwechslung sorgt. Immerhin gibt es auch drei konkurrierende Familien, die euren guten Ruf zerstören wollen, was für eine zusätzliche Herausforderung sorgt. Zwar sind die Möglichkeiten zur Intrige hier nicht so mächtig wie bei der interaktiven Seifenoper Crusader Kings II, dafür ist zu jeder Zeit ersichtlich, welche Option welche Auswirkungen hat.

Rise of Venice
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Patrik Nordsiek


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Patrik Nordsiek am 11 Okt 2013 @ 15:13
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