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Rush for Berlin: Review

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Europa im Jahre 1944. Die Westallierten und die Sowjets marschieren quer über den Kontinent, um am Ende die Reichshauptstadt Berlin zu erreichen und das Deutsche Reich von den Nazionalsozialisten zu befreien. Ein Szenario, dass es so schon in Dutzenden von Ego-Shootern oder Strategiespielen gegeben hat, mal mehr und mal weniger authentisch.

Rush for Berlin, also frei übersetzt in etwa ''Sturm auf Berlin'', heisst das neue Strategiespiel der Panzers-Macher von Stormregion. Im Spiel schlüpft ihr nacheinander in die Rollen aller beteiligten Parteien. In drei Kampagnen spielt man zunächst die Westalliierten, die Sowjets und schliesslich sogar die Deutschen. Doch ob Berlin am Ende des Spiels tatsächlich befreit wird oder die Geschichte neu geschrieben wird, liegt in euren Händen.

Auf die Plätze ...

Wer bei Rush for Berlin einen schnell dahingerotzten Klon von Codename: Panzers erwartet, wird eines Besseren belehrt. Der Titel bedient sich zwar sämtlicher Strategiestandards und einiger Gameplay-Elemente der Panzers-Reihe, spielt sich aber individuell genug, um sich von den berühmten grossen Brüdern zu unterscheiden.

Ein unheimlich wichtiger Faktor im Spiel ist die Zeit. Wird Berlin rechtzeitig erreicht? Welche Partei kommt als erste in der Hauptstadt an? Und kann die finale Invasion glücken? Während jeder Mission in Rush for Berlin wird am oberen Bildschirmrand ein Zeitstrahl angezeigt. Bewegt sich der Cursor auf das linke Ende zu, seit ihr zu langsam. Pendelt der Cursor aber auf das grün eingefärbte rechte Ende zu, seid ihr voll im Soll. Konsequenzen für zu langes Trödeln gibt es natürlich auch. Wer sich zu oft und zu lange Zeit lässt, wird mit dem Scheitern der Mission bestraft und muss von vorne beginnen. Wer hingegen die Zeit auf seiner Seite hat, kann sie als Ressource nutzen. Nehmt ihr in einer Mission auf der Karte eine oder mehrere Fabriken ein, könnt ihr Panzer und Fahrzeuge produzieren. Je mehr Zeit ihr habt, desto mehr könnt ihr eure Armee aufrüsten. Das macht deshalb Sinn, weil ihr überlebende Einheiten als Stammeinheiten in die nächsten Missionen mitnehmen könnt.

Vor den Missionen bekommt ihr im Briefing nicht nur eine grobe Zusammenfassung der Situation, sondern auch ein Taktik-Video, das euch eine Möglichkeit vorgibt, die Mission zu lösen. Ob diese Taktik aber befolgt wird oder ihr es doch auf einem anderen Weg versucht, bleibt euch überlassen. Für viele Einsätze gibt es nämlich mehr als nur einen idealen Lösungsweg. Die Karte auch abseits der zu verfolgenden Hauptziele zu untersuchen, macht Sinn. In fast jeder Mission gibt es neben im Briefing erklärten Nebenzielen auch versteckte Bonusziele, die euch bei Erfolg das Zeitkonto aufbessern, euch mit zusätzlichen Einheiten versorgen oder die Missionsbewertung am Ende deutlich verbessern.

Dynamik auf dem Weg zum Feind

Rush for Berlin bietet euch insgesamt fünfundzwanzig Missionen. Die setzen sich zusammen aus jeweils sieben Missionen auf Seiten der Alliierten, der Sowjets und der Deutschen sowie vier Missionen auf Seiten der Franzosen. Bei den letztgenannten Einsätzen handelt es sich um eine Bonus-Kampagne, die erst nach erfolgreichem Bestehen der drei Hauptkampagnen freigeschaltet wird. Auch die deutsche Kampagne muss erst freigespielt werden, wodurch die Entwickler den Schwierigkeitsgrad langsam, aber sicher erhöhen. Das funktioniert zumindest theoretisch. In der Praxis schwankt der Schwierigkeitsgrad zwischen manchen Missionen enorm. Daran kann man sich stören, muss man aber nicht. Zumal für jede Mission im Voraus die Schwierigkeitsstufe ausgewählt werden kann. Während Gelegenheitsspieler auf den unteren beiden Stufen kaum Probleme haben sollten, beissen sich auf der schwersten Stufe selbst Profis die Zähne an den Einsätzen aus. Zusätzlich zu dem permanent präsenten, aber nicht wirklich bedrohlichen Zeitbalken am oberen Bildrand gesellt sich in diversen Missionen auch ein handfester Countdown, der gegen Null tickt. In solchen Missionen erhöht sich der Schwierigkeitsgrad durch das recht knapp bemessene Zeitfenster teils enorm, was für Frustmomente bei ungeübten Spielern sorgt.

Während der Missionen kann es ständig zu neuen Einsatzzielen oder geänderten Befehlen kommen. Die Einsätze sind derart dynamisch gestaltet, dass so schnell keine Langeweile aufkommt. Im Umkehrschluss muss der Spieler auf derartige Befehlsänderungen reagieren können, sonst hat er keine Chance.

Ein Offizier und Superman

Besonderes Augenmerk haben die Entwickler auf die Offizierseinheiten gelegt. Davon gibt es in beinahe jeder Mission mindestens einen, erkennbar am Stern. Die verschiedenen Offiziere haben unterschiedliche Spezialangriffe und Sonderfähigkeiten. Der eine kann mit Hilfe eines Blitzangriffs gegnerische Fahrzeuge kapern, der andere hat die Möglichkeit, kurzzeitig den Nebel des Krieges zu deaktivieren. Der deutsche Panzeroffizier verfügt über einen fernlenkbaren Minipanzer namens Goliath, der so manch grosses Kettenfahrzeug schnell alt aussehen lässt. Der sparsame und wohlüberlegte Einsatz dieser Sondereinheiten ermöglicht dem Spieler grosse taktische Vorteile. Man muss nur aufpassen, dass die werten Herrschaften nicht allzu schnell das Zeitliche segnen. Einige gut ausgebildete Sanitäter im Team sollten da nicht schaden.

Rush for Berlin
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Tobias Kuehnlein

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Tobias Kuehnlein am 05 Jun 2006 @ 16:24
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