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Shadow Warrior: Review

  Personal Computer 

Eines muss man dem Hard-Reset-Schöpfer Flying Wild Hog ja lassen: Mutig ist er, sich bei seinem zweiten Projekt überhaupt direkt an die Wiederbelebung eines Shooter-Klassikers aus den 1990er-Jahren zu wagen. Die Rede ist von 3D Realms' sarkastischem Brutalo-Shooter Shadow Warrior, der von dem polnischen Team nun auf Basis seiner hauseigenen Road-Hog-Engine komplett neu aufgelegt wurde. Kein reines Remake, sondern eine regelrechte Neuerfindung wurde versprochen. Herausgekommen ist, so viel sei schon mal vorab gesagt, ein solider Old-School-Shooter mit modernen Spiel-Elementen.

Lo Wang als Sonnyboy

Schon das Intro des modernen Shadow Warriors lässt erahnen, dass wir es nicht mehr mit dem klassischen, raubeinigen Lo Wang zu tun haben. Stattdessen erblicken wir einen Sonnyboy mit Sonnenbrille im Sportwagen, der einen Song mitträllert und sich auf einer Mission befindet. Er soll für den mächtigen Konzern Zilla Enterprises ein legendäres Katana von einem steinreichen Asiaten kaufen. Doch als wir das im klassischen japanischen Stil gehaltene und von zahlreichen bewaffneten Anzugträgern bewachte Anwesen erreichen, müssen wir feststellen, dass der Besitzer nicht im Traum daran denkt, uns die Klinge zu überlassen. Lo Wang zeigt Eier, indem er seinem unwilligen Gegenüber ein letztes Angebot unterbreitet: Entweder gibt's zig Millionen US-Dollar Kohle. Oder es rollen Köpfe. Es kommt zur friedlichen Geldübergabe und die Endsequenz flimmert über den Bildschirm. Kleiner Spass. Natürlich ist ein Gefecht unausweichlich. Lo Wang zückt sein Katana und lässt uns erstmals drauflos metzeln.

In den Spieloptionen dürfen wir aus drei Katanamodi wählen, die Einsteiger als auch Profis ansprechen dürften. Wer einfach nur auf die Maustaste hämmern möchte, ohne sich um die Schwungrichtung der Klinge Gedanken zu machen, kann das machen. Möglich ist aber auch eine Richtungsbeeinflussung via Mausbewegungen. So oder so ist das Metzeln mit dem Katana von Beginn an eine Wucht. Trotz Ego-Perspektive schneiden wir uns meistens überraschend präzise und effektiv durch die Gegnermassen. Nichts für Zartbesaitete, fliegen doch Arme, Beine und Köpfe durch die Gegend. Gelegentlich teilen wir auch mal einen Körper schräg durch oder sehen grausig entstellte Leichen herumliegen. Der Gewaltgrad ändert sich auch nicht, wenn die ersten Ballermänner ins Spiel kommen. Shadow Warrior verabreicht uns die Wummen in geradezu homöopathischen Dosen. Eine gute Entscheidung der Entwickler, denn so bleibt die Abwechslung auf einem relativ hohen Niveau. Ausserdem stiehlt das Katana den Gerätschaften sowieso die Show. Dennoch: Im Spielverlauf dürfen wir uns mit Maschinenpistolen, Raketenwerfer, Flammenwerfer, Shotgun und Revolver zur Wehr setzen. Damit nicht genug, sind sämtliche Waffen aufrüstbar. Aus einer zweiläufigen wird eine vierläufige Shotgun. Oder wie wär's mit einer Lenkraketenfunktion für den Werfer? Alles möglich, sofern der Geldbeutel ausreichend gefüllt ist.

Haste mal 'nen Euro?

Die sehr interaktiv gestalteten Umgebungen beherbergen jede Menge Kisten, Schränke und andere Aufbewahrungsorte für Munition, Bargeld und Medikits. Ausserdem ist ein Grossteil des Inventars zerstörbar. So zerlegen wir auf Wunsch gezielt - oder als Atmosphäre fördernden Aspekt während der Kämpfe - dekorative Holzstellwände, Glastische, Sessel, Sofas, Bücherregale und Lampen in ihre Einzelteile. Obacht allerdings vor Getränkeautomaten, Stromaggregaten, Benzinfässern, Gaslampen und herumstehenden Autos: Sie explodieren bei Beschuss und lösen womöglich eine Kettenreaktion aus, die das halbe Areal in Mitleidenschaft zieht. Nicht die Levelarchitektur an sich - so weit ist die Road-Hog-Engine dann doch nicht -, aber sehr wohl uns und in der Nähe befindliche Widersacher. Die sind übrigens nur zu einem kleinen Teil des Spiels menschlicher Natur, legt sich Lo Wang doch relativ früh mit einem dämonischen Klan aus der Schattenwelt an, der ebenfalls hinter dem legendären Katana her ist. Ein ausgestossener Schattenbewohner namens Hoji will Rache an seinem Klan nehmen und verbündet sich kurzerhand mit Lo Wang.

Shadow Warrior
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 17 Okt 2013 @ 20:01
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