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Sniper - Ghost Warrior: Review

  Personal Computer 

"Oh nein, nicht schon wieder ein City Interactive-Shooter!", ertönt es aus den Redaktionsräumen, als das Testmuster von Sniper - Ghost Warrior eintrifft. Angesichts der Menge grottiger Ballerspiele, die in der Vergangenheit von der Spieleschmiede kamen, kann man den Spieletestern diese unrühmliche Reaktion nicht verübeln. Die ersten Schritte in der detaillierten Dschungelwelt liessen dann aber überraschenderweise Hoffnung aufkeimen. Sniper ist der bis dato beste Shooter von City Interactive. Doch ist der Titel sein Geld auch wert?

Dank Chrome-Engine 4 erstrahlen die Dschungelareale in einer ansprechenden Optik. Dichte Gräser und Büsche wiegen sich im Wind, Glühwürmchen tanzen bei Nacht über dem Erdboden, Greifvögel gleiten in schwindelerregender Höhe durch die Lüfte und an einer Gebirgskette plätschert hübsch animiert ein Wasserfall. Ja, in dieser Idylle liesse sich exzellent Urlaub machen, wäre die Atemluft hier nicht so bleihaltig. General Vasquez hat mit seinem Schurkenregime Stellung in der Gegend bezogen. Den USA ist der Diktator ein Dorn im Auge, steht er doch im Verdacht, den Bau von Massenvernichtungswaffen zu planen. Wir schlüpfen also in die Rolle eines Scharfschützen, der zusammen mit seinem Beobachter die stille Jagd auf Vasquez und seine Anhänger beginnt.



Mit einem modernen Scharfschützengewehr bewaffnet schleichen wir durchs Gebüsch, infiltrieren schwer bewachte Basen, sichern geheime Dokumente des Feindes und schalten hohe Regimetiere aus der Ferne aus. Der Zielmodus wirkt auf den ersten Blick simulationsartig, werden doch Windgeschwindigkeit und Herzfrequenz ermittelt. Doch zumindest auf normalem Schwierigkeitsgrad zeigt ein kleiner Kreis in Fadenkreuznähe stets an, wohin wir zielen müssen, um auch sich bewegende Personen aus weiter Entfernung zu treffen. Noch leichter wird es per aktivierter Zeitlupenfunktion, was aber nur funktioniert, wenn unser Held die Ruhe selbst ist. Kopfschüsse werden anhand einer optionalen Bullet Cam präsentiert, welche die Kugel vom Austritt bis hin zum Gegner begleitet. Oft über hunderte Meter hinweg. Die Engine verkraftet das mühelos; kein Ruckler ist ihr anzumerken.

Über Funk leitet uns der Beobachter sicher durchs Gelände, gibt Positionen von Wachen und Zielpersonen durch. Unmittelbare Gefahrenquellen eliminieren wir leise mit schallgedämpfter Pistole oder sehr effektiven Wurfmessern. Ein Tarnungsindikator gibt am unteren Bildschirmrand an, ob und wie viel Aufmerksamkeit wir mit unseren Aktionen erregen. Geht die Leiste in den roten Bereich, gelten wir als enttarnt - und der Spass hat ein Ende.

Aus dem spannenden Schleichabenteuer wird plötzlich ein knallhartes Ballerspiel - knallhart und nervtötend. Ganz in alter City Interactive-Manier, leider. Es ist nämlich nicht so, dass nur Gegner in unmittelbarer Nähe unseren letzten Aufenthaltsort kennen. Nein, die ganze verdammte Basis weiss plötzlich präzise Bescheid, wo wir uns gerade herumtreiben. Selbst wenn wir uns kriechend durch dichtes Gestrüpp fortbewegen und am anderen Ende der Basis auf eine Gegnergruppe treffen, ziehen wir sofort feindliches Feuer auf uns. Die KI-Kämpfer kommen uns hierbei vor wie Aimbots mit Wallhack - so als hätten wir ein blinkendes Fadenkreuz auf der Stirn und würden per Megaphon darum betteln, beschossen zu werden. Erschwerend kommt hinzu, dass wir die Widersacher nur schwerlich ausfindig machen können, weil sie erstens sehr gut mit der Dschungelumgebung verschmelzen und ihre Position zweitens unter Zuhilfenahme der ungenauen Minikarte nur sehr vage eingeschätzt werden kann. Hier sorgt also eine Mischung aus schlecht programmierter, undynamischer KI und eine mangelhafte Orientierungsmöglichkeit für lange Gesichter.

Sniper - Ghost Warrior
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 14 Jul 2010 @ 17:30
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