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Space Hulk - Deathwing: Review

  Personal Computer 

In den letzten Monaten und Jahren stieg die Zahl der PC-Spiele des Warhammer-40.000-Universums drastisch an. Im neuesten Spross, Space Hulk: Deathwing, dürft ihr aus der Ego-Perspektive eines "Space Marine Terminatoren" in einem sogenannten "Space Hulk" fiese Monster jagen. Wie es sein kann, dass trotz Action-geladener Kämpfe mit beeindruckender Grafik dieser Job frustrierend und langweilig ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Vom Brettspiel auf den Rechner

Es gibt Ärger im Weltall. In einem gigantischen Weltraumschrotthaufen, einem Space Hulk, wurde Alien-Aktivität festgestellt. Als Space Marine Terminator, ein angesehener und gefürchteter Elitekämpfer des Imperators der Menschheit, sollt ihr euch darum kümmern. Dieses Unterfangen bestreitet ihr jedoch nicht allein, sondern mit der Unterstützung zweier KI-Kameraden. Die Geschichte eskaliert genauso schnell, wie sie erzählt ist. Denn was als harmlose Inspektion anfängt, entwickelt sich erst zu einer Schatzbergung und letztlich zur Auslöschung abertausender Aliens. Diese Story mag manchem zu flach sein, ist aber ganz im Sinne des Warhammer-40.000-Universums. Fans wird das nicht stören, sondern sogar gefallen. Trotzdem: Dialoge innerhalb des Teams gibt es in jedem Kapitel genau einen, mehr als drei Sätze werden dabei aber auch nicht ausgetauscht. Persönlichkeiten der Protagonisten entwickeln sich somit nicht. Ach, und vorgestellt werden die einzelnen Charaktere auch nicht. Prädikat: extra-seicht.

Was soll's, hier geht es um Action und Atmosphäre. Dabei machen die Entwickler von Streum On Studio erst mal alles richtig. Zum Einsatz kommt die Unreal Engine 4, die tadellos, mit allem was sie zu bieten hat, genutzt wurde. Hochauflösende Texturen und beeindruckende Lichteffekte zeichnen die Grafik aus. Das Durchstreifen der finsteren Gänge der lange verlassenen Raumschiffe wirkt bedrückend. Hier und da flackert ein Licht, alte Rohre tropfen und in steinernen Kathedralen rieselt Staub von der halb eingestürzten Decke. Die untermalende Musik besteht zumeist aus sphärischen Klängen, gepaart mit dem tiefen Brummen und Knarzen der Metalkollosse, die jeden Moment auseinanderzubrechen scheinen. Das hinter jeder Ecke außerdem tödliche Aliens lauern können, macht alles nur noch spannender.

Eure erste Begegnung mit den insektenähnlichen Außerirdischen und der daraus resultierende Kampf weiß sofort zu beeindrucken. In großen Horden stürzen sie sich auf euch und ein hektisches Feuergefecht beginnt. Schrecklich kreischende Xenos, dumpf ballernde Bolter-Gewehre und blitzende Energiefäuste durchbrechen die Stille. Ein Sound-und-Effekt-Regen prasselt auf euch ein, bis nur noch ihr und eure Kameraden aufrecht steht. Genau dieser Kampf bestimmt fortan das Spielgeschehen. Hier ist das Problem: Ganz genau dieser Kampf. Immer und immer wieder. Space Hulk: Deathwing simuliert dabei Abwechslung mit im Laufe des Spiels neu auftauchenden Alien-Arten und freischaltbaren Waffen, sogar ein Fähigkeiten-System wurde implementiert. All das wirkt jedoch unnötig und aufgesetzt. Geradewegs, als hätte man diese Dinge nachträglich eingebaut, weil man gemerkt hat, wie eintönig die Kämpfe eigentlich sind. Gebracht hat es nichts.

Im Gegensatz zu handelsüblichen Shootern spielen hier Schlagwaffen eine große Rolle. Wobei leider jede Schlaganimation gleich aussieht und eine Schlagwaffe entweder schnell oder stark ist. Unterschiede in Reichweite oder Handhabung gibt es keine. Ähnlich ist es bei den Schusswaffen. Diese sind in ihrer Art unterschiedlich: Der Bolter schießt schnell und präzise, ist jedoch schwach. Die Plasmakanone ist langsam, aber mächtig. Was bringen diese Variationen jedoch, wenn eure Schüsse eh nie den Feind erreichen, weil ihr nicht durch eure Kameraden hindurchschießen könnt? Das geht in einigen anderen Ego-Shootern zwar auch nicht, doch hier ist dies ein großes Manko. Space Hulk ist ursprünglich ein Brettspiel, bei dem der Spieler sich mit seinen breiten Spielfiguren durch enge Gänge bewegen muss. Die taktische Herausforderung besteht dabei darin, dass sich die Spielfiguren häufig gegenseitig im Weg stehen und die Schusslinie blockieren. Dies wurde für Space Hulk: Deathwing perfekt übernommen. Auch hier ist man die meiste Zeit in sehr engen Gängen unterwegs und eure KI-Kameraden stehen so gut wie immer in eurer Schusslinie. Auf diese Anlehnung an der Originalvorlage hätte man aus obigen Gründen unbedingt verzichten sollen.

Space Hulk - Deathwing
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Alexander Boedeker

Space-Hulk---Deathwing


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Alexander Boedeker am 23 Dez 2016 @ 19:11
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