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Styx - Master of Shadows: Review

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Seit dem ersten Titel der Thief-Reihe haben sich Schleichspiele zu einer festen Genregrösse manifestiert. Jetzt bekommt der charismatische Garrett nach seinem durchwachsenen Reboot grüne Konkurrenz. Mit Goblin Styx, einem der Helden aus Of Orcs and Men, schleicht, rätselt und meuchelt ihr euch in Master of Shadows durch ein düsteres Fantasy-Abenteuer.

Abseits kuscheliger Geschichten

Jetzt mal ganz im Ernst: Goblins sind nicht unbedingt die klassischen Sympathieträger des Märchenwaldes. Weder besonders gross noch besonders stark oder hübsch anzusehen. Die Welt hasst und verachtet Goblins. Punkt. Was kann so ein Goblin also eigentlich erreichen? Vor allem, wenn man wie Styx das wohl wertvollste Artefakt einer ganzen Zivilisation erbeuten will? Der Dieb hat es auf das Herz des Weltenbaumes abgesehen, welches das begehrte "Goldharz" birgt. Die süchtig machende Droge ist nicht nur ein magisches Aufputschmittel, sondern auch Machtquelle der Elben und einziger Grund für ein Bündnis zwischen diesen und den Menschen. Styx' Motive für die Jagd nach dem Doping-Gold sind vorerst unklar, nur seine Abhängigkeit lässt sich schwer verbergen. Dummerweise ist der Weltenbaum inmitten des Arkenash, einem riesigen Turm, und wird durch Hundertschaften von Wachen geschützt. Mit Gewalt kommt der kleine grüne Mann hier nicht besonders weit, denn im direkten Vergleich Junkie-Soldat gegen Goblin zieht Styx fast immer den Kürzeren. Was ihm an körperlicher Stärke fehlt, wiegt der kleine Mistkerl mit Mut, Argwohn und seiner diabolischen Gerissenheit wieder auf.

So schleicht und meuchelt ihr euch entlang alter Bibliotheken, marmorbewährter Flure und ausladender Aussenareale. Es kommt öfter mal vor, dass ihr ein und denselben Ort mehrmals erst in die eine, dann in die andere Richtung durchqueren müsst. Die Weitläufigkeit der Gebiete und die schiere Masse an verschiedenen Herangehensweisen lassen da keinen Platz für Langeweile. Entlang eurer Wege trefft ihr immer wieder auf alte Bekannte von Styx, an die dieser sich meist nicht so recht erinnern will oder kann. Diese Nebencharaktere sind leider dürftig gestaltet und nur mittelmässig synchronisiert, so dass sie selbst kaum interessant sind, dafür aber Styx in einem wesentlich helleren Licht dastehen lassen. Neben kurzen, informativen Unterhaltungen versorgen euch die fernen Freunde meist auch noch mit der einen oder anderen optionalen Zusatz-Quest. Immerhin.

Hässlicher Goblin als Starlet

Held des Spiels ist also ganz klar Styx - was nicht nur an den herrlich fiesen Charaktereigenschaften liegt. Der Goblin ist daneben wunderbar düster synchronisiert, wobei der (zumeist im zynischen Ton anklingende) Sprachgenuss nur auf Englisch durch die Boxen schallt. Viel Liebe wendeten die Entwickler für das feine Charakterdesign auf - Narben, eingerissene Ohren, ein leicht schiefer Mund und der leicht schiefe, schlurfende Gang unterstreichen, dass Sytx kein Schönling ist, sondern eher das genaue Gegenteil. Der Zerfall der durch das Goldharz entzweiten Fantasy-Gesellschaft als auch der Konflikt zwischen Elben und Menschen wird in Videosequenzen und gezeichneten Standbildern erzählt.

Styx - Master of Shadows Bild

Spielerisch souverän - mehr leider nicht

Styx ist - wie bereits gesagt - kein grosser Kämpfer. Seine Stärken liegen im Auskundschaften und Schleichen. Und so wandelt ihr auf der Suche nach dem Goldharz im Schutz der Schatten, löscht Fackeln, versteckt euch in Krügen und unter Tischen oder rammt Widersachern eure Klinge in den Rücken. Das Töten, wenngleich in zig Variationen vom Messer im Rücken über vergiftete Wurfmesser bis hin zu Paraden mit anschliessendem Genickbruch, ist zunächst witzig anzusehen, nutzt sich aber schnell ab und hinterlässt den schalen Geschmack, dass auch andere Takedowns möglich gewesen wären. Doch eine Wache lediglich k. o. zu hauen, ist nicht möglich. Nicht die einzige Ungereimtheit im Spielkonzept.

Styx - Master of Shadows
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Daniel Wendorf


Styx---Master-of-Shadows


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Daniel Wendorf am 17 Okt 2014 @ 11:34
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