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Sudden Strike 4: Review

  Personal Computer 

Echtzeitstrategietitel haben es noch nie leicht gehabt, eine breite Schicht an Spielern zu begeistern. Machen es die Entwickler zu diffizil, ist es den einen zu schwierig und zu langatmig, den anderen gefällt die taktische Tiefe und Vielfalt. Gestaltet man das Gameplay mehr actionlastig, ist es den Strategieprofis oft zu anspruchslos. Hier die richtige Balance für alle zu finden, ist geradezu ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch hat Kite Games mit Sudden Strike 4 genau das versucht und will ein tolles Comeback nach dem eher schwachen dritten Teil der Serie feiern.

Solo hui, Multi pfui?

Optisch sieht das Spiel für einen Vertreter des Genres gut aus, allerdings müssen sich die Entwickler die Frage gefallen lassen, was sie sich bei der fixen und in drei Zoomstufen vorhandenen Kameraperspektive gedacht haben. Es gibt nur die Option, kurz in einem 90-Grad-Winkel mal zur Seite zu schwenken. Dabei ist die Grafik sonst toll anzuschauen, etwa wenn eure Fahrzeuge und Panzer sich durch Felder bewegen oder wenn es mit schicken Effekten zur Sache geht. Liebevolle Kleinigkeiten wie Soldaten, die beim Nichtstun mal eben zur Kippe greifen, gibt es hier aber nicht mehr. So etwas hatte die Sudden-Strike-Reihe früher mal zu bieten.

Grundsätzlich könnt ihr eure Einheiten vor den Schlachten nicht selbst auswählen, sondern bekommt sie vorgegeben. Einen Basisbau gibt es hier nicht, ihr könnt euch reinweg auf die erhaltenen Truppen konzentrieren. Immerhin: An manchen Stellen stoßen weitere Einheiten zu euch, oder ihr könnt per Zug Nachschub erhalten. Enttäuschend ist der Umfang von Sudden Strike 4 geraten. Nur vier Mehrspielerkarten werden euch geboten, das wäre auch vor 20 Jahren ein schlechter Witz gewesen. Aber auch Solospieler werden nicht begeistert sein, wenn sie feststellen, dass es auf jeder Seite der möglichen Parteien nur sieben Missionen gibt. Noch dazu sind Letztere derart trocken in Szene gesetzt, dass es eigentlich fast egal ist, ob man da mit den westlichen Alliierten, der Roten Armee oder der Wehrmacht in die Schlacht zieht. Ein paar historische Infos, ein kurzes Briefing und eine Mini-Einleitung zum Start der jeweiligen Mission, das war es dann auch schon.

Sudden Strike 4 Screenshot

Immerhin: Einige historische Ereignisse wie die Schlachten in den Ardennen oder der Kampf um Stalingrad lassen sich auf beiden Seiten der Schlachtteilnehmer erleben. Ihr findet euch auf der Karte direkt wieder und könnt loslegen. Für uns besonders auffällig: Es gibt kam mal eine sinnvolle Weiterentwicklung der Missionen, einen Handlungsrahmen. Eher lieblos aneinander gestückelt wurden die Schlachten. Zudem wird hier nur auf bewährte Prinzipien beim Missionsdesign vertraut: Einnehmen von strategischen Punkten, Halten von Stellungen oder typischer Konvoischutz. Abwechslung innerhalb der Missionen, zum Beispiel aufgrund eines überraschenden Angriffs? Fehlanzeige!

Aber das muss ja immer noch nicht schlimm sein, wenn die Schlachten Spaß machen. Und ja, hier hat Sudden Strike 4 gute Seiten vorzuweisen. Schweres Geschütz hat auch hier eine große Bedeutung und muss klug eingesetzt, vor allem taktisch clever bewegt werden. Werden eure Panzer beschädigt, stehen zwar oftmals Reparaturfahrzeuge zur Verfügung, diese können allerdings nur Motorschäden oder zerschossene Panzerketten notdürftig reparieren. Davon ab bleiben die Trefferpunkte weiterhin im roten Bereich, wenn die Panzer von schwerer Infanterie angegriffen wurden. Schlecht fanden wir im Test die geringe Unterscheidungsmöglichkeit zwischen unseren Fußtruppen. Ob da jetzt ein Grenadier, Sanitäter oder Soldat mit Maschinengewehr unterwegs ist, lässt sich kaum einsehen. Natürlich kann man diese mit Zugriffstasten separat anwählen, trotzdem isst das Spielerauge ja nun einmal mit.

Sudden Strike 4
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Markus Grunow

Sudden-Strike-4


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Markus Grunow am 03 Sep 2017 @ 13:05
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