GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Taito Legends: Review

  Personal Computer 

Neuauflagen vermoderter Spieleklassiker kommen für diejenigen Interessierten gerade recht, die sich mit Emulatoren und den damit verbundenen technischen Kniffen nicht beschäftigen möchten. Schön verpackt und mit einfacher Menü-Navigation bekommt der Retrofan nun mit Taito Legends 27 Automaten-Spielehits auf seine Festplatte.

So mancher Spieleklassiker wäre ohne die japanische Firma Taito undenkbar gewesen. Ein Blick in die Firmengeschichte klärt auf: 1953 gegründet, war die Taito Corporation zunächst Lieferant für Erdnuss- und Wodkaautomaten. Erst später stieg die Erfolgsunternehmung auf Unterhaltungsgeräte um und spezialisierte sich Anfang der 70er Jahre auf Münzspielautomaten. Spiele wie Soccer oder Pro Hockey bildeten die Basis, auf der zahlreiche weitere Spiele folgten. Aber erst 1978 gelang mit dem unvergesslichen Arcadehit Space Invaders, das in den USA von Midway lizenziert wurde, der grosse Durchbruch. Unter japanischen Spielern war der Weltraumshooter so beliebt, dass Japan angeblich sogar eine Münzknappheit zu überstehen hatte. Dabei war das Spiel mit seiner Vierfarbgrafik, die durch transparente Farbfolien unter der Glasscheibe simuliert worden war, so simpel gestrickt, dass man heutzutage eigentlich den Kopf über den Erfolg schütteln müsste. Einblicke in die Entstehungsgeschichte gewährt ein Videointerview mit dem Erfinder des Spiels, Toshihiro Nishikado, das auf der CD der Taito Legends-Kollektion Platz fand.

Weniger ist manchmal mehr

Ziel des Spiels war es, nahende Raumschiffe ausserirdischer Invasoren mit einem Lasergeschütz zu zerstören, bevor diese die Planetenoberfläche erreichten. Vier Verteidigungsanlagen in Form von klotzigen Bunkern schützten vorübergehend vor den Laserwaffen der Angreifer, die sich in einer Art Formationsflug stets horizontal hin und her bewegten, und bei Erreichen des Bildschirmrands eine Reihe nach unten rutschten. Die kleinen Biester legten jeweils an Tempo zu, wenn einer ihrer Kameraden getroffen worden war. Der Formationsflug ermöglichte ein taktisches Vorgehen beim Abschiessen der Gegner. Wer es schaffte, die äusseren Gegnerreihen vom Bildschirm zu fegen, verhinderte kurzfristig ein Näherkommen der Ausserirdischen. Klingt simpel, ist simpel und macht trotzdem irgendwie Spass. Wer sich davon überzeugen will, bekommt mit Taito Legends nicht nur den Erstlingshit Space Invaders, sondern auch das etwas buntere Space Invaders 2 aus dem Jahr 1980 und das grafisch modernere Return of the Invaders von 1985.

Taito ist darüber hinaus Erfinder weiterer bekannter Klassiker, wie etwa von Bubble Bobble. Das Spiel um die beiden putzigen Drachen Bub und Bob bot bereits 1986 einen Zweispielermodus am Automaten. Wegen seiner hohen Beliebtheit wurde Bubble Bobble in den kommenden Jahren auch für heimische Spielgeräte konvertiert, wie etwa für den Commodore 64 oder Amiga. Bub und Bob hatten sich durch hundert Plattformlevels zu schlagen, und hatten es beide mit der Blase. Genauer gesagt spuckten sie nicht mit Feuer, sondern mit Seifenblasen. Als hätten die beiden Drachen vorher literweise Seifenlauge gesoffen, konnten sie unbegrenzt Blasen spucken, und mit ihnen ihre geisterhaften Gegner einfangen. Ein solcher umschlossener Widersacher war aber erst dann endgültig geplättet, wenn einer der beiden Drachen an die Blase sprang, um sie zu zerstören. Das Gameplay erfreute Jung und Alt, Frau und Mann gleichermassen. Auch die fröhliche Melodie des Spiels vergrub sich bandwurmartig in den Hörmembranen - aus Bubble Bobble gab es kein Entkommen. Auch zu diesem Spiel gibt es neben dem eigentlichen Spiel ein Videointerview mit dem Taito-Designer.

Taito Legends
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Thomas Richter

Taito-Legends


Taito-Legends


Taito-Legends


Taito-Legends


Thomas Richter am 25 Jan 2006 @ 19:13
Kaufen
oczko1 Kommentar verfassen