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The Bard's Tale IV: Review

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Der erste Bildschirm erscheint, ein Barde singt von Zwergen das Lied der Rettung von Skara Brae. Die Zeilen kommen mir verdächtig bekannt vor, auch das Bild der Gruppe am Kamin weckt unweigerlich Erinnerungen. 1986; der Autor dieser Zeilen war 15Jahre alt, als das erste The Bard's Tale für den Brotkasten von Commodore erschien. Gebannt würfelte man sich seine Heldengruppe aus, wählte aus zig Klassen seine Helden und staunte über die vermeintliche Freiheit im Spiel. Heute flackert The Bard's Tale IV auf dem Bildschirm. Weckt es nur nostalgische Erinnerungen oder taugt der Titel auch etwas für Rollenspieler, die bislang nicht mit der Serie in Berührung kamen?

Zugeständnisse an die Neuzeit

Brian Fargo und sein Team wollten natürlich alte Fans der Reihe ansprechen und einige Erinnerungen wecken. Das ist ihnen auch durchaus gelungen, denn es gibt einige Déjà-vu-Effekte im Spiel. Aber letztlich musste man auch das Spielgefühl in die heutige Zeit katapultieren, und das ist kein leichtes Unterfangen.Die aus heutiger Sicht simple Spielmechanik des Klassikers unterscheidet sich schließlich in derart vielen Punkten von zeitgemäßen Rollenspielen, dass man unweigerlich kompromissbereit sein muss, um kein Fiasko zu erleben. Dafür wurden einige für Fans liebgewonnene Elemente gekürzt oder gleich gar nicht berücksichtigt.

Direkt zu Beginn muss man den Schock verdauen, dass man diesmal keine ganze Abenteurergruppe erstellen und verwalten, sondern nur einen einzigen Charakter aus dazu noch bescheidener Klassenauswahl betreuen und entwickeln kann. Im Spielverlauf kommen dann weitere, vorgefertigte Helden dazu. Immerhin sind auch hier bis zu sechs Gruppenmitglieder möglich, wie im Klassiker.

Optisch darf man als Klassik-Rollenspiel-Fan zufrieden sein. Neuzeitliche Grafik und vor allem Effekte sind hier nicht zu erwarten, aber immerhin machen die verschiedenen Umgebungen dank Unreal-Engine durchaus etwas her–obwohl die Stadt und die Dungeons mitunter etwas öde und mit wenig Bewegung versehen sind. Bei Gesprächen mit Nicht-Spieler-Charakteren fallen die schwache Mimik und Gestik etwas negativ auf. Der im Spiel enthaltene Humor, der unweigerlich an die simple, aber plumpe Komik von Terry Gilliam und Co erinnert, mag nicht jedem gefallen. Wir empfinden ihn für The Bard's Tale als eher unpassend, auch wenn wir hin und wieder lächeln konnten. The Bard's Tale ist uns eher in düsterer Stimmung in Erinnerung geblieben, weshalb witzige Animationen nicht ins Bild passen.

Zur Stärke des Spiels zählen die enthaltenen Rätsel und Überraschungen in der Spielwelt. Klar müsst auch hier Hebel und Schalter betätigen, um voranzukommen. Aber es gibt auch spannendere Aufgaben in der Spielwelt zu erleben. Logikrätsel warten auf eure Entdeckung, bei denen ihr weitere Türen öffnet oder auch mal gefährliche Fallen ausschalten könnt. Es lohnt sich auch, Notizen zu lesen, die etwa an Türen befestigt wurden und euch weitere Details verraten, darunter Geheimgänge. Abwechslung bekommt ihr zudem durch das eine oder andere Musikrätsel, was besonders gut zum Titel des Spiel passt.

The Bard's Tale IV
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Markus Grunow

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Markus Grunow am 02 Okt 2018 @ 20:12
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