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The Book of Unwritten Tales 2: Review

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Mit The Book of Unwritten Tales 2 beschert uns die deutsche Spieleschmiede KING Art nicht nur ein grossartiges Adventure-Sequel, sondern zeigt auch das Potenzial von Crowdfunding-Projekten. Wir haben uns durch alle fünf Kapitel gerätselt.

Kindlicher Terror

Der Fantasy-Welt Aventasien droht der Untergang. Mal wieder. Das Böse verfolgt einen schrecklichen Plan und steht kurz vor dem Ziel. Die aus dem ersten Teil und dem Prequel bekannten Helden ahnen davon noch nichts, sind überall im Land verstreut, bevor es zu einem Wiedersehen kommt. Gnom Wilbur lehrt an der Seefelser Magieschule, während sich Nate und das Vieh in zwielichtige Angelegenheiten verwickeln. Und die Elfenprinzessin Ivo? Die hockt im Schloss ihrer Eltern und schiebt einen Hass auf Nate, weil er sie von heute auf morgen verlassen hat. Aber das ist nicht ihr einziges Problem, wie ihr im Spielverlauf noch erfahren werdet.

Während der fünf Kapitel übernehmt ihr zeitweise die Kontrolle über jeden der Protagonisten, wobei das Vieh für unseren Geschmack etwas zu kurz kommt. Macht aber nichts, denn für Abwechslung ist trotzdem gesorgt. In Seefels steht eine Bürgermeisterwahl an, die vom bereits genannten Bösen für seine Zwecke missbraucht wird. Der Erzmagier Alistair und die reiche, machtbesessene Witwe Van Buren treten für den Posten an. Letzterer kommt es gerade recht, dass ihre kleine Tochter plötzlich über gewaltige Zauberkräfte verfügt. So stark, dass sie die Stadt mit ihren kindlich-kunterbunten Zauberideen terrorisiert und Alistair aus dem Weg räumt. Wilbur und Konsorten werden danach als Mörder und Terroristen hingestellt, was die Lage natürlich nicht einfacher macht.

Tragisch und komisch

Die düsteren Tendenzen der Hintergrundgeschichte täuschen nicht: Obschon The Book of Unwritten Tales 2 nicht minder humorvoll als seine Vorgänger ist, gibt es hin und wieder auch ernste, teils gesellschaftskritische Töne und traurige Momente. Ein Wechselbad der Gefühle, das aber keineswegs erzwungen wirkt, sondern Missstände zwischen den Zeilen anprangert und zum Nachdenken anregt. Themen wie die Schere zwischen Arm und Reich, Korruption, Rassismus, Ausbeutung, Medienzensur und Religionen werden auf teils bemerkenswerte Weise angerissen. Als Beispiel sei eine Zombiefamilie genannt, die für einen raffgierigen Händler unter Vortäuschung falscher Tatsachen im Untergrund schuftet und hinsichtlich der versprochenen Belohnung immer wieder aufs Neue vertröstet wird.

Eine Depression ist während des Zockens trotzdem nicht zu befürchten, denn die meiste Zeit über stehen Ironie, Sarkasmus und Gags auf der Agenda. Durchaus auch mal bitter-komischer Art, aber das ist ja kein Nachteil. Ob Seitenhiebe auf Rollenspiele, Filme und Gesellschaftsklischees, amüsante Beziehungsstreitigkeiten, die siamesischen Oger-Zwillinge, der dumm-dreiste Troll oder der zum Schreien lustige Umgang der Charaktere mit einem Haufen Tierscheisse - es bleibt sicher kein Auge trocken. Manche Nebenmissionen und Minispiele lockern das Geschehen zwischendurch auf - oder versuchen es zumindest. So ist etwa das Würfelspiel "Meiern" in einer recht intransparenten und damit wenig spassigen Variante enthalten. Teils sind diese nicht überspringbaren Intermezzos wichtig, um in der Story weiterzukommen. Meist winken aber lediglich optionale Gegenstände wie Kleidungsstücke, in denen der jeweilige Held dann auf Wunsch herumlatscht und durchaus den einen oder anderen entsprechenden Kommentar von anderen Charakteren erhält.

Rätselhaftes Rätseldesign

War uns The Book of Unwritten Tales 1 noch zu einfach und Die Vieh Chroniken teils zu abwegig, können wir dem zweiten Teil der Adventure-Reihe einen guten Mittelweg attestieren. Die Rätsel sind überwiegend logisch und abwechslungsreich aufgebaut, fordern nicht selten ein Um-die-Ecke-Denken. Zeitweise ist die Kooperation zweier oder gar dreier Charaktere nötig. Manch eine Aktion kann etwa von Nate nicht ausgeführt werden, vom Vieh aber schon, was zu einer mehrfachen, dann schon recht nervigen Übergabe desselben Gegenstandes führt. Blöd: Anders als in der Ankh-Reihe, reicht ein einfaches Verschieben des Objektes vom Inventar auf das jeweilige Personenporträt nicht aus - der Austausch muss stets persönlich oder zumindest an einem bestimmten Ort stattfinden. Das hätte KING Art in den meisten Fällen komfortabler lösen können.

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Daniel Boll

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Daniel Boll am 01 Apr 2015 @ 03:00
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