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The Second Guest: Review

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Es schien so verheissungsvoll: Ein spannender Detektivkrimi mit witzigen Dialogen und rabenschwarzem Humor. Doch im Test zum Point-and-Click-Adventure The Second Guest packte uns das blanke Grauen. Fehlende Kommentare, Tonaussetzer, Bedienungsmängel, Logiklücken - da ist ja beinahe alles schiefgelaufen! Eigentlich soll das Spiel als Auftakt einer fünfteiligen Serie dienen. Aber so lange hält das kein Mensch durch.

Hagere Gestalt, tiefe Tränensäcke, struwwelig und grau meliert stehen ihm die Harre zu Berge: Der Held von The Second Guest sieht ein bisschen aus wie Sweeney Todd aus der Fleet Street. Jack Ice kommt zwar ebenfalls aus London, ist aber kein Barbier, sondern Student. Der erhält eines Tages einen Brief von einem gewissen Lord Averton, der ihn augenscheinlich bei seiner Testamentseröffnung im Schloss Grace Castle dabeihaben möchte. Jack kennt den Mann nicht, reist aber dennoch nach Averton Island an der Ostküste Cornwalls. Als er dort ankommt, ist der Lord bereits tot - und auch er selbst scheint im Visier des Killers zu stehen. Fortan erkunden wir das Eiland auf eigene Faust und stossen dabei auf ein Geheimnis, das die Welt verändern könnte.

Marketinggewäsch auf der Mogelpackung

Der Klappentext klingt vielversprechend. Tatsächlich aber können wir die Handlung nicht ganz nachvollziehen. The Second Guest lässt viele Fragen offen; die Motivation von Jack Ice, auf der Insel sein Leben zu riskieren, obwohl er doch mit dem vom Lord vermachten Reichtum auf den Bahamas abhängen könnte, bleibt fragwürdig. Nicht einmal die wirren Dialoge bringen Licht ins Dunkel. Also stapfen wir im enervierenden Schneckentempo von einem Ort zum anderen, klappern wie gewohnt alle Objekte ab und klicken uns völlig unberührt durch das London von 1923. Selbst den vermeintlich erstaunlichen Cliffhanger am Ende der zweiten von insgesamt fünf Episoden quittieren wir mit einem Schulterzucken. Für ein Adventure, das grösstenteils von seiner Geschichte lebt, ist das eine Katastrophe.

Die gute Nachricht: Nach gerade einmal drei Stunden wäre der Spuk im Idealfall schon vorbei. Die schlechte: Sogar Rätselveteranen werden locker dreimal so lange über die Insel stromern, da wir uns an jedem der verschiedenen Schauplätze munter das Inventar vollstopfen, obwohl wir noch nicht einmal wissen, was überhaupt zu tun ist, geschweige denn, wofür wir den Krempel überhaupt benötigen. Das liegt vor allem am wortkargen Helden. Ein Vogelnest ist für ihn eben nur ein Vogelnest. Dass das ziemlich wackelig auf der Laterne pappt und womöglich durch etwas Nachhilfe runterfallen könnte - da müssen wir selbst drauf kommen. Hinweise gibt uns in The Second Guest nämlich niemand.

Die Technik: ein Graus

Eine Hilfefunktion fehlt ebenso wie ein einführendes Tutorial. Nach dem lustlos vorgelesenen Testamentsbrief, ganz ohne Intro oder Videosequenz, glotzen wir auch schon auf den Bootssteg der Meeresküste. Nicht weit entfernt lümmelt ein Bootsmann mit Augenklappe herum, der unsere Auskunft mit Schweigen hinnimmt. Wir wollen ihn ansprechen, die Maus reagiert aber nicht. Im Sand bemerken wir zudem eine Angel, nur gibt Jack Ice keinen Mucks von sich. Als wir verzweifelt im Handbuch nachschauen, fallen uns die Schuppen von den Augen. Sämtliche Befehle - begutachten, anfassen, ansprechen - müssen wir über ein Kreismenü auswählen, das jedoch erst erscheint, wenn man eine gefühlte Ewigkeit die linke Maustaste gedrückt hält. Mal eben mit dem Taschenmesser die Angelschnur abschneiden? Das dauert. Sogar Türen muss man jedes Mal umständlich anwählen; es reicht nicht der übliche Doppelklick. Da bekommt man Schaum vorm Mund.

The Second Guest
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Mirco Kaempfer


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Mirco Kaempfer am 23 Mrz 2012 @ 17:17
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