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Tony Tough 2: Review

  Personal Computer 

Wenn sich jemand schon selbst als Klugscheisser auf der Verpackungsvorderseite bezeichnen lässt, zeugt das nicht gerade von einem minderwertigen Selbstbewusstsein. Kann der bizarre Wortwitz gepaart mit Rätseln der üblichen Point-and-Click-Machart gefallen oder ist Tony im Alter von dreizehn Jahren tatsächlich noch unausstehlicher gewesen?

Gewesen? Ja klar, denn im ersten Teil war der kleine Racker ja bereits fünfzehn Jahre alt, wir bewegen uns also zwei Jahre zurück in die Zeit. Nun, also im Alter von süssen dreizehn Lenzen, ist Tony ebenso Held eines Abenteuers. In einem trostlosen, nahezu verlassenen Dörfchen, welches bezeichnenderweise den Namen Washington trägt, verschwinden die Einwohner zusehends. Selbst der Bürgermeister ist plötzlich nicht mehr auffindbar. Tony beschliesst natürlich, der Sache auf den Grund zu gehen und stellt Nachforschungen an.

Es ist schwer, das Spiel zu beschreiben, ohne euch zu viel von der skurrilen Story zu verraten. Bereits der abgedrehte Erzählstil sorgt dafür, dass das Spiel nicht als Standard-Adventure bezeichnet werden kann. Verwirrende Rückblenden, Déjà-vu-Effekte und Wiederholungen lassen anfänglich eher Fragezeichen in eurem Gesicht entstehen, als dass ihr der Ansicht sein könntet, spielerisch einen Fortschritt zu verzeichnen. Unterteilt in mehrere Kapitel, wird die Handlung dabei oftmals von Zwischensequenzen unterbrochen, die erst mit zunehmender Spieldauer ein klareres Bild abgeben. Die Handlung wird so - ja, sagen wir ruhig - künstlerisch wertvoll verpackt. Doch es ist so wie im Museum, dem einen gefällt das Bild an der Wand und er bleibt gerne stehen. Der nächste Besucher geht aber angewidert ob des Anblicks der grellen Farbgebung weiter.

Hinsichtlich der Präsentation muss der comichafte Stil im 2.5D-Look mal lobend und mal kritisch erwähnt werden. Sämtliche Figuren des Spiels sind echte Charaktere, besitzen viel eigenen Charme und weisen ein ähnlich abgedrehtes Aussehen wie Held Tony auf. Allerdings sind die Animationen nicht schön, sondern eher als hölzern zu bezeichnen. In erster Linie wissen die schönen Bilder des Dorfes zu beeindrucken. Da das Spiel in den fünfziger Jahren spielt, erhielten Häuser, Autos und andere Objekte ein entsprechendes Aussehen verpasst. Dass dtp sich enorm viel Mühe gegeben hat, das Spiel hierzulande in akustischer Hinsicht qualitativ hochwertig zu besetzen, wird allein durch die verpflichteten Sprecher deutlich. Herbert Feuerstein, die Synchronstimmen von Roseanne oder Bart Simpson und die Stimme des "Kleinen Arschlochs", welche Tony verliehen wurde, seien nur auszugsweise genannt. Allerdings ist die Aufnahmequalität nicht überzeugend, hat hier das Tonstudio geschlampt? Deutlich zu vernehmende Knackgeräusche deuten zumindest darauf hin. Zudem wurden nicht alle Textpassagen vertont, was für die Spielatmosphäre insgesamt bedauerlich ist.

Tony Tough 2
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Markus Grunow

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Markus Grunow am 16 Nov 2006 @ 19:33
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