GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

Train Fever: Review

  Personal Computer 

Sich um die Infrastruktur von Orten kümmern, Waren von A nach B transportieren, Buslinien einrichten und Bahnhöfe aus dem Boden stampfen, um Züge durchs Land zu schicken - das gibt's bei Train Fever zu erledigen. Dies klingt nicht nur zufällig nach dem Klassiker Transport Tycoon. Doch ist das Werk von Urban Games auch so gut wie das Original?

Zeitreise

Für manche Spieler gehört Transport Tycoon zu den wohl besten Aufbau- und Wirtschaftssimulationen überhaupt. Doch vernünftige und zeitgemässe Erben gab es nicht einmal vom Schöpfer Chris Sawyer, der mit seinem inoffiziellen Nachfolger Locomotion vor Jahren nicht so recht überzeugen konnte. Etliche Fans spielen stattdessen das kostenlose Open-Source-Projekt OpenTTD, das sich sehr an dem 20 Jahre alten Klassiker anlehnt. Gleiches gilt auch für das neue Train Fever, welches konzeptionell in genau die gleiche Richtung geht. Zu Beginn steht dem frischgebackenen Unternehmer im Jahr 1850 ein Batzen Geld zur Verfügung, der allerdings nur geliehen ist. Die Millionen sollen gefälligst investiert werden, damit man Gewinne erwirtschaftet und den Kredit abbezahlen kann. Doch eine echte Kampagne oder gar Missionen sind nicht vorgesehen, stattdessen wird man in ein Endlosspiel geworfen. Schlimmer noch: Erklärungen oder dergleichen hielten die Entwickler offenbar nicht für nötig. Nur das freie Drehen und Zoomen der 3D-Welt und eins, zwei andere Details werden in Form einiger Texttafel kurz erläutert.

Genau diese Tatsache ist dahingehend problematisch, weil Train Fever aufgrund zahlreicher Optionen nicht selbsterklärend ist. Ganz im Gegenteil: Dass es zum Beispiel zwei Arten von Bahnhöfen (für Passagiere und Güter) oder verschiedene Strassen und Fahrzeuge für diverse Einsatzzwecke gibt, ist schön - nur hätte man dem Spieler dies auch ordnungsgemäss mitteilen können. Nein, müssen! Sicher, wer Erfahrungen in dem Genre mitbringt, kann durch Experimentieren selbst alle Aspekte herausfinden, nur ist das nun wirklich nicht der Sinn der Sache. Ungeduldige Einsteiger lernen so, den Titel recht schnell zu hassen.

Mühsam nährt sich das Eichörnchen ...

Wer gewillt ist, diese Hürde zu nehmen, erfreut sich erst einmal an der interessanten Technik: Die bei einem Neustart stets zufällig erstellten Szenarien sind riesig - und das schon bei der kleinsten der drei möglichen Kartengrössen. In den Gebieten sind Produktionsanlagen (Öl-Raffinerien, Stahlfabriken, Holzherstellung etc.) sowie Städte platziert. Das Hauptziel ist es, diese sinnvoll miteinander zu verbinden. Und so schickt man Busse beziehungsweise anfänglich Postkutschen von Ort zu Ort, erstellt entsprechende Buslinien oder entscheidet sich dafür, Pferdetransporter (oder später LKWs) zu den Fabriken zu senden. Passagiere zahlen Geld, der Verkauf von Waren sorgt ebenfalls für klingelnde Kassen. Je erfolgreicher man ist, desto grösser ist das Wirtschaftswachstum in den jeweiligen Gebieten - die Städte expandieren und Wohlstand macht sich breit. Und das ist in Echtzeit bemerkbar. Das war zu Transport-Tycoon-Zeiten auch schon so, nur diesmal wirkt das alles natürlich visuell deutlich ansprechender und hochauflösender.

So weit gelungen ist ebenfalls das Bauen von Strassen und Schienennetzen, was recht flott von der Hand geht. Nur hin und wieder wird es bei detaillierten Arbeiten an komplexeren Strukturen etwas knifflig und unpräzise - zum Beispiel, wenn mehrere Schienen übereinander oder Tunnelsysteme erstellt werden müssen. Und selten ist nicht so recht klar, wieso etwas gar nicht gebaut werden darf.

Train Fever
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Sven Wernicke

Train-Fever


Train-Fever


Train-Fever


Train-Fever


Sven Wernicke am 05 Sep 2014 @ 22:30
Kaufen
oczko1 Kommentar verfassen