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True Crime - New York City: Review

  Personal Computer 

Die Polizei, dein Freund und Helfer? Nicht unbedingt, denn wenn ein zahmer Bulle in New York City seinen persönlichen Rachefeldzug startet, wird auch er schnell zum wilden Stier, der Unschuldige auf die Hörner nimmt. Warum wir hier mit Metaphern nur so um uns werfen? True Crime - New York City steht an und will rund ein halbes Jahr nach den Konsolen-Fassungen auch den PC-Spielern das Good Cop-Bad Cop-Prinzip vermitteln. Wie das geht? Ganz simpel. Man fragt sich als Spieler einfach, ob man den bösen Entführer festnimmt und ihn hinter schwedische Gardinen steckt, oder ob man ihm mit einem Kopfschuss gleich die Lichter auspustet. Wobei, man fragt sich eigentlich viel mehr, ob man die teuer erworbene Konsolenportierung umständlich beim Online-Auktionshaus verschachert oder gleich mit einem gut platzierten Tritt in die Tonne schiesst.

Reed my lips!

Oh weh, der erste Absatz liegt gerade hinter uns und die Objektivität bleibt schon restlos auf der Strecke? Mitnichten, aber schauen wir uns doch zunächst an, worum es hier überhaupt geht.

True Crime ? New York City ist der direkte Nachfolger von Streets of L.A., hat aber nur das grundlegende Spielprinzip mit dem ersten Teil gemeinsam. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Marcus Reed, einem Antiheld, der seine Berufung als Polizist erst auf Umwegen gefunden hat. . Ein erfahrener Detective, Terry Higgins, holte den halbstarken Kriminellen einst von der Strasse und legte ihm aufgrund seiner enormen Talente nahe, in den Polizeidienst einzutreten. Fünf Jahre später steht Marcus unmittelbar vor der Prüfung zum Detective, die der Spieler übrigens als Tutorial spielen darf. Ist diese absolviert, verhaftet Marcus als erste Amtshandlung und Feuertaufe noch ein paar Kleinkriminelle in den Strassen von New York und muss dann zusammen mit seinem alten Mentor und Partner eilig zu einem mysteriösen Einsatz in einem verlassenen Wohnhaus. Nur wenige Augenblicke, nachdem Higgins das Haus betritt, explodiert das gesamte Gebäude vor Reeds Augen. Um seinen Partner trauernd, wird er von den Ermittlungen abgezogen und als Zivilstreife auf die Strassen von New York geschickt. Dort nimmt das FBI mit ihm Kontakt auf und verrät, dass Higgins kurz vor der Enttarnung eines Maulwurfs in den Reihen der New Yorker Street Crime Unit war, alle Beweise sind jedoch bei Higgins? Ermordung vernichtet worden. Nun ist es also an Marcus, den Mörder zu finden und den Maulwurf zu enttarnen.

Das klingt nach einer recht tiefgründigen Geschichte, entpuppt sich allerdings schnell nur als Mittel zum Zweck, um die verschiedenen Storymissionen halbwegs sinnvoll aneinander zu reihen. Zugegeben, die Zwischensequenzen in Spielgrafik, die die Story weitererzählen, sind durchaus gelungen und atmosphärisch in Szene gesetzt. Das ist vor allem den soliden Charakteranimationen und der erstklassigen englischen Sprachausgabe zu verdanken. Alle Figuren wirken authentisch und lassen den Spieler schnell in das Ratespiel um den Maulwurf mit einsteigen. Wer könnte es denn gewesen sein? Der mürrische Chef, die liebreizende Kollegin oder doch der wortkarge Beamte in der Fuhrpark-Garage, mit dem niemand rechnen würde? Und was hat Marcus? Vater, ein einsitzender Gangsterboss mit viel zu vielen Kontakten zur New Yorker Unterwelt, mit der ganzen Sache zu tun?

Das Elend der Strasse

Die Eigenschaft, in den ärmsten Verhältnissen aufgewachsen zu sein und sich als Jugendlicher durch die Strassen gekämpft zu haben, kommt Marcus bei seinem Undercover-Streifzug durch New York gerade recht. Er kann so ziemlich jede Schusswaffe, die ihm vor die Füsse fällt, problemlos bedienen und sich so den Weg frei ballern. Waffen gibt es im Polizeirevier oder als Überbleibsel niedergestreckter Verbrecher. Geht die Munition trotzdem zu Neige, verfügt Marcus auch über diverse Nahkampftricks, die ihm, gepaart mit seiner Fähigkeit, sich leise anzuschleichen, sogar den einen oder anderen Überraschungsmoment verschaffen. Schuss- und Kampffertigkeiten kann Marcus im Lauf des Spiels übrigens verbessern und ausbauen ? ganz so, wie es sein Kollege Nick Kang schon im Vorgänger konnte.

Da die Entwickler sich einer recht detailgetreuen digitalen Nachbildung des echten New Yorks bedienen, erstreckt sich das gesamte Spielgebiet über rund 40 Quadratkilometer und wirkt damit sogar grösser als die Spielwelt eines GTA San Andreas. Das führt mitunter dazu, dass es trotz Vollgas gut und gerne mal zehn Minuten dauert, bis Marcus am nächsten Einsatzort angekommen ist. Glücklicherweise kann sich der Cop aber ähnlich wie sein Gangster-Pendant in GTA aller herumstehenden und fahrenden Fahrzeuge bedienen. Ein kurzer Warnschuss oder das Präsentieren der Polizeimarke genügt, um den eigentlichen Besitzer des Vehikels davon zu überzeugen, dass es bei Marcus in besseren Händen ist. Dass dem aber nicht so ist, stellt ein gelungenes Schadensmodell eindrucksvoll optisch dar. Türen brechen weg, Kotflügel verbeulen, Scheiben zerspringen und die Karosserie verformt sich. Trotz der grösstenteils etwas polygonarmen Fahrzeuge zieht das Schadensmodell also fast alle Register.

True Crime - New York City
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Tobias Kuehnlein

True-Crime---New-York-City


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Tobias Kuehnlein am 11 Mai 2006 @ 22:12
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