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Turning Point - Fall of Liberty: Review

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Zweifellos, liebe Leser, war der Zweite Weltkrieg nichts Schönes, besonders nicht für die Deutschen. Aber wenn wir einmal bedenken, was dieser Krieg zerstört hat, so muss man zugeben, dass er sich rein finanziell betrachtet wohl längst refinanziert hat. Denn ohne den Zweiten Weltkrieg gäbe es keine Filme, Bücher, TV-Serien und natürlich Videospiele über den selbigen. Industriell betrachtet ist der Schaden also wieder reingeholt, was manche Entwickler aber nicht daran hindert, fröhlich weiter Leichenschändung zu betreiben. Da das Szenario in seiner historischen Vorlage nun schon reichlich ausgelutscht ist, bedient Codemasters den Markt mit einem frischen "Was wäre, wenn"-Szenario, namentlich den Ego-Shooter Turning Point: Fall Of Liberty. Das bringt uns wiederum zu der Frage, was gewesen wäre, wenn Codemasters dieses Spiel nicht entwickeln lassen hätte.

Butterfly Effect

Es sind die kleinen Dinge, die oftmals nicht abzusehende Folgen nach sich ziehen. Diese Erfahrung haben schon Ashton Kutcher und Sam Fisher gemacht, nun seid ihr dran. Turning Point stellt nämlich eine gewagte These auf. Was wäre gewesen, wenn der britische Premier Winston Churchill seine Begegnung mit einem New Yorker Taxi im Jahre 1931 nicht - wie eigentlich geschehen - überlebt hätte? Nun, der gute Mann hätte das britische Volk aus dem Grab nur schwer durch den Zweiten Weltkrieg bringen können. Codemasters geht sogar soweit und nimmt an, dass eine mögliche Folge der Sieg des Hitler-Regimes und eine Nazi-Invasion der USA wäre. Und genauso beginnt Turning Point. Als Hochbau-Arbeiter Dan Carson seht ihr, auf einem Stahlträger über der Fifth Avenue balancierend, dabei zu, wie Luftschiffe und Kampfjäger der Nazis New York angreifen und um euch herum die Hölle losbrechen lassen.

Bei so einem fröhlichen Feuerwerk schaut man natürlich nicht tatenlos zu. Dan versucht sich im Kugelhagel von seiner strategisch ungünstigen Position als Schiessbudenfigur in 150 Metern Höhe herab zu balancieren. Gar nicht so einfach, denn Explosionen und richtig fiese Skriptereignisse lassen Dans Baustelle langsam, aber sicher in sich zusammenbrechen. Immerhin gibt euch das die Gelegenheit, euch mit der Steuerung vertraut zu machen. Rund fünf Minuten und unzählige Pyroeffekte später findet ihr euch auf dem Erdboden wieder, mittlerweile mit einem deutschen Maschinengewehr in der Hand. Woher ihr das habt? Na, wir wollen nicht zu viel verraten, aber der ursprüngliche Besitzer hatte nach der Begegnung mit Dan eine richtig nette Flugkurve. Ab jetzt wird Turning Point zum reinrassigen Ego-Shooter, denn an der Seite unzähliger Widerstandskämpfer und diverser US-Militärs sollt ihr die bösen Deutschen in die Flucht schlagen. God save the Queen! Halt, nein...!

Schmierentheater

Die ersten Spielminuten von Turning Point: Fall Of Liberty sind zweifellos die mit am Besten inszenierten. Das ist auf der einen Seite schön, andererseits aber bedeutet das, dass die übrige Spielzeit qualitativ stark abfällt. Das hat schon allein mit der Inszenierung zu tun. Klar, die Cutscenes in Spielgrafik sind nett und am Soundtrack sass ein echter Fachmann, aber die Figuren wirken seelenlos, das Szenario aufgesetzt und gekünstelt und Held Dan hat ungefähr soviel Tiefe wie das das siebte Loch auf dem Minigolfplatz. Eine intelligente Geschichte fehlt darüber hinaus ebenso, was Turning Point letzten Endes zu einer recht oberflächlichen Ballerei verkommen lässt. Das wäre nun an sich kein Todesurteil, wenn die oberflächliche Ballerei wenigstens gut wäre.

Turning Point - Fall of Liberty
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Tobias Kuehnlein

Turning-Point---Fall-of-Liberty


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Tobias Kuehnlein am 09 Apr 2008 @ 18:00
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