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Wargame - European Escalation: Review

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Als in den 1970er- und 1980er-Jahren die Welt am Rande des Dritten Weltkrieges stand, wäre im Fall der Fälle auch Deutschland direkt betroffen gewesen. Als erste Gegner wären die NVA und die Bundeswehr aufeinandergetroffen. Dieses Szenario ist Thema im neuen Spiel der R.U.S.E.-Macher Eugen Systems. Inklusive acht Nationen mit über 300 verschiedenen Einheiten, Decksystem, Online-Ranglisten, aktueller Grafik und 1980er-Jahre-Kommandozentralen-Flair. Ob sich der R.U.S.E.-Nachfolger lohnt, könnt ihr hier nachlesen.

Der Fall Weinhold

Ein geflüchteter NVA-Grenzer namens Weinhold und seine übereifrigen Ex-Kameraden bringen den Stein ins Rollen und verwandeln den Kalten Krieg in einen ziemlich heissen. Die NVA beginnt mit dem Angriff auf Westdeutschland, und der Spieler muss ihn mit der Bundeswehr und der britischen Armee aufhalten. Na prost Mahlzeit! Eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Wobei der Ansatz, die NVA wäre wegen eines solchen Zwischenfalls in den Krieg gezogen, schon sehr arg an den Haaren herbeigezogen ist. Aber nun gut. Das Szenario ist zwar etwas unausgeklügelt, reicht aber, um einen ordentlichen Krieg vom Zaun zu brechen.
Interessant ist, dass man später auch aus der Sicht der Russen in den Kampf ziehen muss, um in Polen die Aufstände Anfang der 1980er-Jahre niederzuschlagen.

Insgesamt vier Operationen mit jeweils vier bis sieben Missionen führen den Spieler in das Kampfsystem ein und fordern die Hobbystrategen hier und da schon mal heraus. Ein kurzes Tutorial weist den Spieler vorher etwas holprig in die Spielmechanismen ein. In Sachen Abwechslung zeigt sich Wargame zunächst recht einseitig. Meistens muss der Spieler die feindliche Zone säubern und Ortschaften erobern. Später darf man auch mal Stellungen auf Zeit halten und als weiteren Anreiz Nebenziele erfüllen.



Eine Geschichte abseits der fiktionalen Rahmenhandlung - wie im Strategiespiel World in Conflict, das ein ähnliches Szenario bietet - wird hier nicht abgeleiert. Keine persönlichen Dramen, keine Gefühlsduselei, denn Krieg ist ein Geschäft für Profis. Das hat sich wohl auch Eugen Systems dabei gedacht. Und somit bietet Wargame weniger Action und Zwischensequenzen, aber dafür mehr taktischen Tiefgang und Sterilität als noch im Quasivorgänger R.U.S.E.. Das freut den puristischen Strategen, der ausserdem neben der Kampagne auch online in Ranglisten um die vorderen Ränge spielen und sich jeweils im Solo- und Mehrspielerbereich Punkte verdienen kann, mit denen er seine Lieblingseinheiten für sein Deck freischalten kann. Mit selbigen darf man dann seine eigene Truppe aus den nahezu 300 Einheiten und ihren Ausführungen zusammenstellen. Deutsche Leopard-Panzer, dazu Panzergrenadiere mit Marder, und französische Gazelle-Hubschrauber übernehmen die Deckung aus der Luft? Kein Problem. Auch britische Spezialeinheiten mit Lynx-Hubschrauber sind verfügbar. Cobra- und Apache-Kampfhubschrauber gibt es auch. Auf der anderen Seite trifft man alte Bekannte wie T-34, T-72, Mi-24 Hind, BMP-1 und SPEZNAZ-Spezialeinheiten.

Es gibt nahezu jede denkbare Einheit aus der Zeit von 1975 bis 1985. Diese werden in Infanterie, Panzer, Unterstützung, Hubschrauber, Aufklärung und Logistik unterteilt. Einheiten der letzteren Kategorie bringen den Nachschub wie Munition und Treibstoff zu den Fahrzeugen und reparieren diese. Verschwenderisch darf man aber nicht sein. Jede Karte besitzt nämlich nur einen begrenzten Vorrat an Nachschub, der in Basen - sogenannten FOBs - gelagert wird. Neue Einheiten werden über Verstärkungszonen angefordert, die mit einem Kommandofahrzeug gehalten werden müssen. Der Knackpunkt ist also, richtig zu haushalten und bei einer Strategie zu bleiben, denn langer Artilleriebeschuss ist teuer, und unbegrenzt Einheiten können auch nicht angefordert werden. Irgendwann sind die Ressourcen erschöpft. Das zwingt alle Spieler zum Handeln, denn langes Ausweichen und Zurückziehen bringen hier auch nichts.

Kommandozentrale im Design der 1980er

Bevor die erste Schlacht geschlagen werden kann, muss man sich durch das etwas komplizierte Menü kämpfen, das im Stil einer militärischen Kommandozentrale der 1980er-Jahre gehalten ist und dem Hobbystrategen das Gefühl geben soll, von dort aus den Krieg zu führen. Das wirkt spätestens dann gewöhnungsbedürftig, wenn fast alle Menüs über zwei Gruppen von Knöpfen auf der linken beziehungsweise rechten Seite bedient werden müssen. Das verwirrt und ist am Anfang sehr ärgerlich.

Wargame - European Escalation
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Alexander Boedeker

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Alexander Boedeker am 14 Mrz 2012 @ 10:25
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