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Wasteland 2: Review

  Personal Computer 

Etliche Jahre bevor mit Fallout das wohl populärste postapokalyptische Rollenspiel das Licht dieser Welt erblickte, veröffentlichte Designlegende Brian Fargo Wasteland. Ein Spiel, das mit harten Kämpfen, tiefschwarzem Humor und der unglaublichen Spielfreiheit den Nerv seiner Zeit traf. Wasteland fand tausende Fans, aber keinen Nachfolger - nur Fallout hielt die Flagge des postapokalyptischen Rollenspiels oben.

Brian Fargo indes machte mit seinem neuen Studio inXile entertainment höchstens durch die Neuauflage der Bard's-Tale-Reihe von sich reden, wenngleich das Spiel ein kommerzieller Flop war. Die alten Glanzzeiten waren in weite Ferne gerückt, und der Versuch, über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter 900.000 US-Dollar für ein Wasteland 2 aufzutreiben, wurde zunächst belächelt. Letztlich wurden mehr als 3 Millionen US-Dollar eingesammelt und das fertige Spiel von den Spendern wie auch der Fachpresse gefeiert.

Kein schöner Land mehr

Kein Wunder: Wasteland 2 bedient sich in weiten Teilen der einstigen Erfolgsformel. Wie schon im Original, hat eine nukleare Katastrophe die Erde heimgesucht. Im Jahr 1998 - auf einer alternativen Zeitlinie - wurde unser Heimatplanet von Meteoriten getroffen, welche die Supermächte Sowjetunion und USA zu einem Nuklearkrieg anstachelten. In der Folge wurden weite Teile der Erdbevölkerung ausradiert, und zurück blieben wenige Überlebende, die ihr Glück in einer lebensfeindlichen, strahlenden Umwelt ohne Gesetze oder soziale Normen suchen müssen. Im nuklearen Winter herrscht aber nicht allerorten Anomie: Kleine Nester wie etwa ein Gefängnis im Südwesten der ehemaligen USA sind Orte relativer Stabilität. Dort, wo einst Schwerverbrecher ihre Strafen absassen, werdet ihr als Desert Ranger mit der Durchsetzung von Ruhe und Ordnung beauftragt. Angesichts irrer Kultisten, skrupelloser Banditen, mordender Banden und mutierter Kreaturen eine schier unmögliche Aufgabe. Und dann ist da noch dieser Roboter, der für Aufruhr sorgt ...

Wasteland 2 Bild

Helden aus dem Baukasten

Die Story-Zutaten und das Setting sind Veteranen so vertraut wie das Spielsystem. Aus einer Top-down-Perspektive steuert ihr ein Squad von bis zu vier Desert Rangern, die ihr zuvor im umfangreichen Charakter-Editor selbst erstellt oder aber aus vorgefertigten Avataren auswählt. Was dem gemeinen Call-of-Duty-Spieler eine Reizüberflutung ist, lässt Wasteland-Zocker speicheln: Insgesamt 29 Fertigkeiten stehen zur Verfügung, vom brachialen Soldaten über den Sprengstoffmeister und Scharfschützen bis zum Sanitäter oder Diplomaten könnt ihr eure Truppe spezialisieren - feste Klassen kennt Wasteland 2 nämlich nicht. Das ist ideal für RPG-Experten und schlecht für Neueinsteiger, die schon wenige Minuten nach Spielstart überfordert sein dürften. Mag sein, dass die noch die erste Quest - die Suche nach einem vermissten Ranger - annehmen können oder ihren Trupp über die Weltkarte ziehen.

Die ersten Gefechte jedoch sind ein Brett und enden nur allzu schnell mit dem Bildschirmtod. Das holt Fantasten schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Ähnlich wie in den 2D-Fallout-Spielen laufen die Begegnungen rundenbasiert ab. Jeder Charakter verfügt über Aktionspunkte, die in Bewegungen oder Angriffe investiert werden; sind die verbraucht, zieht die nächste Figur auf dem Schlachtfeld. Nicht nur die Aktionspunkte solltet ihr im Auge behalten, sondern auch die Art der Waffe, die eure Truppe mit sich führt. Nur mit Knüppeln bewaffnet in die Schlacht zu ziehen, ist nicht sonderlich intelligent. Stattdessen kommt es auf eine gute Mischung aus Nah- und Fernkampfwaffen an, die euch dann die Dominanz auf dem Feld sichert. Bis ihr die das erste Mal erreicht, vergehen jedoch einige Stunden und unzählige Gefechte. Wasteland 2 spart sich die Tutorials; wie ihr die Gefechte überlebt oder sich die zahlreichen Entscheidungen auf dem Weg zum grossen Finale auswirken, bleibt euch zunächst unklar. Mit zunehmender Spielzeit kommt ihr hinter all die Feinheiten des Spiels.

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Daniel Wendorf


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Daniel Wendorf am 18 Okt 2014 @ 13:34
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