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Wolfenstein - The Old Blood: Review

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MachineGames hat im vergangenen Jahr mit Wolfenstein: The New Order einen Überraschungs-Hit abgeliefert, der Old-School-Ballerei mit moderner Technik und frischen spielerischen Ansätzen verknüpfte. Nun erzählt das im Mai veröffentlichte Prequel The Old Blood die unmittelbare Vorgeschichte – und kann mit dem grossen Bruder leider in vielerlei Hinsicht nicht mithalten.

Die irre Helga

Kurz vor den Ereignissen in The New Order erhielt B. J. Blazkowicz, der US-Kampfspezialist und Held der Wolfenstein-Reihe, den Auftrag, in die stark bewachte Nazifestung Burg Wolfenstein einzudringen, um die Position von General Totenkopfs Hauptquartier in Erfahrung zu bringen. Hierzu gilt es, an ein Geheimdokument heranzukommen, das sich in den Händen der wahnsinnigen Archäologin und Nazi-Offizierin Helga von Schabbs befindet. Die geistig gestörte Dame forscht im Bereich des Okkulten und ist einer sagenumwobenen mächtigen Kriegswaffe auf der Spur, die angeblich bereits Otto I. bei der Gründung des Heiligen Römischen Reiches geholfen haben soll.

Volles Rohr?

Bot The New Order noch atemlose Action von Anfang bis Ende, hat The Old Blood einen vergleichsweise durchwachsenen Auftritt. Zu Beginn infiltrieren wir Burg Wolfenstein in Nazi-Uniform getarnt und mit Hilfe eines befreundeten Spions. Dann steht eine recht lange Schleichpartie durch weitläufige Fabrik- und Gefängniskomplexe auf der Agenda – an zahlreichen schlafenden High-Tech-Kötern und schrankhohen, von Stromleitungen abhängigen Maschinengegnern vorbei. Auf Wunsch können wir die Biester heimlich überwältigen und den wandelnden Schrotthaufen temporär den Saft abdrehen, um sie auszuschalten. Besonders unterhaltsam ist das Ganze aber nicht. Erst zum Ende von Kapitel 1 scheint der Charme des grossen Vorbilds durch die biedere Fassade des Prequels, dürfen wir doch dann in gewohnter Manier schwer bewaffnete High-Tech-Nazis in bombastischen Auseinandersetzungen niedermetzeln. Hierzu sliden wir mit Anlauf hinter zerstörbare Beton- und Holzdeckungen, lassen bei Bedarf explosive Tanks in der Nähe der Feinde hochgehen und mit grosskalibriger Sniper-Wumme, Granaten oder anderen Kriegsgeräten Köpfe zerplatzen und Körper in Teile zerfetzen. Nichts für schwache Nerven, keine Frage, doch ist das Spiel wie die 2014er-Ausgabe nicht umsonst erst ab 18 Jahren freigegeben.

Wer es weniger brachial mag, darf erneut in Stealth-Manier vorgehen, sich von hinten an patrouillierende Wachposten oder Offiziere heranschleichen und sie brutal mit dem Messer oder dem neuen Allzweckrohr eliminieren. Letzteres dient nicht nur als Nahkampfprügel, sondern auch als Kletterhilfe, können damit doch bestimmte markierte Wände erklommen werden, indem wir abwechselnd die linke und rechte Maustaste drücken beziehungsweise gedrückt halten. Eine nette Idee, die für unseren Geschmack jedoch deplatziert wirkt, zu häufig vorkommt und keine grosse Freude bereitet. Das leise Ausschalten von Offizieren bringt abgesehen von einem freischaltbaren Vorteil übrigens gar nichts mehr – in The New Order erfuhren wir dadurch immerhin noch die Positionen von versteckten Gegenständen. Schade auch, dass es immer noch nicht möglich ist, Leichen wegzuschleppen.

"Es regnet Arschlöcher!"

The Old Blood ist trotzdem redlich bemüht, das Niveau von The New Order zumindest stellenweise zu halten. So gibt es wieder einige Briefe, Goldbarren und Charakterporträts in den Levels zu entdecken. Der Einsatz bestimmter Waffen oder das Erreichen vorgegebener Ziele schaltet zudem wieder Vorteile frei, die etwa die Lebensenergie oder die Munitionskapazität erhöhen. Versteckte Bonuslevels im grafischen Stil des Ur-Wolfensteins haben es ebenfalls wieder ins Spiel geschafft, sind für Kenner des 2014er-Teils aber natürlich nichts Besonderes mehr und teils viel zu langatmig geraten.

The New Order wusste abseits der coolen Action mit skurrilen Charakteren wie Max Hass zu begeistern. Menschen, die einem im Verlauf der Handlung ans Herz wuchsen und die sowieso schon krasse Atmosphäre bereicherten. The Old Blood lässt derartige Figuren grösstenteils vermissen oder reizt deren Potenzial nicht richtig aus. Der Nazi-Bösewicht Rudi Jäger mit seinen blutrünstigen Kötern hätte beispielsweise noch viel prominenter auftreten können. Aber auch hinsichtlich der Grausamkeit des Regimes verfehlt das Prequel leider die Fussstapfen des 2014er-Titels.

Wolfenstein - The Old Blood
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 01 Jun 2015 @ 08:47
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