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Zeno Clash: Review

  Personal Computer 

Es gibt eins auf die Fresse in der steinzeitlich-endzeitlichen Spielwelt von Zeno Clash. Stammesmitglied Ghat tötet das Oberhaupt Vater-Mutter und befindet sich kurz darauf mit Freundin Daedra auf der Flucht vor seinem eigenen Volk. Ein Abenteuer, das beiden Seiten viel Blut, Schweiss und Zähne kosten wird. Wir sagen euch, warum das nur 16 Euro teure Source-Engine-Spiel in der Oberliga der Actiontitel mitspielt.

Guillermo del Toro lässt grüssen

Wer Pans Labyrinth oder Hellboy 2 gesehen hat, wird die fantasiereichen, grotesken Fabelwesen aus der Feder von Regisseur Guillermo del Toro kennen. Fast könnte man ihm eine Mitarbeit an Zeno Clash andichten, denn selten gab es so bizarre Kreaturen in einem Spiel zu sehen. Abgesehen von Ghat und Daedra ist der Menschenanteil in der Spielwelt nämlich verschwindend gering. Humanoide Lebewesen mit Nager-, Vogel- und Elefantköpfen, aber auch solche mit fast undefinierbarer Speziesherkunft bevölkern vornehmlich die Areale.

Selbst die Spielwelt ist nicht wirklich einer bestimmten Zeitepoche zuzuordnen, macht am ehesten den Eindruck einer postapokalyptischen Ära mit steinzeitlich angehauchter Technologie. Haushohe Saurier mit Rüsseln und schiefen Zähnen bevölkern kahle Gebirgszüge sowie Steppen, während sich in Sümpfen und düster-nebligen Wäldern so genannte Rattenvögel breitmachen, die mit Säureklumpen nach euch spucken. Ja, die Umgebungen machen etwas her, auch wenn sie leider extrem linear gestaltet wurden und Ghat weder ducken noch springen kann. Das muss per se natürlich nicht negativ sein, stört aber in diesem Fall doch beträchtlich. Wieso? Werfen wir einen Blick auf das Kampfsystem!

Aua! Warum schlagen Sie mich?

Wer einen reinen Ego-Shooter erwartet, sollte einen grossen Bogen um das Spiel machen. Zwar wird auch hier komplett aus der Ego-Perspektive heraus agiert, doch bestreitet ihr einen Grossteil der Gefechte mit blossen Fäusten. Anfangs nur in der Lage, ein paar simple Schläge auszuführen und gegnerische Attacken abzublocken, werdet ihr im Spielverlauf zum versierten Kampfsportler ausgebildet. Tritte, wuchtige Haken und Konterattacken gehören dann zu eurem Kampfrepertoire. Durch die Ego-Ansicht bedingt ist es allerdings oftmals schwierig, die eigene Reichweite und die des Feindes korrekt einzuschätzen, so dass Fehlschläge und ärgerliche feindliche Treffer vorprogrammiert sind.

Generell ist es schon spassig, Kontrahenten zu vermöbeln und sie dank detaillierten Ragdolls durch die Gegend zu schleudern oder ihnen den Strohhut von der Birne zu prügeln. Blöd hingegen, dass Ghat selbst nicht allzu viele Treffer einstecken kann und recht schnell zu Boden geht. Bis er sich wieder selbstständig aufgerafft hat, vergeht wertvolle Zeit, in der ihr keine Kontrolle über ihn habt. Währenddessen kann sich eine Gegnergruppe längst neu formiert und Ghat eingekesselt haben. Wenn ihr Pech habt, seht ihr eure Lebenskraft schneller schwinden als euch Mike Tyson ein Ohr abbeissen könnte. Und weil keine manuelle Speicherung möglich ist, dürft ihr nach dem Ableben das komplette Gefecht von vorne beginnen. Daumen runter für diese Unart!

Zu den Waffen!

Glücklicherweise müsst ihr nicht gänzlich auf Wummen verzichten, doch dürft ihr keine Wunderwaffen erwarten. Die verschiedenen Pistolen und Gewehre verfügen zwar über unbegrenzt Steinmunition, müssen jedoch schon nach wenigen Schüssen aufwendig nachgeladen werden. Und Leute, der Nachladevorgang dauert elendig lange, verlangsamt in der Zeit beträchtlich euer Lauftempo und schränkt eure Verteidigungsfähigkeiten ein. Weil die Kampfareale meist sehr eng sind und keine Deckungsmöglichkeiten bieten, habt ihr schnell eine gegnerische Faust im Gesicht und die längste Zeit eine Knarre in Händen gehalten. Die fliegt nämlich dann in hohem Bogen durch die Luft und wird einige Meter weiter wahrscheinlich von einem Widersacher aufgehoben. Kommt ihr doch mal zum Ballern, müsst ihr die Waffe Call of Duty-artig erst in den Anschlag nehmen und dann möglichst genau in Richtung des Ziels schiessen.

Zeno Clash
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 12 Mai 2009 @ 16:53
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