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eXperience112: Review

  Personal Computer 

Lea Nichols ist Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Edehn, die auf einem Supertanker irgendwo da draussen auf dem Meer geheime Experimente durchführt. Na, sagen wir besser durchgeführt hat. Denn irgendetwas ging bei den mysteriösen Experimenten mächtig daneben. Was und warum? Nun, der Dampfer ist mittlerweile auf einen Strand aufgelaufen, die Besatzung scheint komplett verschollen zu sein und das Schiff selbst ist innen und aussen mit merkwürdigen Pflanzen überwuchert. Lea selbst scheint die einzige Überlebende zu sein, als sie in ihrer Kabine erwacht. Oder etwa nicht? Immerhin beobachtet ihr sie über das Sicherheitsnetzwerk des Schiffes und könnt über Kameras und Lichter mit ihr kommunizieren. Warum ihr das könnt und wer ihr seid, wisst ihr zunächst nicht. Spannend, gell?

Das Traumschiff

Die schönsten Spiele sind die, die man am Anfang erstmal nicht versteht, oder? Nun, Lea erwacht, sie bemerkt dass die Kameras aktiv sind und sie stellt fest, dass da wohl jemand sitzt. Dieser Jemand seid ihr. Erste Probleme stellen sich dann bereits ein, als euch Lea fragt, ob ihr von der Sicherheitscrew des Schiffes seid. Tja, was nun? Nickt ihr mit der Kamera oder simuliert ihr eine Kopfschüttel-Bewegung? Wer ihr seid und warum ihr Lea seht, wisst ihr nämlich selbst nicht. Oder etwa nur noch nicht?

Lea hilft euch beim Hochfahren des Systems und weist euch grob in die Mechanik der Überwachungssoftware - also des Spiels - ein. Gelungen ist dabei, dass ihr permanent das Gefühl habt, wirklich an so einer Überwachungssoftware zu sitzen. Immerhin besteht der Spielbildschirm aus einer Art Desktop mit einem rudimentären Startmenü, den Farbstil und das Hintergrundbild könnt ihr im Optionsmenü sogar frei wählen. Ob ihr davon im Spielverlauf so viel seht, ist fraglich, denn es gilt Fenster zu öffnen, zu schliessen und anzuordnen. Falls wir es noch nicht erwähnt haben: ihr könnt nicht mit Lea sprechen. Ihr reagiert auf ihre Anweisungen nur durch Bewegungen mit der Kamera, das Aktivieren von Lichtquellen oder andere Dinge, die ihr über die Software bedienen könnt. Und genauso steuert ihr Lea auch, nämlich indirekt, indem sie auf eure Signale reagiert. Soll sie sich in einem bestimmten Raum umsehen, entsichert ihr einfach die Tür und schaltet das Licht darin ein, und schon marschiert Lea hinein und sieht sich um.

Spurensuche mit Zoom

Da es sich bei Experience 112 um ein reinrassiges Adventure handelt, gilt es natürlich auch Rätsel zu lösen. So müsst ihr zum Beispiel früh im Spiel die Kontrolle über eine Robotereinheit übernehmen, um in einem mit Giftgas verseuchten Raum eine Magnetkarte sicherzustellen. Später gilt es unter anderem, versteckte Codes und Passwörter zu finden. Dies geschieht meist durch das haarkleine Absuchen von Räumen oder Schreibtischen mit Hilfe des Kamerazooms. Für das Sicherheitssystem findet Lea nämlich im Spielverlauf diverse Zusätze wie den eben genannten Zoom, einen Wärmebild- und Nachtsichtfilter oder eine Scharfstellfunktion, die anfangs hoffnungslos unscharfe Kameras wieder nutzbar macht.
Ab und an müsst ihr euch aber auch in die Personaldatenbank reinhacken, um bestimmte Informationen zu finden. Das erledigt ihr über das Startmenü und mit Hilfe der euch von Lea übermittelten Codes und Passwörter, sofern sie diese kennt. Diese Informationen, die Erkenntnisse auf dem Schiff und gelegentliche Flashbacks in Form von kurzen Videosequenzen setzen dann langsam, aber sicher das spannende Puzzle rund um das Schiff und das 112. Experiment zusammen. Und zu erfahren, was hier eigentlich vorgefallen ist, ist das wohl am meisten motivierende Ziel des Spiels und entschädigt für das laufende, endlose Umschalten zwischen den insgesamt mehreren Hundert Kameras, die ihr im Spielverlauf bedienen werdet.

Ja hoppla, war dieser letzte Halbsatz etwa dezent eingeflochtene Kritik? Ja, tatsächlich. Wohlwollend gesprochen wird sich bei Experience 112 niemand zu Tode hetzen. Lea selbst gibt durch ihr Lauftempo das Spieltempo vor, und das ist gelinde gesagt nicht das schnellste. Das hat immerhin den Vorteil, dass euch genügend Zeit bleibt, die nächsten Kameras und Lichter zu aktivieren, um auch im nächsten Raum den Überblick zu behalten. Was sich am Anfang äusserst innovativ und spannend spielt, wird leider recht schnell zur nervigen Routine. Die ewige Fensterschieberei steht in keinem Verhältnis zu den dezent gestreuten Erfolgserlebnissen im Spiel. Immerhin, geduldige Spieler wird die mysteriöse Story genug motivieren, um das letzte Geheimnis des Schiffs zu enttarnen.

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Tobias Kuehnlein

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Tobias Kuehnlein am 23 Mrz 2008 @ 08:49
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