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Gemini Rue: Review

  Personal Computer 

Prison Break in der Zukunft

Um gleich auf die erste Besonderheit von Gemini Rue zu kommen: Azriel Odin ist nicht der einzige spielbare Charakter in diesem Adventure. Immer wieder blendet das Geschehen im Spielverlauf um, und ihr findet euch dann in der Rolle eines Gefangenen namens Delta-6 wieder. Dieser kommt ohne Gedächtnis in einer wenig idyllischen Anstalt zu sich und muss dort täglich zahlreiche Tests und Trainingseinheiten absolvieren - stets unter Beobachtung von zahlreichen Kameras. Ihr ahnt es vielleicht schon: Eure Aufgabe ist es, mehr über Delta-6 respektive seine Vergangenheit herauszufinden und zudem aus der Anstalt zu entkommen.

Man merkt bereits an den Beschreibungen der beiden Szenarien, dass die Zukunftsvision von Gemini Rue ziemlich düster und teilweise auch etwas bizarr ist. Dies spiegelt sich auch in der Präsentation des Spiels wider, in der dunkle Töne das Bild bestimmen. Der Vergleich zum Film-Noir-Genre drängt sich regelrecht auf und ist absolut gerechtfertigt. Die bedrückende Stimmung kommt sehr gut zur Geltung und trägt einen grossen Teil zur faszinierenden Atmosphäre von Gemini Rue bei. Allenfalls bei einigen der Charaktere vermissen wir diese Liebe zum Detail etwas, so dass besagte Figuren etwas zu oberflächlich dargestellt werden - hier haben die Entwickler etwas von ihrem Potenzial verschenkt.

Bleiben wir noch kurz bei der Präsentation: Grafikfetischisten werden keine Freude mit Gemini Rue haben. Die Optik ist aufgrund der geringen Auflösung recht pixelig und kann mit modernen Adventures nicht mithalten. Dennoch wirkt alles in sich stimmig, so dass man diesen Malus nach kurzer Zeit geistig wieder in den Hintergrund drängt.

Doch viel wichtiger ist auch eigentlich der Rest des Spiels, insbesondere die Rätsel. Diese hinterlassen insgesamt einen guten Eindruck. Teilweise müsst ihr längere Aufgabenketten lösen. So gilt es beispielsweise, eine bestimmte Tür zu finden. Kaum steht ihr davor, stellt sich heraus, dass diese verschlossen ist. Da es sich dabei um eine elektronische Verriegelung handelt, kommt ihr auch mit dem Werkzeug in eurem Inventar nicht weiter. Es muss demnach eine andere Lösung her. Die Rätsel, die ihr in der Rolle des Gefangenen Delta-6 knacken müsst, sind aufgrund der geringeren Anzahl an Schauplätzen zwar nicht allzu komplex, aber zum Ausgleich etwas raffinierter. Immerhin muss man sich etwas einfallen lassen, um aus einer geschlossenen Anstalt zu entkommen, in der man unter ständiger Beobachtung steht. Zudem sorgt der Wechsel zwischen den Protagonisten ohnehin für Abwechslung. Ausserdem gibt es immer wieder eine kleine Auflockerung in Form von kurzen Actioneinlagen, bei denen man beispielsweise Feuergefechte austragen oder eine Flucht überleben muss. Allerdings ist die Steuerung bei diesen Sequenzen nicht immer optimal, so dass ihr unter Umständen mehrere Anläufe benötigen werdet. Immerhin speichert das Spiel vor einer solchen Einlage immer automatisch ab.



Abschliessend noch ein Wort zur Lokalisierung von Gemini Rue. Diese ist insgesamt durchaus gelungen, wenn auch nicht alle Sprecher an das tolle Original herankommen. Die Übersetzung der Texte gibt keinen Grund zur Beanstandung.

Gemini Rue
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Andre Linken am 02 Okt 2011 @ 13:48
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