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Risen 3 - Titan Lords: Review

  Personal Computer 

Früher oder später steht in Risen 3: Titan Lords die Wahl einer Fraktion an. Wir entschieden uns für die Dämonenjäger, die uns alsbald Zugriff auf permanente Runenmagie gewährten. Auf Mana- oder Ausdauerleisten wird übrigens komplett verzichtet. Stattdessen gibt es etwa bei Runen vom Runenmagie-Talent abhängige Cooldown-Phasen, also eine Wartezeit bis zu einer nochmaligen Nutzung. Eine gute Lösung, obschon dadurch natürlich ein weiterer klassischer Rollenspielaspekt fehlt und Runen wie Magieschilde den sowieso schon niedrigen Schwierigkeitsgrad noch weiter herunterziehen. Die eigentlich für Lebenspunkteregeneration gedachten Spirituosen wie Grog und Rum werden dadurch und in Verbindung mit permanenten Lebenspunkteboni durch Tränke oder Ausbilder irgendwann redundant. Spassig ist und bleibt es trotzdem, dämonische Kreaturen als kurzzeitige Sidekicks zu erschaffen oder Kadaver wiederzubeleben, um sie an der Seite kämpfen zu lassen. Die Geschöpfe sind übrigens ungleich schwächer als menschliche Verbündete, aber als Ablenkungsmanöver gut geeignet.

Gothic-Charme

Obschon uns der Held zu uncharismatisch und blass ist, unterhält Risen 3: Titan Lords die meiste Zeit mit dem Piranha-Bytes-typischen Charme. Die sich untereinander bestehlenden Gnome mit ihrem witzigen Dialekt, die rauen Umgangsformen auf der Pirateninsel Antigua und der oft makabre Humor wären alleine schon Langzeitmotivation genug. So treffen wir auf zahlreiche schräge bis gruselige Typen, darunter einen besoffenen Eingeborenen, unbarmherzige Sklavenhändler und jemanden, der bei Gothic-Kennern für Nostalgie sorgen dürfte. Besonders in Ballungszentren auffällig: Umgebungsgespräche zwischen zwei Nicht-Spieler-Charakteren sind nicht mehr bloss zusammenhanglose Einzeiler, sondern ganze Dialogketten mit tieferem Sinn und Themenbezogenheit. Besonders gut gefallen hat uns die Insel Taranis, die mit ihrer Magiergilde, den Minenstollen, dem Hafen und der Charaktervielfalt extrem an Die Nacht des Raben erinnert.

Technik, die entgeistert

In Risen 3: Titan Lords merkt man der zum Einsatz kommenden 3D-Engine ihr Alter an. Zwar können sich viele Gebirgs-, Wald- und Stadtgebiete mit idyllischen Stränden, Sonnenuntergängen, Wasserfällen sowie hübscher Flora und Fauna durchaus sehen lassen. Die deutsche Sprachausgabe ist solide und meist lippensynchron. Der eine oder andere Dungeon überzeugt mit atmosphärischer Ausleuchtung, Schattenspielen und plastisch wirkenden Kristallen. Und die Speicher- sowie Ladezeiten sind vorbildlich schnell. Doch bei näherem Hinschauen fallen leider spät nachladende Detailtexturen und Umgebungsobjekte, puppenhaft wirkende Charakteranimationen sowie zahlreiche Clipping-Fehler negativ auf. Nicht nur einmal blieben Gegner, Nicht-Spieler-Charaktere oder wir selbst in Umgebungsobjekten hängen, was vor allem während laufender Kämpfe den letzten Nerv rauben kann. Auch ist die Kamerasteuerung nicht immer optimal, vor allem bezogen auf Innenareale. Die aus Risen 2 bekannten ruckelenden Ultra-Schatten bei stabiler Framerate sind auch wieder vertreten und können beseitigt werden, indem man die Schattenqualität eine Stufe herunterregelt. Und nicht zuletzt gab es den einen oder anderen Absturz zu beklagen, der vorwiegend nach häufigem Reisen auftrat.

Risen 3 - Titan Lords
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Daniel Boll am 16 Sep 2014 @ 16:40
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