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Wolfenstein - The Old Blood: Review

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Zeitungsausschnitte, Tagebücher und die Begegnung mit Internierten lassen die Bandbreite der Menschenrechtsverbrechen und gestörten Ideologie erahnen. Das allgegenwärtige beklemmende Gefühl des ersten Teils ist jedoch nur noch in Ansätzen vorhanden und wird dem Spieler kaum so schmerzhaft in Erinnerung bleiben, wie Schlüsselszenen aus The New Order. Dafür gibt es auf der humorigen Schiene ein paar Highlights. So kommentiert B. J. vom Himmel fallende Zombiegegner, eine der besten Neuerungen des Spiels, mit "Es regnet Arschlöcher!". Und bei einem – leider sehr kurzen – Aufenthalt in einem Wirtshaus ertönen Saufgesänge, die von den Entwicklern persönlich stammen und amüsant vertont wurden.

Technik

Für The Old Blood kam wieder die id-Tech-5-Engine zum Einsatz. Das bedeutet einerseits erneut mit teils sehr scharfen, detaillierten Texturen versehene Levels, Waffen und Charaktere sowie hübsche Lichtreflexionen auf metallischen Oberflächen wie Helmen. Vor allem atmosphärisch ausgeleuchte Katakomben und liebevoll eingerichtete Räume sind Hingucker. Auch an den Explosions- und Partikeleffekten gibt es nichts auszusetzen. Auf der anderen Seite verursachen leider teils unschön nachladende Texturen bei Perspektivwechseln und extrem flimmernde Kanten Augenkrebs. Die Ingame-Kantenglättung wird der Lage selbst auf Stufe 32 nicht Herr, kostet allerdings massiv Leistung. Daher entschieden wir uns letztlich, zweifache Sparse-Grid-Kantenglättung via NV Inspector zu erzwingen, was die Situation zwar nicht deutlich, doch auf ein erträgliches Mass verbesserte. Dank GeForce GTX Titan X waren auf Ultra-Detailstufe meist trotzdem noch stabile 60 fps drin. Bei schwächeren Grafikkarten muss mit dem starken Aliasing aber wohl oder übel gelebt werden, sofern man keine Grafikdetails herunterschrauben möchte.

Die getestete USK-18-Fassung bietet leider ausschliesslich eine deutsche Sprachausgabe, die dafür jedoch exzellent umgesetzt wurde und meistens lippensynchron wiedergegeben wird. Die Musikuntermalung ist gelungen, teils sehr düster und passt sich situativ an. Die Gegner-KI ist recht solide, sucht Deckung und flankiert uns, stellt sich aber auch gerne mal vergesslich oder dämlich an. In den Ballersequenzen fanden wir die etwas starren Umgebungen schade. Zwar gehen manche Beton- und Holzobjekte zu Bruch, doch wirken etwa Lebensmittelpackungen wie unzerstörbare Gegenstände, denen auch Explosionen nichts ausmachen. Mehr herumfliegendes Zeug hätte die virtuose Action nochmals aufgewertet.

Der eine oder andere Fehler begegnete uns im Spielverlauf. In einem Level steuern wir einen Laderoboter und dürfen jederzeit aussteigen, um zu Fuss weiterzumachen. Der Ausstieg klappt aber nicht immer reibungslos und endet gerne mal darin, dass wir keine Waffe mehr nutzen oder aufheben können. Ein Wiedereinstieg und erneutes Verlassen des Stahlungetüms brachten Besserung. Halb so wild also. Weitaus ärgerlicher war ein reproduzierbarer Absturz beim Laden des finalen Kapitels, durch den wir den vorigen Level komplett von vorne beginnen mussten. Offenbar geht der Spielstand unter bestimmten Umständen kaputt, was Foren zufolge auch in anderen Kapiteln der Fall sein kann. Hier sollte MachineGames unbedingt via Patch nachbessern. Und dann wäre da noch ein seltsames Problem mit Filmsequenzen im BINK-Format, die zwischen den Kapiteln gezeigt werden – oder auch nicht, denn wir hörten lediglich den Ton, bekamen aber nur einen grünen Bildschirm zu sehen. Bei manchen Betroffenen soll es helfen, die RAD-Video-Tools zu installieren. Uns brachte das aber im Spiel nichts. Lediglich das nachträgliche Anschauen der Videos ausserhalb von The Old Blood wurde damit ermöglicht.

Wolfenstein - The Old Blood
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Daniel Boll am 01 Jun 2015 @ 08:47
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