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For Honor: Review

  Personal Computer 

Quo vadis, Arschloch?

"Ich erkenne dich kaum wieder Schwester. Sag mir, wann hast du den Pfad der Ehre aus den Augen verloren?" – Nobushi, zu einer Kampfgefährtin nach der Schlacht

Das Herz des Spiels ist der Multiplayer-Modus. Hier hat sich seit der Beta nicht viel verändert. Hinzugekommen ist lediglich das Scharmützel. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus dem Herrschafts- und dem Vernichtungsmodus. Ziel ist es, ähnlich wie in Herrschaft als Erstes 1.000 Punkte zu sammeln und anschließend das gesamte gegnerische Team auszulöschen. Jedoch gibt es diesmal keinerlei Aufträge – stattdessen Power-ups, die wir bereits aus dem Vernichtungsmodus kennen. Dass diese mitunter sehr übermächtig sind, wird einem spätestens klar, wenn der Plünderer mit doppelter Lebensanzeige und Angriffs-Boost mit uns den Boden aufwischt – während seine Nobushi-Freundin uns in den Rücken fällt.

Und damit sind wir auch schon beim Kern des Problems angekommen. Das Spiel macht Spaß. Besonders die 1-vs-1- und 2-vs-2-Modi sind spannend und fordernd. Hier kann sich das Kampfsystem in seiner ganzen Blüte entfalten. Wir weichen aus, wir parieren, wir warten auf den richtigen Moment, um dann mit einer Kombo, die sich gewaschen hat, unserem Feind den Kopf abzusäbeln. Je länger das Duell dauert, desto nervöser und konzentrierter werden wir. Doch all das kippt, sobald wir uns in die 4-vs-4-Modi begeben. Einzelkämpfe sind hier eine Seltenheit. Stattdessen müssen wir uns daran gewöhnen, dass wir von zwei, drei, manchmal sogar vier GegnerInnen gleichzeitig auseinandergenommen werden, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Denn das Kampfsystem ist für diese Art des Kämpfens nicht gedacht. Ehre? Fehlanzeige.

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Und so endet fast jede Spielsitzung damit, dass wir uns im Duellmodus wiederfinden, resigniert und entnervt. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch es reicht nicht, denn auf Dauer werden auch die Einzelkämpfe fad und öde, denn es fehlt ihnen an Tiefe und Abwechslung. Und so versuchen wir uns erneut an den größeren Spielmodi, nur um nach wenigen Runden wieder in der Duellarena zu stehen. Das Ganze ist ein Teufelskreis. Einer, der so lange andauert, bis wir das Spiel endlich beenden und Chivalry: Medieval Warfare starten. Denn hier funktionieren die Massenschlachten.

Heißt das, der Multiplayer ist schlecht? Nein, ganz im Gegenteil. Er ist gut, innovativ und macht Spaß – und genau deshalb ist er mit seinen Fehlern so frustrierend. Denn diese machen das eigentlich fantastische Spielgefühl kaputt. Zwar begegnen wir auch immer wieder ehrenhaften SpielerInnen, doch die meisten fallen ihren GegnerInnen ohne zu zögern in den Rücken. Und man kann es ihnen kaum verübeln, denn es lohnt sich und kann die Entscheidung über Sieg und Niederlage ausmachen. Wenn es denn überhaupt zu einem Match-Ende kommt und nicht der/die letzte SpielerIn minutenlang über die Map sprintet, um das Unausweichliche hinauszuzögern (Still looking at you, Peacekeeper!).

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Jakob Gustavs am 24 Feb 2017 @ 15:07
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