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ELEX: Review

  Personal Computer 

Volles Pfund aufs Maul

Wenn Piranha Bytes ein Versprechen eingehalten hat, dann ist das der hohe Schwierigkeitsgrad von ELEX. Bemängelten wir bei der Risen-Reihe einen selbst auf höchster Stufe zu geringen Anspruch, scheint nun quasi das Gegenteil zu gelten. Selbst auf normaler Stufe bekamen wir so oft die Fresse poliert, wie es vermutlich in der gesamten Risen-Trilogie nicht der Fall war. Nun muss man aber unterscheiden: Einerseits ist das Ausdauer-basierte Kampfsystem sehr taktisch und bestraft stumpfes Draufhauen unmittelbar mit dem Tod. Andererseits stehen selbst geübten Kämpfern die technischen Unzulänglichkeiten der Umgebungen im Weg. So bleibt Jax gerne mal an unebenem Gelände und diversen Objekten hängen. Außerdem sind Teile der Kampfsteuerung zu fummelig geraten – etwa das Fokussieren einzelner Gegner in Gruppengefechten. Und nicht zuletzt sind bestimmte feindliche Fernkämpfer mit ihren Explosivwaffen derart penetrant und Aimbot-artig, dass man den Helden auch gleich am Boden liegen lassen könnte. Wenn wir aber vom Optimalfall ausgehen, also total ebenem Untergrund ohne störende Gegenstände in der Nähe, machen die anspruchsvollen Auseinandersetzungen durchaus Laune. Ausweichmanöver, Kombo-Attacken, das temporäre taktische Wegrennen zwecks Verzehr von Heil- und Manatränken, aber auch die wechselnde Nutzung von Nah- und Fernwaffen sind essenziell, um in Magalan zu überleben.

Alleine mit Schwert und Schild oder mächtigem Zweihänder gewinnt man kaum einen Blumentopf. Kombiniert man die Kampfwerkzeuge jedoch mit Pfeil und Bogen, Handgranaten, Plasmagewehr, Flammenwerfer oder Kampfmagie, hat man auch gegen stärkere Widersacher wie Mech-artige Kampfroboter, Trolle und Riesenmutanten eine Chance. Vorausgesetzt natürlich, Jax ist entsprechend hochstufig und ausgerüstet. Bei ELEX gilt schließlich nach wie vor: Die Welt ist zwar großteils frei begehbar, aber stellenweise mit Kreaturen und Feinden bevölkert, denen ihr schlicht noch nicht gewachsen seid. Bevor ihr frustriert auf einen niedrigeren Schwierigkeitsgrad schaltet, schaut lieber erst mal, ob ihr woanders weitermachen könnt. An Abwechslung mangelt es nämlich nicht. Notfalls nehmt ihr euch einen der Begleiter mit, die ihr im Laufe des Spiels kennenlernt. Anders als in Risen sind die Männer und Frauen (und Drohne CRONY) wirklich nützlich, ersparen so manche Frustsituation und sind in Sachen Wegfindung bzw. Schritthalten sehr zuverlässig. Eigene Anliegen und Hintergrundgeschichten bringen sie außerdem mit, was zu interessanten Neben-Quests führt und womöglich in Freundschaften oder gar Romanzen mündet. Eine enge Verbundenheit wie mit Diego, Milten und Co in Gothic wird aber auch in ELEX nicht im Ansatz erreicht. Schade. Cool ist wiederum, dass das Ausbauen eines Lagers (= Treffpunkt für Begleiter) möglich ist. Genug Geldmittel vorausgesetzt, verfügt das Örtchen irgendwann über einen Händler, eine Werkbank und andere nützliche Dinge.

Beim Erreichen einer neuen Charakterstufe dürfen klassische Attributpunkte für Stärke, Intelligenz etc. verteilt und Lernpunkte für Fertigkeiten bei Lehrern investiert werden. Insgesamt sieben Fertigkeitenkategorien gibt es, vier davon fraktionsübergreifend, die restlichen drei fraktionsgebunden. So können wir mit "Tierfreund" dafür sorgen, dass schwache Kreaturen uns in Ruhe lassen, oder via Taschendiebstahl, Knacken von Schlössern und neuerdings Hacken von Codefeldern Wege eröffnen, um an Wertvolles zu gelangen. Meist geht das mit einem Minispiel einher – beim Hacken müssen wir etwa vierstellige Zahlenreihen anhand von Farbkodierungen erraten. Die genannten Begleiter können über das Fertigkeitensystem übrigens auch stark verbessert werden, sodass sie bei Gefechten mit größerer Schlagkraft zur Seite stehen und seltener bewusstlos in der Gegend herumliegen. Der Gesamtwert einer Fertigkeitenkategorie hat Einfluss auf Dialoge und gewährt Zugriff auf spezielle Gesprächsoptionen, die so manchen Streit ersparen oder Händlerpreise drücken können.

An den zuvor bereits genannten Werkbänken kann quasi das gesamte Crafting abgewickelt werden. Das Verbessern von Waffen und Adjutor etwa mittels Edelsteinen, das Herstellen von Amuletten und Ringen sowie das Brauen von Tränken sind hier möglich. Voraussetzungen sind in den meisten Fällen die passende Fertigkeit, genügend Geldmittel und Rohstoffe sowie Rezepte/Baupläne. Magalan strotzt natürlich nur so vor herumliegendem Zeugs, darunter Elektroschrott, unzählige Pflanzengattungen und abbaubare Mineralvorkommen wie Erz, Schwefel und Gold. Getötete Tiere können, sofern die entsprechende Fähigkeit erlernt wurde, zudem umfassender ausgenommen werden, sodass neben rohem Fleisch auch andere Bestandteile im Inventar landen. An Lagerfeuern können mit Rezepten nahrhaftere Speisen zubereitet werden – die mit bestimmter Fertigkeit noch effektiver sind. Crafting lohnt sich aufgrund teurer Handelspreise generell, vor allem hinsichtlich der essenziellen Heiltränke.

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Daniel Boll am 17 Nov 2017 @ 17:48
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