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Trüberbrook: Review

  Personal Computer 

Die Macher des Neo Magazin Royale versuchen sich mit Trüberbrook an einem Genre, das in den letzten Jahren recht jungfräulich behandelt wurde: dem Point-&-Click-Adventure. Ob uns der Ausflug in gute alte Zeiten gefallen hat, verraten wir euch hier.

Mitten im Nirgendwo

Ohne weitere Erklärungen landen wir mit einer jungen Motorradfahrerin an einer verlassenen Tankstelle, mitten in der Nacht. Der Tank des Fahrzeugs ist offenbar so gut wie leer, außerdem scheint der Motor überhitzt zu sein, wodurch akuter Handlungsbedarf besteht. Nachdem wir die Umgebung abgesucht haben, finden wir letztlich einen Weg in das Innere der Tankstelle und somit nach kurzer Zeit auch eine Lösung für unser Dilemma. Nach Ende der Einführung begrüßt uns das Spiel mit einer kurzen Sequenz, in der wir einen alten Kleinbus bei seinem beschwerlichen Aufstieg zum Gipfel eines Berges beobachten können, wo uns der Luftkurort Trüberbrook erwartet. Dort lernen wir direkt den Protagonisten des Spiels, Hans Tannhauser, kennen, der gerade in dem kleinen Örtchen angekommen ist und offenbar seinen Urlaub beginnen möchte.

Willkommen in Deutschland

Trüberbrook hat seine besten Zeiten offensichtlich schon hinter sich, denn die alten Fachwerkhäuser sind alles andere als gut in Schuss und die Geschäfte weitestgehend geschlossen. Das Dorf besitzt den typischen Charme eines deutschen Kurortes und geizt keinesfalls mit deutschen Klischees wie Dorffesten, Pensionen mit Butzenglasscheiben, Tombolas und Geweihen an der Wand. Dass in dem Örtchen nicht alles mit rechten Dingen zugeht, merken wir schon in der ersten Nacht, als sich plötzlich ein Fremder in unserem Zimmer befindet, der anschließend spurlos verschwindet. Wir machen uns auf den Weg, um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen, und decken dabei weitere mysteriöse Dinge auf, deren Zusammenhang sich uns erst sukzessive erschließt. Der Kontrast zwischen dem beschaulichen ländlichen Leben und den teils übersinnlichen Phänomenen hat uns dabei wirklich gut gefallen.

Als wären wir niemals weg gewesen

Die Steuerung des Titels ist sehr klassisch gehalten. So öffnet sich ein Menü, wenn wir auf einen der zahlreichen Interaktionspunkte klicken. Dort haben wir die Chance, diese zu untersuchen, sowie falls möglich mit ihnen zu interagieren. Das Menü bietet außerdem die Möglichkeit, eingesammelte Gegenstände mit dem jeweiligen Objekt zu kombinieren und so beispielsweise ein Werkzeug oder einen Schlüssel zu benutzen. Sämtliche Arten der Interaktion werden von unserer Hauptfigur übrigens umfassend kommentiert. So erhalten wir einen Einblick in die Gedanken des Protagonisten, die oftmals humoristisch und auch selbstironisch ausfallen. Die Bewegung der Figur erfolgt ebenfalls auf traditionelle Art und Weise, indem wir mit der Maus auf den gewünschten Zielort klicken. Wer nicht immer die gesamte Umgebung nach Interaktionspunkten absuchen möchte, kann sich diese durch Drücken der Leertaste einblenden lassen, sodass wir uns das Leben hier bei Bedarf ein wenig vereinfachen können. An dieser Stelle muss außerdem positiv erwähnt werden, dass die Figur mit Doppelklick in den Sprintmodus versetzt werden kann. Außerdem lassen sich die meisten Dialoge und Erklärungen zu Objekten bei Bedarf schnell durchklicken. Dadurch ist es auch kein Problem, wenn wir einen Gegenstand versehentlich zweimal untersuchen.

Zu viele helfende Hände

Etwas schade ist hingegen, dass sich im Inventar keine gesammelten Gegenstände miteinander kombinieren lassen, wodurch Rätselpotenzial verschenkt wurde. Stattdessen fügen sich passende Gegenstände, wie zum Beispiel die Einzelteile eines Blasrohrs, nach dem Sammeln automatisch zusammen, ohne dass wir etwas tun müssen. Des Weiteren bekommen wir an Interaktionspunkten sofort angezeigt, welche unserer eingesammelten Gegenstände hier eingesetzt werden können. Hier nimmt uns das Spiel ebenfalls zu sehr an die Hand und enthält uns das eigenständige Kombinieren vor. Insgesamt beschränken sich die Aufgaben weitestgehend auf das Absuchen der Umgebung, um passende Gegenstände für das jeweilige Problem zu finden. Für Abwechslung sorgt hingegen unter anderem eine Art Hieroglyphen-Rätsel, das unsere Geschichtskenntnisse testet. Leider bleiben die ausgefalleneren Rätsel aber die Ausnahme.

Ein gelungenes optisches Experiment

Die Unity-Engine verleiht dem Spiel eine wertige Optik. Die verschiedenen Schauplätze wurden sehr detailliert gestaltet und eingerichtet und besitzen einen angenehmen, altmodischen Charme, passend zur Geschichte, die in den 1960er-Jahren spielt. Bei der Umsetzung der Atmosphäre spielen neben stimmigen Beleuchtungseffekten auch kleine Details wie herumschwebende Partikel oder Insekten in der Luft eine entscheidende Rolle, die die Spielwelt lebendig wirken lassen. Außerdem merkt man, dass die Schauplätze zunächst als Modell gebaut und nachträglich digitalisiert wurden, denn alle Orte wirken sehr räumlich. Die Figuren an sich wurden sehr überspitzt dargestellt und haben dadurch einen gewissen Karikatur-Charakter. Dies gilt sowohl für ihr Aussehen als auch für ihre Bewegungen. Musikalisch liefert uns Trüberbrook teilweise recht schräge Instrumentalstücke, die aber hervorragend zur ebenfalls schrägen Grundstimmung passen. Vom Genre her lässt sich ein Großteil der Hintergrundmusik wohl am ehesten dem Jazz zuordnen. Außerdem dürfen wir uns auf Stimmen bekannter Schauspieler und Kabarettisten wie Nora Tschirner oder Jan Böhmermann freuen.

Trüberbrook
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Daniel Walter

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Daniel Walter am 13 Mrz 2019 @ 11:32
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