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Civilization VI: Review

  Personal Computer 

KI-Verhalten, verhaltene KI

Von den vielen gelungenen Neuerungen kommen wir nun zu einem schwerwiegenden Problem von Civilization VI: der künstlichen Intelligenz. Zugegeben, die Computergegner waren in der Geschichte der Serie nie die schlauesten Vertreter ihrer Zunft, doch konnten sie dennoch meistens für eine gute Herausforderung sorgen. Im sechsten Teil der Rundenstrategielegende fängt es zunächst auch gut an: Das neue KI-System sorgt dafür, dass die verschiedenen Führer der Nationen auch ganz eigene Agenden verfolgen. So wird Roosevelt auf die Industrie setzen, während Peter der Große von seiner russischen Kultur schwärmt. Dies gibt den Führern deutlich mehr Individualität, und tatsächlich erkennt man diese Fokussierung auch im Spielverlauf. Aktuell gibt es pro Nation lediglich eine Führungskraft, später könnten aber alternative Persönlichkeiten hinzugefügt werden.

So interessant diese Ausrichtung ist, so erschreckend schlecht funktioniert die KI im weiteren Spiel. Immer wieder erwischt man den Computer dabei, wie er sinnlos Armeen hin und her bewegt, ohne einen taktischen Sinn. Mehr noch: Mit frühen Fernangriffseinheiten kommt die KI gar nicht zurecht. Immer wieder lässt man zum Beispiel den Bogenschützen stehen, entfernt sich gar von ihm, obwohl man die Bedrohung mit einer Attacke direkt hätte ausschalten können. Ein mittlerweile erschienener Patch behebt zwar die gröbsten Aussetzer, doch noch immer ist der Computer weit davon entfernt, ein General zu sein.

https://www.youtube.com/watch?v=x_2CQxw4H20

Auch in der Diplomatie lässt die KI manchmal das Fingerspitzengefühl vermissen, und die Interessen der Rechner werden schnell unter den Teppich gekehrt. So ist uns des Öfteren ein Gegenspieler mit einem Vorschlag entgegengetreten, von dem klar der Initiator profitieren würde. Nach einigen Verhandlungsrunden lässt sich dies aber schnell umkehren, so dass man selbst als der Gewinner der diplomatischen Unterhaltungen hervorgeht. Wie schnell sich die KI stellenweise überzeugen ließ, all ihre Forderungen zurückzuziehen und unsere Bedingungen zu akzeptieren, war fast schon erschreckend. So wurde zum Beispiel aus einem möglichen Friedensvertrag, den wir aufgrund der ungünstigen Situation auch noch regelmäßig durch Bezahlungen hätten unterfüttern müssen, ein Friedensangebot, für das wir auch noch Geld bekamen. Hier muss Firaxis schnell nachbessern.

Casual-Grafik? Mitnichten!

Neues Städtekonzept, Heureka, Bonuskarten: Es gab so viele neue Spielkonzepte, über die man sich im Vorfeld herrlich hätte austauschen können. Dennoch war mit das größte Thema bei der Ankündigung von Civilization VI der Grafikstil. Die comicartige Szenerie weckte offenbar bei vielen Fans die Assoziation mit Casual- oder Smartphone-Spielen.

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Tags:
Sid Meier

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Patrik Nordsiek am 01 Dez 2016 @ 16:30
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