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Der Pate: Review

  Personal Computer 

Werdet ihr angeschossen, verliert ihr nicht direkt euer Leben, sondern je nach der Stufe eurer Gesundheit einige Lebensenergie-Punkte. Die könnt ihr mittels Medizinflaschen wieder auffüllen, die hier und da herumliegen oder von getöteten Feinden fallen gelassen werden. Alternativ bleibt euch der Weg zu einem der Ärzte, die in der Stadt residieren und auf der Karte verzeichnet sind. Die Heilung schlägt dann mit vergleichweise günstigen 100 Dollar zu Buche. Bei dem nächstgelegenen Arzt landet ihr auch, wenn ihr stark verwundet und damit ausser Gefecht gesetzt werdet. Sterben im eigentlichen Sinne kann euer Charakter nämlich nicht, sofern sein Kontostand stimmt.

An der Filmlizenz vorbei?

Explosionen, umfangreiche und teils tödliche Prügelattacken. Klingt brutal - ist es auch. Nicht umsonst hat das Spiel "Keine Jugendfreigabe" von der USK bekommen. Zwar könnt ihr keine Körperteile abtrennen und auch der rote Lebenssaft spritzt nur spärlich durch die Gegend, dennoch weist das Spiel einen hohen Grad an Gewaltdarstellung auf. Das liegt sicherlich zum einen an den glaubwürdigen, geradezu menschlich wirkenden Charakteren und zum anderen an der Skrupellosigkeit, mit der ihr vorgehen könnt. Es gibt etwa eine spezielle Exekutions-Taste, die je nach momentan gewählter Waffe eine andere Hinrichtungsweise zur Folge hat.

Und genau diese Gewaltdarstellung war es auch, die Regisseur Francis Ford Coppola vor gut einem Jahr mächtig gegen den Strich ging. Da sah er seine starken Filmcharaktere fast perfekt in die virtuelle Realität umgesetzt und musste feststellen, dass sie im Spiel für eine stumpfe Gewaltorgie herhalten mussten. Daraufhin distanzierte er sich in der Öffentlichkeit empört von dem Spieleprojekt. Warum? Schliesslich gehen auch die Filme nicht gerade zimperlich mit Gewaltdarstellungen um. Doch eigentlich hat Coppola völlig Recht. Weder Mario Puzo, der in den 1960ern den Pate-Roman geschrieben hatte, noch Coppola wollten mit dem Mafia-Epos die Cosa Nostra und deren Methoden in irgendeiner Weise verherrlichen oder gutheissen. Im Gegenteil sollte die Geschichte doch ein eher abschreckendes Beispiel der organisierten Kriminalität zeigen. Dass solche Macht auch immer mit grossen Opfern einhergeht und am Ende auch der Reichtum alles andere als glücklich macht. Dieses Ziel hat Electronic Arts mit seiner Umsetzung - egal, ob bewusst oder ungewollt - verfehlt. Eine derartige Message kommt in dem Spiel nämlich nur eher spärlich rüber.

Technisch veraltet?

Bei Spielen, in denen eine komplette Stadt ohne Ladepausen begehbar ist, muss man die technische Seite natürlich etwas differenzierter betrachten. Dennoch sind in Der Pate technische Patzer passiert, die gerade auf heutigen PC-Systemen nicht mehr geschehen dürfen. So poppen Fahrzeuge und Fussgänger erst auf kurzer Distanz ins Bild rein. Zudem trüben hier und da fehlende Polygone, flackernde Texturen und sich wiederholende Häuserfassaden das Gesamtbild. Allgemein erinnert das Gesamtbild eher an eine Eins-zu-eins-Konsolenkonvertierung und nicht an die Möglichkeiten aktueller PC-Hardware.

Zu den Pluspunkten zählen eindeutig die bereits erwähnten hübschen Explosionen und die sehr authentisch in Szene gesetzten Charaktermodelle. Das Antlitz der aus der Filmtrilogie bekannten Schauspieler, wie Marlon Brando, James Caan und Robert Duvall, ist exzellent ins Spiel umgesetzt worden, was für einen sehr hohen Wiedererkennungswert sorgt. Schade ist bloss, dass Al Pacino alias Michael Corleone nicht mit originalgetreuem Aussehen vertreten ist. Dafür wurden aber professionelle Synchronsprecher verpflichtet, die wirklich jedem Charakter eine passende und wirklich lippensynchrone Stimme geliehen haben. Alles andere wäre auch einem Skandal gleichgekommen. Schliesslich würden Mafiosi mit unmotivierten, asynchronen und unpassenden Stimmen die tolle Handlung schnell zunichte machen.

Der Pate
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Daniel Boll am 01 Apr 2006 @ 13:10
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