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Alan Wake: Review

  Personal Computer 

Vor allem in den ersten Spielstunden möchte man manchmal vor Frust in die Tastatur beissen. Munition ist knapp, der Weg bis zur nächsten Strassenlaterne, die gleichzeitig Lebensenergie auffrischt und als Speicherpunkt dient, oft weit. Schnell ist bei einer Gegnertruppe die Waffe leer. Man wird umzingelt, hat nur noch die Flucht als Notlösung parat. Blöd nur, dass die Taste fürs Sprinten und für ein Ausweichmanöver dieselbe ist. Statt also wie gewünscht geradewegs gen Kontrollpunkt zu rennen, macht der Held womöglich erst mal eine Ausweichbewegung, was Zeit kostet und unter Umständen tödlich endet. Ein Besessener könnte aufholen und euch verwunden. Oder eine fliegende Axt erwischt euch. Nahkampfattacken hat Alan leider nicht drauf. Auch geht ihm schnell die Puste aus, was seinen Laufschritt stark verlangsamt. Abgesehen von hektischen Situationen versagt die Steuerung gerne bei waghalsigen Sprungmanövern. Das Springen ist leicht schwammig und unpräzise, weswegen wir manchmal knapp das Ziel verfehlten und in den Tod stürzten.

Ereilt euch der Bildschirmtod, müsst ihr wieder beim letzten Speicherpunkt beginnen - manuelles Speichern ist nicht möglich. Besonders nervtötend: Alle zwischen Kontrollpunkt und Bildschirmtod absolvierten Dinge wie aufgesammelte Objekte, getötete Gegner und absolvierte Rätsel sind nichtig. Viel Spass an kniffligen Stellen, die mehrere Versuche erfordern, denn Dialoge und Zwischensequenzen müsst ihr jedes Mal aufs Neue über euch ergehen lassen - ohne Abbruchmöglichkeit. Nur die reinen Filmszenen, die im Vergleich zur PC-Spielgrafik grobkörnig und farbarm wirken, können übersprungen werden.

Angesichts dieses Umstandes haben wir zumindest keine Lust, uns das Spiel auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad anzutun. Der Frustfaktor bei Alan Wake ist aber nicht konstant hoch, sondern nimmt im Spielverlauf eher ab. Die taktischen Gefechte werden motivierend. Munitionsdepots werden zahlreicher, und ihr bekommt Zugriff auf einige spektakuläre Hilfsmittel. Mit Blendgranaten oder einer Leuchtpistole pustet ihr ganze Gegnergruppen dank eindrucksvoller Lichtexplosion ins Jenseits. Mit Leuchtstäben überbrückt ihr relativ gefahrlos kurze Wegstrecken. Später könnt ihr ausserdem Objekte in der Spielumgebung nutzen, darunter explosive Fässer. Schade nur, dass an Seilzügen hängende Baumstämme nicht via Schuss gelöst werden können, um Gegner zu erschlagen. Einige augenscheinlich nützliche Umgebungsobjekte sind absolut statische Dekoration.

Abwechslung

Die meiste Zeit wird gekämpft oder den ausschweifenden, gut erzählten Zwischensequenzen gelauscht. An Abwechslung mangelt es aber nicht. Zeitweise dürft ihr mit Autos über Landstrassen und (mit Fernlicht) durch Besessene brettern, um längere Strecken komfortabel hinter euch zu bringen. Die Wagensteuerung ist jetzt kein Paradebeispiel für Genauigkeit und hat schon gar keinen Simulationsanspruch, ist aber durchaus als zweckmässig zu bezeichnen und geht selbst mit Tastatur gut von der Hand. Objekte wie Holzzäune und Strassenschilder sind zudem zerstörbar.

Apropos Zerstörung: Wenn das Böse nicht gerade Besessene auf euch hetzt, greift es aktiv in die Spielwelt ein, um euch aufzuhalten. Es blockiert Tore, schmeisst mit Autos, Möbeln und Zugwaggons (!). Manchmal übernimmt es gar die Kontrolle über Vehikel und jagt euch durch das Spielareal. Alan Wake zu Fuss gegen einen grossen Amokmähdrescher - Gänsehaut garantiert. Pure Waffengewalt bringt hier nicht viel. Licht ist das Mittel der Wahl. Viel Licht! Aber Helligkeit schafft nicht immer Abhilfe. So macht das Böse teils ganze Häuser dem Erdboden gleich und reisst sie einen Abhang herunter, während ihr noch drin seid. Da hilft nur die Flucht nach draussen.

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Daniel Boll am 23 Mrz 2012 @ 07:33
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