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Gray Matter: Review

  Personal Computer 

Seht zu, wie ihr klarkommt!

Endlich mal wieder ein Adventure, das einem nicht jede neue Aufgabe bis ins Detail vorkaut. Gray Matter versteht es prächtig, euch öfters mal kurzzeitig im Dunkeln tappen zu lassen. In manchen Kapiteln werdet ihr Dr. Styles persönlich steuern und an einer Stelle ein Vergleichsdiagramm benötigen. Ihr müsst selbst darauf kommen, es auf seinem Arbeitsrechner zu suchen und auszudrucken. Keine Phrase à la "Oh, ich brauche ein Vergleichsdiagramm. Ich sollte mal auf meinem Computer schauen und es ausdrucken!" Gutes Zuhören und logische Schlussfolgerungen sind gefragt, obschon Mono- und Dialoge mitsamt wichtigen Zwischensequenzen notfalls in einem Tagebuch nachgeschlagen werden können. Sogar ein Aufgabenlogbuch existiert, das jedoch nur wenig aussagekräftige Stichworte mit Fortschrittsbalken bereithält.

Es gibt allerdings auch Momente, in denen der Verlust des roten Fadens ins nervtötende Gegenteil umschlagen kann. So kann ein bestimmtes Kapitel nur abgeschlossen werden, wenn ihr mit einer Person sprecht, wozu aber nach aktuellem Kenntnisstand überhaupt kein Anlass bestünde. Also klappert ihr schlimmstenfalls erst mal zehn Minuten alle Areale ab und fragt euch, was ihr übersehen haben könntet. In diesen Situationen wäre wiederum ein dezenter Hinweis des jeweiligen Protagonisten angemessen gewesen, dass ihr jetzt alles erledigt habt und mal mit Person X sprechen solltet. Hellseherei hat mit logischem Denken schliesslich wenig zu tun und wäre höchstens für Dr. Styles' Studien von Interesse.

Eine Besonderheit von Gray Matter sind die Zaubertricks, mit deren Hilfe ihr Personen manipulieren und an Gegenstände herankommen könnt. Die Durchführung der Tricks ist allerdings eher trivialer Natur. Ein Zauberbuch gibt euch haarklein vor, welche Hilfsmittel ihr im örtlichen Magieladen erwerben und in welcher Reihenfolge ihr sie anwenden müsst. So weit, so simpel. Allerdings gibt es auch hier Momente, die zunächst ein dickes Fragezeichen erzeugen können. Gerade noch im Dialog mit einer Person gewesen, sollt ihr plötzlich einen Zaubertrick auf sie anwenden. Der Grund hierfür wird erst ersichtlich, wenn ihr den Zauber ausgewählt und durchgeführt habt. Keine runde Sache also, zumal die Tricks nicht mal detailliert sichtbar, sondern in Form von rudimentären Charakteranimationen präsentiert werden. Schade.

Dennoch tragen die Zaubertricks zu der abwechslungsreichen Rätselkost bei. Telefonwahrsagerei, Diebstahl und sogar der Zutritt zu eigentlich verschlossenen Bereichen lassen sich auf diese Weise bewerkstelligen. Wer sich privat nicht mit der Materie auskennt, der kann sogar ein paar alltagstaugliche Tricks lernen, darunter eine Kartenspielerei. Abseits von faulen Zaubern hat Gray Matter interessante Dialoge zu bieten, die dank professionellen deutschen Sprechern nie langweilen. Ausserdem gibt es Da Vinci Code-ähnliche Aufgaben zu lösen, die uns etwa in alte Kirchen-, Museums- und Universitätsgebäude sowie stimmungsvolle Parks führen. Manch notwendige Dokumentstudie könnte auf lesefaule Zeitgenossen abschreckend wirken. Uns gefällt's.

Gray Matter Bild
Steuerungstechnisch gibt es zwei Dinge anzumerken. Zwar ist die Mausbedienung genretypisch simpel gehalten, doch nervt die Mouseover-Beschreibung von Objekten mit ihrer leicht verzögerten Einblendung und kann schon mal die Übersicht einschränken. Ausserdem kann Samantha nicht unverzüglich zum Laufschritt animiert werden. Stattdessen steigert sie ihr Lauftempo nach einem Doppelklick nur sehr gemächlich. Nichts für Ungeduldige. Im Übrigen wirken vor allem Richtungswechsel der Charaktere sehr hölzern und zäh wie ein Schwerlasttransport. Schade, denn an sich passen sowohl die 3D-Figuren als auch diverse animierte Effekte wie dampfende Gullis und Wolkenteppiche exzellent in die gerenderten Hintergründe hinein.

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Daniel Boll am 30 Nov 2010 @ 11:12
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