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Risen: Review

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Die Banditen haben sich im örtlichen Sumpf breitgemacht. Don Esteban, der Führer der Gesetzlosen, thront in einem grossen Tempel und hat einen gigantischen Goldschatz im Rücken. Vorerst können wir von seiner Gesellschaft aber nur träumen, haben Neulinge doch unter all den Haudegen nichts zu melden. Dem Namenlosen, einem grünschnäbligen Grossmaul, scheint das aber egal zu sein. Von Beginn an legt er eine Kaltschnäuzigkeit an den Tag, die ihm die Banditen in Gothic 1 oder 2 mit einer ordentlichen Tracht Prügel honoriert hätten. In Risen sieht das aber etwas anders aus. Fast schon zu brav und zurückhaltend wirken die meisten der Ganoven. Statt dem Namenlosen aufs Maul zu geben, kontern sie höchstens mal mit verbaler Schelte. Schade, denn eigentlich erwarten Gothic-Fans doch einen absoluten Spiessrutenlauf, bevor sie sich unter den Banditen bewähren.

Nun, in gewisser Hinsicht büssen wir auch für das Schandmaul der namenlosen Nervensäge, bekommen wir doch einen Haufen Drecksarbeit aufgebürdet. So müssen wir Kistenschlepper koordinieren, Botengänge erledigen und faule Arbeiter oder Kämpfer auch mal zum Malochen überreden. Sämtliche Quests landen ausführlich wie nie in einem Quest-Log. Hier sind nicht nur die zur Aufgabe gehörenden Dialoge abrufbar, sondern auch eine Kurzbeschreibung und - falls nötig - eine Quest-Karte, auf der Zielpersonen oder Zielorte verzeichnet sind. Dafür fehlt aber Gothic-typisch wieder ein Richtungspfeil, der zum Ziel weist. Hier müssen wir uns häufig auf Wegangaben von Charakteren verlassen. Kein Problem so weit.

Viele Wege führen nach Rom beziehungsweise in den Tempel des Dons. Stellt sich etwa ein Taugenichts quer, drohen wir ihm mit Prügel oder bestechen ihn mit einigen Goldstücken. Letztere sind aber anfangs rar gesät, ständig leiden wir unter Geldmangel. Das ist fatal, weil es all die schönen Waffen, Tränke und Trainingseinheiten natürlich nicht umsonst gibt. Bei Stufenaufstieg erhalten wir Lernpunkte, die wir bei Lehrern in Stärke, Geschick, Schwertkampf, Bogenschiessen, Alchemie und andere Fähigkeiten investieren. Die Lernpunkte sind auch nicht das Problem, eher die Studiengebühren, die mit steigender Stufe kontinuierlich in die Höhe schnellen. Es will also gut überlegt sein, in welche Fertigkeit das kostbare Geld fliesst.

Das Kampfsystem

Wo wir schon bei möglichen Auseinandersetzungen sind: Piranha Bytes hat Wort gehalten und wirklich sein bis dato ausgeklügelstes Kampfsystem geschaffen. Endlich können angreifende Tiere mit einem Schild effektiv geblockt werden. Endlich gibt es ein mehrstufiges, leicht durchführbares Kombosystem, das an die jeweilige Waffenerfahrungsstufe gekoppelt ist. Und endlich können wir kinderleicht gegnerischen Attacken seitlich oder rückwärts ausweichen. Drei Schwierigkeitsgrade bestimmen die Angriffs- und Verteidigungswerte der Widersacher, die selbst einen Grossteil des obigen Kampfrepertoires beherrschen. Teils stellt sich uns allerdings die Frage, ob manche Tiere nicht zu intelligent geraten sind. Wenn Wolfsrudel versuchen, sich zu verteilen und seitlich oder hinterrücks Zugang zu uns zu finden, während wir damit beschäftigt sind, mit Schild und Schwert einen der Wölfe zu bekämpfen, ist das durchaus realitätsnah. Bei Skeletten ist so eine taktische Vorgehensweise dann aber doch fragwürdig. Ein Segen ist es, dass wir mit unseren Schwerthieben auch mal mehrere Gegner gleichzeitig verletzen können. Etwas nervig wird es bei Viechern wie Riesenwürmern, die beharrlich jedem Schlag von uns ausweichen, indem sie nach hinten springen. Dieses Verhalten ist uns noch aus Gothic 3 in unangenehmer Erinnerung.

Wird es uns doch mal zu brenzlig, suchen wir das Weite und versorgen unsere Wunden mit Heiltränken. Heilzauber hingegen werden jetzt sofort, ohne grosse Vorbereitungszeit, ausgeführt und können von gegnerischen Treffern nicht unterbrochen werden. Klasse Sache! Blöd wiederum, dass wir bei Gefechten versehentlich neutrale Mitstreiter treffen und sauer machen können, die sich dann mitten im Kampf natürlich gegen uns richten. Ein Problem, das schon seit Bestehen der Gothic-Reihe existiert und bis heute nicht ausgemerzt wurde. Blut auf Böden und Wänden gibt es übrigens generell nicht mehr, wohl aber rötliche oder grünliche Spritzer bei Treffern.

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Daniel Boll am 26 Okt 2009 @ 01:21
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