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Risen: Review

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Banditenlaufbahn

Einer der Vorteile eines Banditen ist natürlich die Gewissenlosigkeit, die er an den Tag legen kann. Folglich macht es uns auch nichts aus, auf illegalem Weg an Goldstücke zu gelangen. So lernen wir Taschendiebstahl und dürfen uns fortan unter Zeitdruck im Inventar eines Gesprächspartners bedienen. Während das Opfer auf unser Verlangen hin etwas aus seinem Leben oder einen Witz erzählt, greifen wir uns einen Gegenstand nach Wahl. Lustigerweise kann das sogar die Waffe des Opfers sein, die dann urplötzlich aus seinen Händen verschwindet und durch eine schwächere ersetzt wird. Auf diese Weise können wir nicht nur bevorstehende Kämpfe mit der Person ein wenig erleichtern, sondern uns das Leben auch unnötig erschweren. Dass ein Jäger, dem wir den Bogen klauen, fortan mit einem Schwert mehr schlecht als recht an unserer Seite kämpfen muss, können wir zum Zeitpunkt des Diebstahls nicht ahnen. Die Diebstahl-lohnt-sich-nicht-Schilder in Supermärkten haben also in dieser Hinsicht absolut Recht. Pech gehabt.

Zum weiteren Repertoire eines guten Diebes gehören natürlich Schlösserknacken und Schleichen. Einfach in ein fremdes Haus hineinrennen und sich in Seelenruhe umschauen, ist nur selten möglich. Meist stürmen die Eigentümer mit gezogener Waffe auf uns zu und raten uns, zu verschwinden. Harmloser sind da schon gut gemeinte Ratschläge, im Haus nichts anzufassen. Also machen wir es uns in einem Bett gemütlich und lassen den Helden bis Mitternacht schlafen. Seine essenziellen Kräfte sind regeneriert und die meisten Hausbewohner dürften nun in ihren Betten schlummern. Vorsichtig schleichen wir uns durch einen Hintereingang oder ein Fenster ins Haus und räumen Schränke, Regale und Truhen leer. Letztere sind häufig verschlossen und müssen mit Dietrichen geöffnet werden. Hier orientiert sich Piranha Bytes wieder an den ersten beiden Gothic-Teilen und lässt uns die bekannten Kombinationsspielchen via Richtungstasten absolvieren. Links-rechts-rechts-rechts - verdammt, der Dietrich ist hin. Also noch mal von vorne: links-rechts-rechts-links - die Truhe ist offen. Mit steigendem Wert des Inhalts sind bis zu zehnstellige Kombinationen möglich, wobei es sich dann aber schon um so genannte unmögliche Schlösser handelt, die eine entsprechende Erfahrungsstufe im Schlösserknacken voraussetzen - oder eine entsprechende Magiespruchrolle.

Werden wir bei Diebstählen erwischt, greifen uns die meisten Einwohner an und sind danach beleidigt. Das kann so weit gehen, dass Quests nicht mehr abgeschlossen werden können, weil wichtige Personen keinen Ton mehr mit einem dreckigen Dieb wie uns sprechen wollen. Hier kommt dann eine unglaublich geniale Abwandlung des Vergessenszaubers aus der Gothic-Reihe zum Tragen: Witze erzählen. Damit verzauberte Personen brechen unverzüglich in einen Lachkrampf aus und haben uns danach direkt wieder lieb. Geile Idee - und es macht das Diebesleben so viel leichter. Platzsorgen müssen wir uns übrigens nicht machen, weil das in verschiedene Kategorien unterteilte Inventar wieder unbegrenzt Gegenstände aufnehmen kann.

Dass die Diebestalente nicht dem reinen monetären Profit dienen, haben wir oben bereits angedeutet. Tatsächlich kann uns der Taschendiebstahl eine Menge Ärger und Zeit ersparen. An einer Stelle müssen wir etwa Schutzgelder eintreiben. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Wir legen uns mit einem störrischen Händler und seinem Bodyguard an, kloppen beide nieder und kommen auf diese Weise an die Kohle. Oder wir mopsen der Zielperson die Geldsumme einfach heimlich aus der Tasche. Vor solche Entscheidungen werden wir ständig gestellt. Vor allem die von der Inquisition hermetisch abgeriegelte Hafenstadt ist ein regelrechtes Quest-Paradies und weckt nostalgische Erinnerungen an Khorinis. In der DDR-ähnlichen Umgebung betätigen wir uns nebenberuflich als Ermittler, um eine Serie von Einbrüchen aufzuklären oder die verantwortlichen Hintermänner zu decken. Wir verfolgen einen mutmasslichen Krautdieb zu seinem Abnehmer oder suchen für einen unglücklichen Fischverkäufer einen Seemann, der den Fischstand übernimmt. Auch schrecken wir nicht vor mafiaähnlichen Methoden zurück, wenn es darum geht, einen Händler zu erpressen. Wir sagen nur so viel: Der Pate lässt grüssen!

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Daniel Boll am 26 Okt 2009 @ 01:21
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