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Risen: Review

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Technik

Wer Gothic 3 noch in Erinnerung hatte, dürfte erneut Performance-Probleme und Fehlerlawinen befürchtet haben. Doch können wir Entwarnung geben: Risen ist ohne Zweifel das bislang schönste und technisch einwandfreiste Spiel der Piranhas. Die Spielwelt ist überschaubar, aber dennoch abwechslungsreich. Sümpfe, Strände, Gebirge, Wälder, Höhlen und Ruinen gibt es zu erforschen - und zwar ohne Ladepausen. Lediglich bei Teleportationen wird kurz nachgeladen, dafür gibt es aber so gut wie keine störenden Nachladeruckler mehr. Den Grossteil der Zeit erkunden wir eine flüssige, vor allem bei Tageslicht sehr atmosphärische Landschaft. Sonnenstrahlen scheinen durch Laubwerk von Bäumen und in Tempeleingänge hinein, Blütenpollen, Blätter und Schmetterlinge schweben durch die Luft - und wir lassen es uns nicht nehmen, noch mal lobend auf die plastisch-grellen Höhlenkristalle hinzuweisen.

Überhaupt merkt man, dass hier nicht mit einem Zufallsgenerator gearbeitet wurde. Jedes Gebiet ist einzigartig und mit viel Detailliebe versehen worden. Vorbei die Zeiten, in denen Truhen zufällig mit sinnlosem Kram gefüllt waren. Hier hat Piranha Bytes wirklich gute Arbeit geleistet. Zusätzlich wird die Glaubwürdigkeit der Spielwelt natürlich wieder mit Charakteren und Tieren gestützt, die einem eigenen Tagesablauf nachgehen. Menschen sitzen abends am Lagerfeuer und rauchen Wasserpfeife, sägen tagsüber Holz oder besaufen sich in der örtlichen Kneipe. Manchmal sehen wir gar einen Arbeiter vor Schreck erstarren, weil sich ihm eine der garstigen Stachelratten nähert, und hören ihn wenig später um sein Leben betteln. Mutigere Zeitgenossen ziehen hingegen ihre Waffe und stürzen sich auf das Tier. Die Natur in Risen regeneriert sich im Spielverlauf ständig - Pflanzen wachsen nach und Tiere siedeln sich wieder an. Das geschieht aber in erträglicher Weise und mit grösseren Zeitabständen.

Auch im Hinblick auf die deutsche Sprachausgabe gibt es kaum etwas zu beanstanden. Okay, wieder mal wurde ein Synchronsprecher für mehrere Charaktere zugewiesen, doch störte das die Fans schon in der Gothic-Reihe wenig. Schliesslich ist das immer noch besser, als sich durch endlose Textwüsten lesen zu müssen. Eine durchgängige Sprachausgabe bringt eben ohne Zweifel ein deutliches Atmosphäreplus - und die exzellente Musikuntermalung von Kai Rosenkranz verwöhnt die Ohren zusätzlich. Was aber wirklich negativ ins Auge fällt, sind die optisch ähnlichen Charaktere, die teils aus inzuchtartigen Verhältnissen zu stammen scheinen. So haben die weiblichen Inselbewohner fast alle denselben Vorbau - und einige männliche Personen sehen sich vom Gesicht her zum Verwechseln ähnlich. Hier hätten die Entwickler für mehr Abwechslung sorgen müssen, zumal die Ähnlichkeit auch wichtige Charaktere betrifft, nicht nur Statisten. Ausserdem unschön: aufpoppende Pflanzen und Objekte in nicht allzu weiter Ferne.

Piranha Bytes versprach ja eine umfangreiche Qualitätssicherung für Risen. Gleich drei Teams wurden mit der Fehlersuche beauftragt. Eine Investition, die sich wirklich gelohnt hat, denn richtige Showstopper-Fehler sind uns nicht in die Quere gekommen. Okay, unter Umständen ist es nicht mehr möglich, einige Neben-Quests bei den Banditen abzuschliessen, doch ist die Hauptmission damit weiterhin - über Umwege - lösbar. Ärgerlich waren darüber hinaus unser einziger Spielabsturz sowie eine festgefrorene Dialogszene, bei der nur das Laden eines Spielstandes half. Beides trat jeweils im enttäuschenden letzten Kapitel auf.

Der Rest unserer Fehlerfunde ist zwar eher Kleinkram, doch der kann bekanntlich auch zu einem beachtlichen Haufen anwachsen. So gibt es Türschwellen, die uns aufs Dach befördern. Die Zurückblickenfunktion funktioniert nicht. Ein Sidekick wollte partout nicht mit uns kommen, obwohl er es ankündigte. Eine Dialogreihe mit dem Inquisitor ist nicht vertont worden. Und nach einigen Stunden Zocken kann die Framerate deutlich in die Knie gehen, sich aber kurz darauf wieder erholen - andernfalls hilft nur ein Neustart des Spiels. Und sonst? Nun, VSync muss bei ATI-Grafikkarten mit dem D3DOverrider von RivaTuner erzwungen werden, weil es über das Catalyst Control Center oder die ATI Tray Tools nicht funktioniert. Ein Groll für TFT-Besitzer. Und gelegentlich kommt es vor, dass die Original-DVD beim Spielstart nicht erkannt wird, und dass Nebencharaktere an Objekten hängenbleiben.

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Daniel Boll am 26 Okt 2009 @ 01:21
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