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Anti-BPjM-Initiative: Special

  Personal Computer 

Indizierungen kommen in Deutschland nach wie vor praktisch einem Todesurteil für das entsprechende Spiel gleich. Und auch wenn das am ersten April in Kraft getretene neue Jugendschutzgesetz den Publishern eine gewisse Planungssicherheit bringt, hat es fast mehr Missstände aufgestellt, als behoben. Aus diesem Grund hat sich nach der Indizierung von Command and Conquer Generals eine

Initiative gegen die Indizierung von Computerspielen

gegründet - jetzt wurde die Organisation aktiv.



Nachdem die Initiative bereits Ende Februar 2003 ins Leben gerufen wurde, war es einige Zeit recht still, jetzt wurde zu einer Informationsveranstaltung in die Tingleffhalle bei Rendsburg (am Nord-Ostsee-Kanal), in der auch des Öfteren die in Norddeutschland bekannte SPANK-LAN stattfindet, geladen. Ziel war es, die Initiative Interessierten und der Presse vorzustellen, aber auch, einen ersten Schritt in Richtung des angestrebten Gerichtsverfahrens zu unternehmen.

Nach der obligatorischen Begrüssung erläuterte Jan Petersen, Gründer der Initiative, kurz den Werdegang und die Aussichten der Organisation. Danach kam Dieter Wöhrmann, von der Organisation der LAN-Xperience, in einem Kommentar zu Wort und sprach über den Jugendschutz und die Gesellschaft im allgemeinen, wobei letztendlich die Frage aufkam "Wer schützt wen vor wem?" - Der Staat die Jugendlichen vor schlechten Einflüssen und Gefahren oder das Gesetz die Gesellschaft vor der jungen, neuen und nicht etablierten Generation? Daraufhin trat wieder Jan Petersen ans Rednerpult und hielt einen sehr ausführlichen Vortrag über den Jugendmedienschutz in Deutschland und Europa, in dem nicht nur auf die Unterschiede zwischen den Ländern eingegangen wurde, sondern auch auf die eigentlichen Reglementierung.

Diese drei Vorträge könnt ihr bei uns in Textform downloaden, siehe Seitenende. (Anm. d. Red.)

Anti-BPjM-Initiative Bild

Nach den eigentlich Reden folgten die sprichwörtlichen Taten, in diesem Fall ein symbolischer Akt. Das Problem mit dem (neuen) Jugendschutzgesetz ist, dass es sich vornehmlich an Hersteller und Händler, nicht aber an die Verbraucher selbst, richtet. Dadurch ist es als Privatperson praktisch unmöglich, direkt dagegen zu klagen. Im Gespräch mit dem beauftragten Anwalt, der persönlich zu einer Lobby-Arbeit und dem Verzicht eines individuellen Gerichtsganges riet, wurde jedoch eine Möglichkeit gefunden, das Jugendschutzgesetz doch als Privatperson vor Gericht zu bringen - allerdings würde dies die Begehung einer Straftat erfordern!

Entgegen des ausdrücklichen Rats seines Anwalts schritt Jan Petersen dann zur Tat und verkaufte das indizierte Spiel Unreal Tournament 2003 an eine anwesende 16-Jährige, obwohl er sowohl über ihr Alter als auch die Indizierung des Titels informiert war. Damit verstiess er vorsätzlich gegen Paragraph 15 Absatz 1 Nummer 1 des Jugendschutzgesetzes, der ein solches Vorgehen verbietet und als Strafe einen Freiheitsentzug bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vorsieht.

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Auf diese Aktion soll eine Selbstanzeige folgen, die die Einsetzung eines Strafverfahrens nach sich ziehen wird, in dem als Verteidigung der Beweis gebracht werden soll, dass sich das Spiel von Anfang an zu Unrecht auf dem Index befand und noch immer befindet. Als Konsequenz gibt es zwei Möglichkeiten: Bei einem Freispruch müsste Unreal Tournament 2003 aus dem Index gestrichen werden und das Urteil wäre richtungsweisend für andere Titel. Bei einer Verurteilung, die laut Aussage von Jan Petersen "nicht minder wahrscheinlich ist", könnte dann der Gang zu einer höheren Instanz, bis hin zu einem europäischen Gericht folgen.

Alle vier Vorträge (Einleitung, Kommentar, Jugendmedienschutz und Symbolischer Akt) könnt ihr hier bei uns downloaden!

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Admin am 28 Mrz 2005 @ 18:03
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