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Battlefield 3: Premium Special

  Personal Computer 

Mit Battlefield 3 Premium versuchen EA und DICE, die loyalen Fans der Reihe noch enger an sich zu binden. Zum Preis von rund 60 CHF beziehungsweise 50 EUR (je nach Händler) bekommen die Spieler die fünf Zusatzpakete jeweils schon vorab und geniessen dazu noch eine Sonderbehandlung in Bezug auf exklusive Inhalte und Double-XP-Events. Ob sich diese Investition lohnt, versuchen wir in unserem ausgedehnten mehrteiligen Special zu eruieren.

Close Quarters

Als Battlefield 3 veröffentlicht wurde, rümpften viele langjährige Fans die Nase. Der Grund dafür war die Karte "Operation Métro", die - untypisch für Battlefield - keine Fahrzeuge oder Fluggeräte enthielt, sondern den Kampf Mann gegen Mann auf engem Raum in den Vordergrund stellte. Doch Operation Métro mauserte sich in kurzer Zeit zum Favoriten vieler Spieler und Server. Die Ankündigung des Zusatzpaketes Close Quarters kam deshalb nicht gänzlich überraschend. Die vier darin enthaltenen Karten sind das pure Gegenstück zu den weitläufigen Schlachtfeldern, für die Battlefield bekannt ist. Es handelt sich dabei um überschaubare Areale, in denen es keinen Platz für gepanzerte Fahrzeuge oder Jets gibt. Im Gegenteil: Scrap Metal und Ziba Tower wirken gegen Karten wie Caspian Border beinahe klaustrophobisch. Es wird schnell klar, dass EA und DICE hiermit das Ziel verfolgen, Spielen wie Call of Duty die Kunden streitig zu machen, doch lehnen sie sich nicht zu weit aus dem Fenster?

In vielen Foren bemängeln Puristen, dass dies kein wahres Battlefield sei, und es erweist sich in der Tat als schwer, ihre Argumentation zu entkräften. Man darf aber nicht vergessen, dass DICE über hervorragende Designer und Programmierer verfügt, die ihr Handwerk verstehen. Das sieht man den vier neuen Karten an. Sie sind allesamt sehr schön in Szene gesetzt und verfügen über genügend Spielfluss, um auch hartgesottenen Veteranen zu gefallen. Die engen Platzverhältnisse wirken sich jedoch drastisch auf das Gameplay aus. In den meisten Partien herrscht pures Chaos. An Teamplay ist dabei nicht zu denken, weil alle kreuz und quer durch die Gegend rennen und ständig in Bewegung bleiben, um nicht als einfache Zielscheibe herhalten zu müssen. Auch wird die Bedeutung der einzelnen Klassen nivelliert. Waffen mit hoher Durchschlagskraft wie etwa Schrotgewehre, die auf kurze Distanz grossen Schaden anrichten, sind in jeder Klasse vorhanden und machen eine Wahl der Spezialisierung eigentlich überflüssig. Schwache Waffen oder solche, die für den Kampf über grosse Distanzen ausgelegt sind, machen in den engen Gängen der Karten von Close Quarters ohnehin wenig Sinn.



Dafür eignet sich der neue Spielmodus namens Gunmaster hervorragend für den Nahkampf. Alle Spieler beginnen die Runde mit einer einfachen Handfeuerwaffe und erhalten jeweils nach dem Ausschalten einiger Gegner eine bessere Waffe. Dies geht so lange weiter, bis ein Spieler die letzte Stufe erreicht hat und zum Schluss einen Gegner mit dem Messer ausschaltet. Dieser aus dem Klassiker Counter-Strike entlehnte Modus ist absolut frenetisch, zumal man über unendlich viel Munition verfügt. Leider lässt auch dieser das Teamplay vermissen, für das Battlefield bekannt ist.

Auch im Bereich der zerstörbaren Elemente einer Karte ist eher ein Rückschritt zu verzeichnen. DICE spricht neuerdings von "Destruction HD", doch in der Praxis ist davon nur wenig zu erkennen. Zwar fliegen in Innenräumen wie Büros oder Fluren Dekorationsgegenstände und Trümmer während der Gefechte effektvoll durch die Luft, doch taktisch ist dies kaum von Nutzen. Die meisten Wände lassen sich selbst mit Sprengsätzen nicht einreissen, was den Sinn der Zerstörung stark relativiert. Das ist eigentlich schade, denn gerade im Lichte der engen Platzverhältnisse auf den neuen Karten wäre eine Ausweitung der taktischen Möglichkeiten durchaus wünschenswert gewesen.

Fazit von Luca Cannellotto
Auch wenn die Karten in Close Quarters durchweg gut gelungen sind, das Gameplay ist schlichtweg zu ausgelutscht, um wirklich Spass zu machen. Battlefield heisst eben nicht umsonst so. Wer grosse Schlachtfelder und viele Fahrzeuge und Fluggeräte haben möchte, sollte einen grossen Bogen um dieses Zusatzpaket machen. Allerdings sollte man sich dann auch überlegen, ob sich der Kauf von Battlefield 3 Premium überhaupt lohnt, selbst wenn man dafür einige zusätzliche Waffen freischalten kann. Wer jedoch Abwechslung im Battlefield-Alltag sucht, ist mit Close Quarters gut bedient.

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Luca Cannellotto

Tags:
BF 3
BF

 
Luca Cannellotto am 21 Mrz 2013 @ 20:05
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