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Headset-Special: Grosser Hardware Test

  Personal Computer 

Acht aktuelle Headsets im Vergleichstest. Welches ist für Gamer besonders geeignet? Im GBase-Hardwaretest reichte es nicht allein, sich auf subjektives Hörempfinden zu verlassen. Wir bewerten den Tragekomfort, messen tatsächliche Kabellängen und Abschirmung vor Umgebungsgeräuschen. Schliesslich spielt das nicht nur auf LAN-Parties eine Rolle. Am Ende musste jedes der Headsets einen Belastungstest über sich ergehen lassen. Bei aggressiver Industrial-Noise-Musik und extremer Lautstärke musste sich zeigen, was nicht nur in der Werbung gut tönt. Jetzt also mal die Ohren gründlich geputzt!



Testausstattung:

Creative Soundblaster X-Fi Xtreme Gamer (bei variablen Bass- und Höheneinstellungen), Winamp (Test mit Audio-CDs und MP3-Daten).
Tests mit Spielen: Counter-Strike Source, Command & Conquer 3.
Musik: Nine Inch Nails, Front 242, Autechre, Aphex Twin, Merzbow, Arctic Monkeys, Madonna.

Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Kopfhörersystemen

Da es diesbezüglich immer noch Verwirrung unter den Spielern gibt, hier eine kurze Erklärung zur Herstellerangabe, ob es sich bei einem Headset um ein geschlossenes oder offenes Kopfhörersystem handelt. Offene Systeme sind zumeist an kleinen Öffnungen (Löcher oder Schlitze) in der äusseren Abdeckschale von Ohrmuscheln zu erkennen. Geschlossene Systeme haben diese Öffnungen meistens nicht. Der Nachteil (vielleicht sogar auch mal ein Vorteil, je nach Verwendung) liegt darin, dass ein offenes System auch nach aussen hin von anderen Menschen in der Umgebung wahrnehmbar ist, sprich Klänge mit wenigen Dezibel im Raum zu hören sind. Vorteilhaft ist ein solches System, wenn man sich als Spieler nicht völlig von der Aussenwelt abschotten mag. Gut, wenn beispielsweise noch die Uhr vom Backofen zu hören ist, damit die Pizza nicht als schwarzes Sägeblatt wieder zum Vorschein kommt. Oder auch die Signale eines Telefons oder der Türklingel. Ärgerlich für Personen, die etwa im gleichen Raum wie der Spieler schlafen möchten. Die kriegen von den Spielereignissen zumindest akustisch auch noch mehr mit, als ihnen lieb sein dürfte. Mal ganz zu schweigen vom Sitznachbarn auf der LAN-Party.

Everglide S-500


Headset-Special Bild

Preis:

59.95 Euro

Tragekomfort:

1

Bezug der Ohrschützer:

Polsterung mit Kunstlederüberzug umschliesst Ohren

System:

geschlossenes Kopfhörersystem

Abschirmung vor Umgebungsgeräuschen:

1

Gewicht:

4

Tragegefühl nach einer Stunde Spiel:

3

Länge der Anschlussleitung (gemessen):

3,03 m

Höhenverstellbarkeit beidseitig:

3,9 cm

Pro

+ Kein Druck auf Ohrmuscheln
+ Hervorragende Dämmung von Umgebungsgeräuschen
+ Grosszügig gepolsterter Kopfbügel
+ Ultraleichte Membran für schnelle Signalwiedergabe
+ Erhältlich in zwei Farben (Schwarz und Weiss)
+ Tragebeutel inklusive
+ Dicke, aber weiche und flexible Anschlussleitung
+ Sehr lange Anschlussleitung
+ Günstiger Preis

Kontra

- Sehr grosses Headset
- Mikrofon extern mittels Clip an Kleidung anzubringen
- Hoher Preis
- Keine hardwareseitige Lautstärkeregelung
- Kein Knopf für Stummschaltung
- Anschlüsse nicht farbig codiert

Weitere Herstellerangaben:

Frequency Response: 20Hz - 20,000Hz
Transducer: Dynamic
Nominal Impedence: 16 ohm
Max Sound Pressure (SPL): 102dB
Max Power Rating: 100mW
Weight (w/o cable): 360g
Cable Length: 3.1m

Als einer der grössten Kopfhörer im Test erntet das Everglide-Headset keine Vorschusslorbeeren. Für den Transport lassen sich die Muschelwärmer nicht mal eben so in der Jackentasche verstauen. Wenigstens liegt dem Paket ein kleiner Stofftragebeutel bei - von eher bescheidener Materialqualität. Aber kommt es letzten Endes vielleicht doch auf die Grösse an? Ein erstes Probehören liefert erstaunlich gute Resultate. Satte Bässe garantiert. Was mitunter sicher auch daran liegt, dass die Ohren von den Polstern komplett umschlossen sind. So bleiben die Klänge im Hörerbereich, die dort hineingehören - störende Geräusche von aussen bleiben weitestgehend abgeschirmt. Besonders für LAN-Parties eine sinnvolle Eigenschaft der Kopfhörer.
Headset-Special Bild

Weniger geeignet für Gamer, die viel Wert auf Kommunikation legen, ist dagegen das eher notdürftig beigelegte Mikrofon. Das muss nämlich per Clip an der Kleidung befestigt werden und ist daher kein fester Bestandteil der Kopfhörer. Everglide macht aber auch klar, dass es sich beim S-500 eher um einen Kopfhörer, als um ein Headset handelt. Das kleine Mikro muss als Standalone-Applikation mit eigener Leitung am Mikrofoneingang der Soundkarte angeschlossen werden. Unpraktisch, beim Spielen gleich von zwei Leitungen umgeben zu sein. Vor allem bei Benutzung eines Bürostuhls mit Rollen kann es schon mal zu ungewollten Fahrunfällen kommen, wenn ein solches Kabel auf dem Fussboden liegt. Praktischer wäre ein deutlich verkürztes Mikrofonkabel zum Anstecken an den Kopfhörer gewesen. Nächstes Mal, Everglide. Die Anbringung des Mikrofons an der Kleidung des Spielers fordert eh schon Kompromissbereitschaft. Denn eigentlich sollte die Stimmaufnahme nahe am Mund geschehen, dort, wo dann die Sensibilitätsschwelle für die Aufnahme schön weit nach oben geschraubt werden kann. Ein an der Kleidung angebrachtes Mikro erfordert nicht nur lauteres Sprechen, sondern könnte auch zu dumpferen Klängen und zur störenden Aufnahme von Tippgeräuschen führen.

Fazit:

Kopfhörer für ein sehr gutes Klangerlebnis. Die Entscheidung Everglides, seine Kopfhörer mit der fetten, ohrumschliessenden Polsterung zu bestücken, war eine gute und wirkt sich vor allem auf die Bässe aus. Autechres extrem basslastiges Stück "Pro Radii" tönt äusserst druckvoll aus den Membranen. Andere Kopfhörer verlieren Klangdruck wegen der offenen, aufliegenden Ohrmuscheln. Der Tragekomfort lässt sich als angenehm beschreiben. Nach zwei Stunden Spiel am Stück muss mit leicht erhöhter Wärmeentwicklung im Vergleich zu offenen Systemen gerechnet werden. Von einem schmerzhaften Druck auf die Ohren aber keine Spur. Brillenträger haben aber wegen der grosszügig bemessenen Auflagefläche ein wenig das Nachsehen. Grosser Schwachpunkt ist das optional ansteckbare Mikrofon, das nicht gerade für hohen Komfort spricht. Aber auch nicht dafür, dass Everglides S-500 als Headset verkauft werden sollte. Sondern, wie es auf der Verpackung steht, als "Headphones". Als solches empfehlenswert.


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Thomas Richter

 
Thomas Richter am 02 Jun 2007 @ 16:57
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