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The Walking Dead - Staffel 2: Special

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Telltale Games' zweite Staffel der The-Walking-Dead-Versoftung hat ihre Premiere gefeiert. Grund genug für GBase, im nachfolgenden Special fortlaufend die fünf Episoden zu testen.

Hinweis: Wer die erste Staffel noch nicht kennt, sollte wegen Spoiler-Gefahr nicht weiterlesen.

All That Remains

Die zweite Staffel versetzt euch in die Rolle des jungen Mädchens Clementine, die zuvor noch ein Schützling des inzwischen verstorbenen Ex-Protagonisten Lee war. Zu Beginn der ersten Episode ist sie mit Omid und der hochschwangeren Christa unterwegs, zwei Charakteren also, die ihr noch aus der vorigen Staffel kennen dürftet. Tragische Ereignisse sorgen dafür, dass Clementine später auf sich allein gestellt ist und unter anderem einen dichten Wald voller Walker und anderer Gefahren passieren muss. Trotz ihres jungen Alters schlägt sich das Mädchen tapfer. Teilweise so stark, dass es unglaubwürdig wirkt. Der Kampf gegen erwachsene Bösewichte oder blutrünstige Walker mitsamt anschliessender Flucht ist turbulent, spannend und dank erweiterter Quick-Time-Events motivierend. Bedenkt man jedoch die zierliche Statur der kleinen Heldin, wirkt manch eine Situation doch arg unrealistisch. Ein Aspekt, der den Machern durchaus bewusst zu sein scheint, trauen neue Charaktere ihr doch zu Beginn nichts zu. In ihren Augen ist sie ein kleines, wehrloses Mädchen. Kann ja keiner ahnen, dass sie mit Lee einen vorzüglichen Lehrer in Sachen Überlebenstraining hatte.

Dem einen oder anderen mag es zunächst etwas unspektakulär vorkommen, in die Rolle eines Mädchens zu schlüpfen. Doch keine Sorge: Sowohl Gameplay als auch Story sind schon in Episode 1 wieder auf dem gewohnten, unbarmherzigen The-Walking-Dead-Niveau, das Romantikern ein ums andere Mal mit unerwarteten Wendungen ins Gesicht schlägt. Als tragendes Beispiel sei hier die äusserst delikate und detaillierte Behandlung einer klaffenden Wunde genannt, die zum Mitleiden einlädt. The Walking Dead bleibt sich hier treu und bietet auch Kindern keinen Welpenschutz in der gefährlichen Welt. Es gibt aber auch wieder Begegnungen fürs Herz, darunter ein Frisbee-Spiel mit einem herrenlosen Hund oder auch tragische Erzählungen über verlorene Gruppenmitglieder. Die hier und da eingestreuten Rätsel sind eher anspruchslos und gleichen teils Wimmelbildspielen. Dafür vermitteln etwa die interessanten Dialoge mit ihren Auswahloptionen wieder das trügerische, aber herrliche Gefühl, dass die eigenen Entscheidungen einen massgeblichen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte haben.



Fazit von Daniel Boll
All That Remains ist ein tolles Staffeldebüt und hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Allerdings ist der Einstand mit eineinhalb bis zwei Stunden Spieldauer arg kurz geraten. Künftige Episoden werden hoffentlich etwas länger andauern, ohne dabei jedoch an Kurzweiligkeit und Qualität einzubüssen. Der Grundstein für die zweite Staffel ist gelegt, lebt vor allem von der erneut grossartigen Story, der tollen Vertonung, dem glaubwürdigen Auftreten der Charaktere, den krassen Wendungen und der erbarmungslosen Brutalität.

Technisch hat das Spiel wieder mal mit den typischen Telltale-Problemen zu kämpfen. So sind manche Areale sehr eng abgesteckt, weshalb Clementine gerne an Objekten hängen bleibt. Auch ist die automatische Kamera nicht immer optimal.

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Daniel Boll

 
Daniel Boll am 01 Sep 2014 @ 17:42
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